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Sport und Bewegung – fit bleiben mit MS

Bewegung macht gute Laune und den Kopf frei. Sie sorgt dafür, dass der Körper beweglich bleibt, steigert die Mobilität und körperliche Leistungsfähigkeit und erhöht das allgemeine Wohlbefinden. Das zeigen wissenschaftliche Studien immer wieder. Bewegung baut auch Stress ab, fördert die Produktion von Glückshormonen und kann damit u. U. Depressionen vorbeugen.

Auch anderweitig profitiert das Gehirn von körperlicher Betätigung. So ergab z. B. eine Pilotstudie der Universitätsklinik Ulm mit dem Titel „Laufen macht schlau“, dass Ausdauer-Lauftraining sich positiv auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns auswirkt. Das ist für Menschen mit MS insofern von Bedeutung, als dass laut der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) etwa die Hälfte von ihnen im Laufe der Erkrankungen kognitive Beeinträchtigungen wie Aufmerksamkeitsstörungen verzeichnet. Auf Fatigue hat Bewegung ebenfalls eine positive Wirkung wie z. B. Untersuchungen der Universität Saarbrücken ergaben. Die DMSG empfiehlt allen von MS Betroffenen, sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten körperlich zu betätigen.

Bewegung ist nicht nur Physiotherapie

Vor allem nach Schüben und mit fortschreitender Krankheitsdauer fällt es vielen Menschen mit MS schwer, sich zu bewegen. Doch gerade in diesen Situationen ist regelmäßige Bewegung wichtig, damit sich Funktionseinschränkungen rückbilden sowie Körperfunktionen und damit auch Mobilität und Selbstständigkeit so weit wie möglich erhalten bleiben. Aus diesem Grund ist auch die Physiotherapie nach Schüben wichtig. Denn dort können MS-Patienten unter Anleitung Bewegungsabläufe (wieder-) erlernen und die Freude an der Bewegung zurückgewinnen. Menschen mit Bewegungseinschränkungen erfahren, wie sie ihren Körper idealerweise trainieren und fit halten können.

Von MS Betroffene sollten sich nicht auf die Physiotherapie beschränken. Fit halten kann man sich auch im Alltag. Welche Art von Sport sinnvoll und machbar ist, sollte ausprobiert werden. Viele Sportarten kann man auch mit körperlichen Einschränkungen ausüben. Wichtig ist nur, dass man den Übungsleiter darüber informiert, dass man bestimmte Übungen nicht durchführen kann.

Während eines Schubes sollten Menschen mit MS zu große körperliche Anstrengungen besser vermeiden und nur die Übungen machen, die ihnen der Physiotherapeut empfiehlt. Bei Spastik sollte beachtet werden, dass während des Sports besonders aufs Dehnen der Muskulatur Wert gelegt wird. Zu den Sportarten, bei denen dies der Fall ist, gehören z. B. Yoga oder Tai Chi, aber auch das Schwimmen ist empfehlenswert. Zur Erhöhung der allgemeinen Leistungsfähigkeit (z. B. bei Fatigue) eignen sich Ausdauersportarten, z. B. Walking, Joggen, Radfahren und Schwimmen. Diese Sportarten sind auch bei kognitiven Problemen zu empfehlen, genauso wie Sportarten, die Bewegung und Entspannung miteinander kombinieren wie Yoga oder Tai Chi. Bei Problemen mit der Grob- und/oder der Feinmotorik empfehlen sich Sportarten, die die Motorik trainieren, z. B. Tanzen, Nordic Walking, aber auch Gymnastik, Rudern, Reiten oder Schwimmen. Bei Lähmungen sind Bewegungsübungen im Wasser geeignet.

Vom Sport profitieren bei MS nicht nur die Fußgänger, sondern auch die Rollstuhlfahrer. Es gibt viele Sportarten, die vom Rollstuhl aus ausgeübt werden können, z. B. Tanzen, Basketball, Badminton, Kampfsport, Schwimmen und sogar Rugby. Auskünfte erteilen die Sportvereine in Ihrer Nähe und der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e. V. Vielleicht bietet auch die MS-Selbsthilfegruppe in der Nähe Sportmöglichkeiten an. Auch Spaziergänge bzw. Bewegung im Freien stärken Körper und Seele.

Kontakt zu anderen

Sport erhält nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit, er schafft auch neue Kontakte. Durch den Sport hat man gleich ein Gesprächsthema. Sport schafft zudem eine Atmosphäre von Gemeinsamkeit und Nähe. Das gibt oft den Anreiz, den nächsten Trainingstermin auf keinen Fall zu versäumen. Die Erfolge, die sich nach und nach beim Training einstellen, beflügeln zudem noch auf andere Weise: Es erhöht das Selbstwertgefühl, wenn man merkt, dass man etwas erreichen kann. Die positive Bestätigung durch den Sport führt oft dazu, dass Betroffene sich auch in anderen Bereichen ihres Lebens (Beruf, Familie, Partnerschaft) wieder mehr zutrauen.

Achtung, Hitze!

Ein Nachteil für manche MS-Patienten ist es, dass Sport schweißtreibend sein kann. Denn bei einigen Menschen mit MS stellt sich durch die Erhitzung des Körpers das sog. Uhthoff-Phänomen ein, die Verschlimmerung von MS-Symptomen durch Wärme. Diese bilden sich zwar zurück, sobald der Körper wieder seine Normaltemperatur erreicht, doch während des Trainings ist das Ganze oft unangenehm. Ein wenig Abhilfe können hier z. B. kühlende Stirnbänder oder ein Sprühflakon mit Wasser schaffen. Oft nützt es auch etwas, im Waschraum kühles Wasser über Unterarme und Hände laufen zu lassen. Um dem Uhthoff-Phänomen vorzubeugen, sollte im Sommer auf Sport während der größten Hitze des Tages verzichtet werden.

Quelle: Befund MS 2/2014

01.12.14

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