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Chlorbleiche hilft bei Neurodermitis

Im Mai 2009 veröffentlichte eine Gruppe Forscher der Northwestern University of Chicago im Fachjournal „Pediatrics“ (Vol. 123, Num. 5) ihre überraschenden Ergebnisse aus der Neurodermitis-Forschung. Für ihre Tests wählten die Forscher 31 Kinder und Jugendliche mit Neurodermitis aus. Bei der einen Hälfte schütteten sie einen Becher handelsübliche Chlorbleiche in das Badewasser, die andere Hälfte erhielt ein Placebo als Badezusatz. Die Kinder und Jugendlichen mit Neurodermitis badeten 2 Mal die Woche für maximal 10 Minuten. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich bei der Gruppe, die in Chlorbleiche badete, eine erhebliche Verbesserung des Hautzustandes.

Die Forscher erklärten die Wirkung damit, dass Chlorbleiche Bakterien abtöte und somit auch Staphylococcus aureus, welches bei zwei Dritteln der Menschen, die unter Neurodermitis leiden, als Auslöser für Neurodermitis-Schübe gehandelt wird. Der positive Effekt der Chlorbleiche auf die Haut setzte derart schnell ein, dass die Wissenschaftler das Experiment frühzeitig beendeten, um auch die Placebo-Gruppe an der Verbesserung teilhaben zu lassen. Die Forscher betonten ausdrücklich, dass die Chlorbleiche in dem Badewasser derart verdünnt war, dass der typische Schwimmbadgeruch ausblieb. Die Mischung wirkte sich nicht nur positiv auf den bestehenden Hautausschlag aus, sie linderte auch Entzündungen und zögerte neuerliche Schübe bei Neurodermitis heraus.

Um auch das von Neurodermitis gezeichnete Gesicht mit der Chlorbleiche in Kontakt zu bringen, empfiehlt es sich, dass die Kinder und Jugendlichen während des Badens öfters mit dem Kopf untertauchen. Dabei ist es wichtig, Augen und Mund zu schließen.

Trotz dieser hoffnungsvollen Meldung raten die Forscher allerdings davon ab, dieses Experiment einfach im Selbstversuch zu Hause durchzuführen. Sprechen Sie im Vorfeld unbedingt mit dem behandelnden Arzt, da nicht jede Form von Neurodermitis positiv auf die Behandlung mit Chlorbleiche anspricht.

Neuer Wirkstoff gegen Neurodermitis in Erforschung

Die Fachhochschule Giessen Friedberg forscht zurzeit in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Medizin der Philipps-Universität Marburg und einem Marburger Biotechnikunternehmen an einem neuartigen Wirkstoff gegen Neurodermitis. Dieser Wirkstoff arbeitet auf DNA-Basis, d. h. er soll die Ursache von Neurodermitis an der Wurzel packen. Dieses Forschungsprojekt wird vom Land Hessen gefördert. Unter experimentellen Voraussetzungen hat dieser Wirkstoff bereits positive Effekte in Bezug auf Neurodermitis gezeigt. Nun ist es an der Forschergruppe, den Wirkstoff in eine verabreichbare Form zu bringen, die auch bei Menschen mit Neurodermitis die gewünschte Verbesserung bringt. Man erhofft sich von dem Wirkstoff nicht allein die Behandlung der Symptome, sondern eine Heilung von Neurodermitis.

Bis der Wirkstoff allerdings als verabreichbare Medizin verfügbar ist, werden sicherlich noch einige Jahre ins Land gehen müssen. In dieser Zeit muss der Wirkstoff diverse toxikologische und klinische Studien durchlaufen, um Langzeitergebnisse zu erhalten. Erst wenn er diese Studien erfolgreich absolviert hat, wird der Wirkstoff Menschen mit Neurodermitis zur Verfügung stehen.

Melissa Seitz

28.02.11

Chlorbleiche hilft
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