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Welche Allergieformen gibt es?

Man unterscheidet verschiedene Formen der Allergie. Diese hängen zum einen von dem Allergen ab, auf das der Betroffene reagiert und zum anderen von der Art der allergischen Reaktion.

1. Unterscheidung nach Allergenen und Aufnahmemechanismus

Allergien können in Hinblick auf die Stoffe, die die Allergie auslösen (Allergene), unterschieden werden bzw. hinsichtlich des Aufnahmemechanismus, durch den die Allergene in den Körper gelangen. Zu den am häufigsten vorkommenden Allergien zählen:

1.a) Inhalationsallergien/Atemwegsallergien

Heuschnupfen/Pollenallergie

Heuschnupfen bezeichnet eine Allergie gegen Pollen. Der Betroffene reagiert überempfindlich auf den Blütenstaub von windbestäubten Pflanzen, zu denen Gräser, Bäume und Kräuter zählen. Die Pollen gelangen dabei durch die Atemwege in den Organismus. Die allergische Reaktion äußert sich deshalb vor allem durch Niesattacken und einer verstopften, laufenden oder juckenden Nase, aber auch durch gerötete, tränende oder juckende Augen. Die Beschwerden treten nur während der Blütezeit der Pflanzen auf, gegen die der Betroffene eine Allergie aufweist. Die Blütezeiten der unterschiedlichen Pflanzen fallen ungefähr in den Zeitraum Februar bis Oktober. Durch den Klimawandel bedingt beginnt heute die Pollensaison vieler Pflanzen jedoch z. T. schon deutlich früher.

Hausstaubmilbenallergie

Bei der Hausstaubmilbenallergie liegt eine Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe aus dem Kot der Hausstaubmilbe vor. Diese winzigen und harmlosen Tierchen, die sich bevorzugt in Textilien, wie beispielsweise Bettwäsche, Teppichen, Sitzpolstern etc. aufhalten, können durch ihren Kot, der mit der Atemluft eingeatmet wird, bei den Betroffenen allergischen Schnupfen, allergische Bindehautentzündung, allergisches Bronchialasthma und/oder allergische Hautreaktionen hervorrufen.

Tierhaar- und Federallergie

Im Allgemeinen können alle haar- und federtragenden Tiere Allergien auslösen. Besonders häufig tritt jedoch eine Allergie gegen Katzenhaare auf. Dabei handelt es sich bei den allergieauslösenden Stoffen meist um Stoffe aus den Haut- oder Speicheldrüsen der Tiere, die an den Haaren haften, sich schließlich im Hausstaub wiederfinden und mit dem Staub eingeatmet werden. Vorzugsweise äußert sich eine Tierhaarallergie in allergischem Schnupfen und/oder allergischem Bronchialasthma.

Schimmelpilzallergie

Eine Schimmelpilzallergie wird durch Überempfindlichkeit gegen die Pilzsporen bestimmter Schimmelpilzarten verursacht. Die Sporen werden eingeatmet und führen zu allergischem Schnupfen oder allergischem Bronchialasthma. Da viele Lebensmittel von Schimmelpilzen befallen sind oder mit ihrer Hilfe hergestellt werden, können bei einer Schimmelpilzallergie die Allergene nicht nur über die Atemwege sondern auch mit der Nahrungsaufnahme in den Körper gelangen. Nach dem Verzehr von schimmelpilzhaltigen Nahrungsmitteln können bei den Betroffenen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auftreten, die sich durch Bauchschmerzen, Erbrechen und/oder Durchfall äußern.

1.b) Nahrungsmittelallergien

Unter einer Nahrungsmittelallergie versteht man die überschießende Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Lebensmittel, die bei der Nahrungsaufnahme in den Körper gelangen. Auslöser der Allergie können beispielsweise bestimmte Nüsse, Obstsorten oder Kuhmilch sein. Liegt eine Nahrungsmittelallergie vor, äußert sich diese nach Verzehr des Nahrungsmittels beim Betroffenen durch Hitzewallungen, Übelkeit, Atemnot, Ekzeme und/oder durch Juckreiz in Mund, Rachen, Ohren sowie ggf. durch Schwellung von Zunge und Lippen.

1.c) Injektionsallergien

Insektengiftallergie

Auslöser einer Insektengiftallergie sind meist die Gifte von Bienen oder Wespen, die durch einen Insektenstich ins Blut des Betroffenen gelangen. Die allergische Reaktion kann unterschiedlich starke Symptome auslösen, die von einer lokalen Hautreaktion an der Stichstelle bis hin zu einem lebensgefährlichen allergischen Schock reichen können.

1.d) Sonstige Allergien

Kontaktallergie

Bei einer Kontaktallergie wird durch direkten Kontakt der Haut mit einem bestimmten Stoff, beispielsweise durch kunststoff- oder metallhaltigen Schmuck oder durch bestimmte Inhaltsstoffe von Kosmetika, eine allergische Reaktion auf der Haut ausgelöst. Die betroffenen Hautpartien sind meist gerötet und geschwollen, oft tritt ein Juckreiz auf sowie eine Bildung von Ekzemen.

Kreuzallergie

Eine Kreuzallergie liegt vor, wenn eine bestehende Überempfindlichkeit auf ein bestimmtes Allergen einhergeht mit einer zusätzlichen allergischen Reaktion auf einen anderen Stoff. Besonders häufig kommen Kreuzallergien bei Pollenallergikern vor. Bei einer Allergie gegen Birkenpollen kann beispielsweise auch eine Unverträglichkeit von Äpfeln, Nüssen oder Kirschen auftreten.

Neurodermitis

Neurodermitis bezeichnet eine chronische, atopische Erkrankung der Haut. Unter Atopie versteht man die erblich bedingte Neigung, auf Umweltfaktoren mit allergischen Reaktionen der Haut und Schleimhäute zu reagieren.

Verursacht werden kann Neurodermitis u. a. durch die Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln oder Pollen. Sie äußert sich durch Entzündungen der Haut mit Juckreiz, Rötungen, Nässen, Schuppen- und Krustenbildung. Auf der Haut bilden sich Ekzeme, d. h. flächige Entzündungen der Haut, die stark jucken.

Der Juckreiz veranlasst den Betroffenen, sich zu kratzen, wodurch die Haut aufreißt und durch das Eindringen von Bakterien auch zu nässen beginnen kann. Durch den ständigen Juckreiz und das Aufkratzen der Haut wird diese trocken, verhornt, rissig und anfällig für Infektionen.

Allergisches Asthma bronchiale

Bei allergischem Asthma bronchiale kommt es durch Einatmen von Allergenen (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare) zu Entzündungen der bronchialen Schleimhaut. Durch die Entzündungsreaktion schwillt die Schleimhaut an, produziert vermehrt zähen Schleim und verengt somit die Bronchien. Die Verengung der Bronchien bewirkt anfallsweise auftretende Atemnot, das sog. allergische Asthma bronchiale. Das allergische Asthma bronchiale zählt ebenfalls zu den atopischen Erkrankungen.

Allergische Nesselsucht (Urtikaria)

Allergisch bedingte Nesselsucht tritt als allergische Reaktion auf verschiedene Allergene, wie beispielsweise bestimmte Nahrungsmittel, Insektenstiche oder Arzneimittel, auf. Sie äußert sich durch große, meist rötlich-weißliche, stark juckende Quaddeln, die binnen weniger Minuten an der Hautoberfläche entstehen und sich innerhalb von mehreren Stunden bis mehreren Tagen wieder zurückbilden. Neben der allergischen Hautreaktion können zusätzlich Magen-Darm-Probleme, Atemnot, Kopfschmerzen und im schlimmsten Falle ein allergischer Schock auftreten. Die allergische Nesselsucht ist – wie die Neurodermitis und das allergische Asthma bronchiale – den atopischen Krankheiten zuzuordnen.

2. Unterscheidung der Allergieformen nach Reaktionstypen

Allergien können nach der Art der allergischen Reaktion in vier verschiedene Formen eingeteilt werden; man unterscheidet Typ I (auch Soforttyp genannt), Typ II, Typ III und Typ IV (den sog. Spättyp). Der Soforttyp (Typ I) und der Spättyp (Typ IV) zählen zu den am häufigsten vorkommenden Allergietypen.

2.a) Typ I, Soforttyp

Der Typ I, Soforttyp ist die am häufigsten vorkommende allergische Reaktion. Bei diesem Allergietyp kann die allergische Reaktion nach dem Kontakt mit dem Allergen innerhalb von nur wenigen Sekunden bis Minuten akut in Erscheinung treten. Je nach vorliegender Allergie sind die allergischen Reaktionen auf bestimmte Organe beschränkt (siehe Abschnitt „Allergische Symptome“).

Es kann jedoch auch zu einer allergischen Allgemeinreaktion kommen, die sich – wie im Abschnitt „Allergische Symptome“ beschrieben – am ganzen Körper äußert (durch Juckreiz, Haut- und Schleimhaut-Schwellungen, verstärkte Wassereinlagerung im Gewebe, Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung sowie Verengung der Bronchien; im schlimmsten Fall führt ein massiver Blutdruckabfall zu einem allergischen Schock, der extremsten Form der allergischen Reaktion.)

2.b) Typ IV, Spättyp

Bei dem ebenfalls relativ häufig auftretenden Typ IV, dem sog. Spättyp, treten allergische Reaktionen erst nach Stnden oder Tagen nach wiederholtem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf. Beim Erstkontakt mit dem Allergen werden bei diesem Reaktionstyp noch keine allergischen Symptome sichtbar, sondern die allergische Reaktion wird erst nach wiederholtem Allergenkontakt, der sog. Sensibilisierung, ausgelöst.

Sandra Kirvel

26.09.17

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