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15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind übergewichtig

Die Fettleibigkeit hat in den entwickelten Industriestaaten epidemische Ausmaße angenommen. Schon jetzt ist gut die Hälfte der Deutschen übergewichtig, jeder fünfte Bundesbürger gilt sogar als stark übergewichtig (adipös). Darauf wiesen ...

 

Übergewicht bei Kindern von Zuwanderern weit verbreitet

Köln (AP) Übergewicht und Fettleibigkeit sind bei Kindern von Zuwanderern relativ weit verbreitet. Dies zeigt eine Untersuchung von rund 2.300 Schulanfängern in Augsburg. Insgesamt waren mehr als 13 Prozent der ...

 

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Adipositas (Fettleibigkeit)

11.02.09.

Waage

Foto: Shutterstock

Leidet ein Mensch an Adipositas (auch Fettleibigkeit oder Fettsucht genannt), ist er aufgrund einer übermäßigen Vermehrung bzw. Bildung von Körperfett stark übergewichtig.

Dieser Zustand wird als eine chronische Gesundheitsstörung mit hoher Folgemorbidität bzw. Begleitsymptomatik verstanden, die nach Definition der WHO drei unterschiedliche Schweregrade erreichen kann. Sowohl zur Feststellung der Grunderkrankung als auch der unterschiedlichen Ausprägungsgrade wird der sog. Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Als adipös gilt hiernach, wer einen BMI = 30 kg/m² aufweist (Schweregrad I: 30,0–34,9 kg/m², Schweregrad II: 35–39,9 kg/m², Schweregrad III: 40 = kg/m²), wobei der optimale BMI vom Alter abhängt. Eine genaue Bestimmung des Körperfettanteils sowie dessen Verteilung versucht man hingegen über das Verhältnis Taille-Hüfte sowie den Bauchumfang zu bestimmen.

Adipositas-Folgeerkrankungen

Entscheidend für die Entwicklung von Folgererkrankungen ist das Fettverteilungsmuster des adipösen Patienten. Vor allem, wenn sich Fettdepots in Apfelform finden (man spricht hier im Unterschied zum sog. gynoiden/birnenförmigen vom androiden Typ), ist von einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszugehen, da aus diesen Depots vermehrt Fettsäuren freigesetzt werden. Als besonders ungünstig gilt sog. interabdominales Fett (inneres Bauchfett), das sich nicht nur negativ auf die Organfunktionen auswirkt, sondern auch den Fett- und Kohlenhydratwechsel negativ prägt und als ein wesentlicher Indikator des Metabolischen Syndroms gilt.

Weitere Adipositas-Folgeerkrankungen können z. B. Typ 2-Diabetes, Arteriosklerose, Schlaganfall, Arthritis und Arthrose, das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (schlafbezogene Atemstörung), orthopädische Probleme, Hyperurikämie, Gicht und möglicherweise Krebserkrankungen sein. Als häufigstes Leiden infolge krankhaften Übergewichts gilt Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Nach Angaben des Robert Koch Instituts konnte in epidemologischen Studien ein kontinuierlicher Zusammenhang zwischen Bluthochdruckprävalenz und Body-Mass-Index nachgewiesen werden – Bluthochdruck wurde häufig dann diagnostiziert, wenn bei den Patienten ein erhöhter BMI bestand. Auch psychische Probleme können aus einer Adipositas-Erkrankung resultieren. So fühlen sich stark übergewichtige Menschen oftmals ausgegrenzt und zurückgesetzt.

Erkrankung tritt in allen Altersstufen auf

Seit Ende der 1990er Jahre lässt sich in der Bundesrepublik Deutschland eine steigende Adipositas-Prävalenz beobachten. Nur etwa die Hälfte bis ein Drittel der bundesdeutschen Bevölkerung wies z. B. im Jahre 1999 den medizinisch günstigen BMI von 24,9 auf. Demgemäß wird von einer epidemischen Verbreitung ausgegangen (Quelle: Deutsche Adipositas-Gesellschaft). Nach Erhebungen des Robert Koch Instituts überwiegt der Anteil der adipösen Männer denjenigen der Frauen. Dies gilt für alle Altersklassen von 18 bis 79 Jahren. Doch auch bei 10–20 % der Schulkinder lässt sich eine Adipositas ausmachen. So zeigte 1998 eine Studie im Bundesland Brandenburg, dass 14,2 % der weiblichen und 11,4 % der männlichen Schulanfänger adipös waren.

Markus Felsmann

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