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Sport hilft Menschen mit MS

Menschen mit MS können auch von sportlicher Betätigung profitieren. Sport kann die Leistungsfähigkeit erhöhen, Bewegungseinschränkungen mindern, das Selbstbewusstsein stärken und insgesamt die Lebensqualität erhöhen.

Dennoch hören viele Betroffene nach der Diagnose MS mit dem zuvor ausgeübten Sport auf oder trainieren weniger häufig. Das zumindest ergab eine Umfrage des Sportwissenschaftlichen Instituts der Universität Saarbrücken in Kooperation mit dem Landesverband des Saarlands der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Außerdem empfahlen der Umfrage zufolge nur 38 % der Mediziner und Physiotherapeuten ihren MS-Patienten, regelmäßig Sport zu treiben.

Die Angst vor dem Training

Bereits 2011 hatten Stephanie Kersten und ihre Kollegen vom Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Saarbrücken eine Studie durchgeführt, die zeigte, dass Menschen mit MS, die nach Anleitung regelmäßig ihre Koordinationsfähigkeit, Kraft und Ausdauer trainierten, ihre Leistungsfähigkeit steigern konnten. Sogar Beschwerden wie Fatigue wurden durch den Sport positiv beeinflusst. Daraufhin wollten Stephanie Kersten und ihre Mitarbeiter wissen, wie es denn allgemein um den Sport bei MS-Betroffenen bestellt ist. Sie luden 1.100 MS-Patienten zu der oben genannten Umfrage ein, von denen 263 die Fragen beantworteten. 46 % der Teilnehmer gaben an, regelmäßig Sport zu treiben. Vor der Diagnose MS waren es hingegen 59 %. Auch die Dauer des Trainings nahm nach der Diagnose ab. Als Gründe, warum MS-Betroffene sportlich weniger aktiv sind, nennt Stephanie Kersten Fehlinformationen und Mythen, die nach wie vor um MS und Sport kursieren. So glaubten manche der Befragten, die Beschwerden würden sich durch körperliches Training verschlimmern.

Damit möglichst viele Menschen mit MS von den positiven Auswirkungen des Sports profitieren, fordert Kersten ein Umdenken bei den Experten für MS. Diejenigen, die mit MS-Patienten in regelmäßigem Kontakt stehen, sollten ein individuell angemessenes Training für sie ausarbeiten. Denn wer seinen Möglichkeiten entsprechend körperlich fit ist, findet sich auch im Alltag besser zurecht.

Den richtigen Sport finden

Auch der Bundesverband der DMSG empfiehlt MS-Patienten, regelmäßig Sport zu treiben. Selbstverständlich müssen Personen mit Bewegungseinschränkungen ihr Trainingsprogramm – idealerweise unter Anleitung – individuell anpassen. So eignen sich für Menschen mit Lähmungen der Beine beispielsweise Sportarten im Wasser. Es gibt mittlerweile auch eine Reihe von Hilfsmitteln, die das Schwimmen oder Tauchen erleichtern. Personen mit besonders starken Bewegungseinschränkungen profitieren vielleicht von Yoga oder vom Training mit einem Handergometer. Auf einem Balance- oder Stehtrainer können Personen mit Spastik ihr Körpergefühl trainieren. Auch Spielkonsolen mit Balancebrettern eignen sich zum Training. Wer Angst hat, dass sich durch das Schwitzen beim Sport die neurologischen Beschwerden verschlimmern, sollte darauf achten, in möglichst kühler Umgebung zu trainieren und sich nicht zu überanstrengen, was für alle Sportler gelten sollte. Nach dem Training kalt zu duschen, hilft meist ebenfalls meist. Ganz allgemein gilt: Wer sich überwindet und (wieder) anfängt Sport zu treiben, ist oft erstaunt, wie viel er trotz eventueller Einschränkungen körperlich noch zu leisten vermag.

Quelle: Befund MS 01/2013

11.10.13

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