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Laktose-Unverträglichkeit bessert sich oft im Urlaub

27.06.09.

Die Beschwerden einer Laktose-Intoleranz gehen häufig während des Urlaubs in südliche Länder zurück. Grund ist ein geringerer Gehalt an Laktose in den Lebensmitteln, teilt der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) mit. Da Laktose-haltige Nahrungsmittel durch den Export vermehrt in Länder mit einer größtenteils Laktose-intoleranten Bevölkerung gelangen, fordert der BDI eine Kennzeichnungspflicht des Laktose-Gehalts von Lebensmitteln.

Viele Reisende machen die Erfahrung, dass sie Milchprodukte im Ausland besser vertragen als zuhause – vor allem, wenn sie in wärmere Regionen fahren. Fälschlicherweise wird dafür
oft der Erholungseffekt in den Ferien verantwortlich gemacht. „In südlichen Ländern enthalten Milchprodukte in der Regel weniger Laktose als im Norden, da dort der Anteil der Bevölkerung mit einer Laktose-Intoleranz höher ist als bei uns“, erklärt Prof. Richard Raedsch vom BDI. Denn der Laktose-Gehalt von Lebensmitteln hängt von der Art der Herstellung ab: „Die Herstellungsprozesse von Milch, Käse, Yoghurt oder Quark haben sich im Laufe der Zeit an die örtlichen Gegebenheiten angepasst, so dass die Produkte in Gegenden mit einem hohen Laktose-intoleranten Bevölkerungsanteil wenig Laktose enthalten. Es ergibt ja schließlich keinen Sinn, etwa in Süditalien Käsesorten zu produzieren, die die Menschen dort gar nicht verdauen können“, so der Gastroenterologe aus Wiesbaden.
Für das weltweite Vorkommen einer Laktose-Intoleranz lässt sich ein Nord-Süd-Gefälle beobachten: Während in Skandinavien weniger als 10% der Bevölkerung eine Laktose- Intoleranz haben, leiden in Deutschland rund 14% der Menschen darunter, in den Ländern rund ums Mittelmeer sind es bereits bis zu 70%. Besonders häufig sind Menschen im südlichen Asien (90%) und Afrika (98%) betroffen.
Generell enthalten Milchprodukte aus wärmeren Regionen, z.B. Ziegen- oder Schafskäse aus Griechenland oder der Türkei, also weniger Laktose und verursachen bei Menschen mit einer Intoleranz weniger Probleme. Noch stärker als von der Herkunft hängt der Laktosegehalt aber vom Herstellungsprozess ab. Prof. Raedsch: „Die Herstellungsmethoden haben sich in den letzten Jahrzehnten vielfach stark geändert. Deshalb kann je nach Herstellungsart beispielsweise ein Yoghurt viel Laktose enthalten oder fast völlig Laktose-frei sein. Selbst Fachleute können den Laktose-Gehalt moderner Lebensmittel kaum einschätzen. Deshalb fordern wir schon seit langem entsprechende Angaben auf den Lebensmittelverpackungen.“ Bislang bietet nur die Kohlenhydrat-Menge einen Anhaltspunkt für den Laktose-Gehalt eines Nahrungsmittels.

Bei einer Laktose-Intoleranz geht im Erwachsenenalter die Aktivität des Enzyms Laktase immer weiter zurück. Ohne dieses Enzym kann der Mensch Milchzucker (Laktose) aus der Nahrung nicht verdauen. Die Folge können Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall sein.
Gegen eine Laktose-Intoleranz hilft nur das Vermeiden von Laktose-haltigen Lebensmitteln wie Milch, Yoghurt, Quark oder Käse oder die Einnahme von Laktase-Präparaten. Laktose kann Lebensmitteln und in kleinen Mengen sogar Medikamenten als Zusatzstoff beigemengt sein.

Quelle: Internisten im Netz

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