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Hilfsmittel bei COPD

Bei COPD wird im Laufe der Jahre die Lungenfunktion zunehmend schlechter, weil sich die Bronchien immer mehr verengen. Dies führt dazu, dass beispielsweise Atemnot bei immer geringeren Belastungen auftritt.

Hilfsmittel zum Abhusten des zähen Schleims

Sog. oszillierende PEP-Systeme unterstützen den Abtransport des zähen Sekrets. PEP ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck „Positive Expiratory Pressure“. Auf Deutsch bedeutet dies „positiver exspiratorischer Druck“, d. h. die Betroffenen atmen gegen einen positiven Druck aus. Dies führt dazu, dass die erschlafften Lungenbläschen weniger leicht in sich zusammenfallen. Zudem entstehen beim Ausatmen Vibrationen, die das zähe Bronchialsekret von der Oberfläche der Atemwege lösen und ihn manchmal auch flüssiger machen. Dadurch kann dieser leichter abgehustet werden. Beim Abhusten helfen kann auch die Inhalation von physiologischer Kochsalzlösung, weil dadurch der Schleim in den Atemwegen flüssiger wird.

Peak-Flow-Meter

Mit dem Peak-Flow-Meter können COPD-Betroffene den Krankheitsverlauf überprüfen. Dieses Gerät misst, „wie weit die Atemwege sind“. Mithilfe des Peak-Flow-Wertes kann der Betroffene den Krankheitsverlauf einschätzen und schubartige Verschlechterungen erkennen. Das Peak-Flow-Meter ist ein handliches Gerät. Gemessen wird der höchste Wert der Atemstromstärke, der sog. Peak-Flow. Auf dem Markt sind mechanische und digitale Peak-Flow-Meter erhältlich.

Die mechanischen funktionieren nach dem Kolbenandruckprinzip. D. h., der Betroffene pustet über ein Mundstück in einen zylinderförmigen Hohlraum. Hinter dem Mundstück trifft sein Atem auf eine bewegliche Scheibe, die dadurch in Pusterichtung verschoben wird. Wie weit, hängt von der Atemstromstärke ab. Gleichzeitig wird auch ein Anzeigepfeil verschoben. Bei elektronischen Peak-Flow-Meter wird der ermittelte Wert auf einer elektronischen Anzeige in l/min dargestellt. Damit die Krankenkassen den Kaufpreis erstatten, muss der Arzt das Gerät verordnen.

Worauf sollten COPD-Betroffene bei der Anwendung achten?

Bei der Anwendung ist wichtig, dass der Betroffene sitzt oder steht, der Oberkörper also aufrecht ist. Anschließend wird die Messanzeige ganz nach unten geschoben und das Gerät waagrecht vor den Mund gehalten. Nun atmet der Betroffene möglichst tief ein, umschließt das Gerät mit den Lippen und atmet dann so kräftig und schnell, wie es geht, aus. Dies wird zwei- bis dreimal wiederholt. Der höchste Wert wird dann in ein Tagebuch eingetragen. Für die Messung ist wichtig, dass die Finger nicht den Anzeigepfeil behindern. Auch Husten, ein zu schwacher Atemstoß oder das Verschließen der sog. Auslassdüsen mit den Fingern führen zu Messfehlern. Vor der ersten Anwendung sollte man sich daher die richtige Anwendung von einem Arzt oder Apotheker zeigen lassen.

Gibt es auch Hilfsmittel, die beim Inhalieren von Medikamenten helfen?

Es gibt sog. offene Mundstücksverlängerungen wie Spacer, die dabei helfen können, dass der Betroffene mehr Wirkstoff aufnimmt. Denn auch wenn man die Vorgaben, wie ein Medikament inhaliert werden soll, ganz genau befolgt, erreicht ein großer Teil des Wirkstoffes nicht die Lungen. Zudem vermindern Spacer bei Kortisonspray Nebenwirkungen wie Pilzbefall und Heiserkeit. Manchmal entfällt auch die Synchronisation zwischen Auslösen des Dosieraerosols und Einatmen, die etwas übungsbedürftig ist. Wichtig ist auch hier, dass man die Inhalation mit aufrechtem Oberkörper, also im Stehen oder Sitzen durchführt. Nach der Inhalation von Kortisonspray sollte man seinen Mund mit Wasser ausspülen und z. B. etwas Brot essen. Zähneputzen allein reicht nicht aus.

Weitere Hilfsmittel

Für COPD-Betroffene kann auch ein Pulsoximeter sinnvoll sein. Hiermit kann man messen, wie gut das Blut mit Sauerstoff gesättigt ist. Normal sind Werte zwischen 93 und 96 %. Auch Pulsoximeter können vom Arzt verordnet werden und werden unter bestimmten Umständen von der Krankenkasse bezahlt. Je nach körperlichem Zustand des Betroffenen können auch Rollatoren, Rollstühle, Duschhocker oder Greifarme sinnvoll sein. Die Kosten werden ganz oder teilweise von der Krankenkasse übernommen. Für Sauerstoff-Patienten gibt es auch Verlängerungen, mobile Sauerstoffsysteme oder spezielle Rucksäcke für den Transport der Sauerstoffsysteme.

Quelle: COPD und Asthma 1/2017

29.05.17

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