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Ambrosia-Scouts spüren hochallergene Pflanzen auf

11.07.09.

Berliner Ambrosia-Atlas soll Auskunft über Vorkommen geben – Rasante Verbreitung durch Klimawandel begünstigt

Sie ist der Allergiker-Schrecken schlechthin: die Beifuß-Ambrosie. Schon zehn Pollenkörner pro Kubikmeter Luft können ausreichen, um Kopfschmerzen, Heuschnupfen oder Asthma auszulösen. Die Allergiesaison verlängert Ambrosia bis in den Oktober hinein. Durch die Klimaerwärmung wird die rasante Ausbreitung der Pflanze, die in Deutschland bislang selten vorkam, stark begünstigt.

In Berlin widmet sich ein Informations- und Aktionsnetzwerk der Aufgabe, die Ausbreitung des Unkrauts zu verhindern. «Ambrosia-Scouts» sollen die Pflanzen aufspüren und beseitigen. Die Vorkommen in der Stadt sollen digital erfasst und kartiert werden.

Ambrosia besitze die stärksten Pollen-Allergene, warnt der Meteorologe Thomas Dümmel von der Freien Universität Berlin. Eine in Bayern kürzlich veröffentlichte Studie mit Heuschnupfen- und Asthmapatienten habe ergeben, dass 27 Prozent der Patienten bereits eine Sensibilisierung gegen Ambrosia zeigten. Von ihnen erlitten viele auch Kreuzreaktionen mit Beifuß oder Nahrungsmitteln. Im französischen Rhonetal und in Norditalien beobachteten die die Ärzte einen drastischen Anstieg von Asthma-Anfällen verursacht durch Ambrosia.

Auch in Berlin hätten Pollenfallen des Meteorologischen Instituts vor allem in den Jahren 2003, 2006 und 2008 sehr hohe Pollenkonzentrationen gefunden, erklärte Dümmel. Seit 2006 beschäftigten sich in der Stadt verschiedene Institutionen mit der Bekämpfung von Ambrosia. 2007 wurden die «Ambrosia-Scouts» geboren. In einem Berliner Ambrosia-Atlas sollen die Vorkommen der Stadt nun dokumentiert werden.

Uwe Starfinger vom Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, nannte als ein wesentliches Ziel des Aktionsprogramms, die Einschleppung von Ambrosia-Samen aus anderen Ländern zu reduzieren. Dabei ist der Haupt-Einschleppungsweg mit Samen der Beifuß-Ambrosie verunreinigtes Futtermittel, insbesondere aus Osteuropa stammende Sonnenblumensamen, die als Vogelfutter verkauft werden.

Kein Vogelfutter als Saatgut zweckentfremden

Stefan Nawratz von der Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie Friedberg zufolge sind 70 Prozent der Vogelfutterprodukte mit diesen Samen verunreinigt. Auch die seit vergangenem Winter angebotenen Produkte mit dem Siegel «Ambrosia-kontrolliert» seien stark belastet. Er warnte vor allem vor der Verwendung von Sonnenblumenkernen als billiges Saatgut. Die Samen könnten bis zu 40 Jahre ihre Keimfähigkeit behalten, sagte er. Große Pflanzen können mehr als 50.000 Samen produzieren.

Quelle: The Associated Press

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