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Angepasste Bestrahlung durch Intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT)

07.08.06.

Bei der herkömmlichen Strahlentherapie haben alle Bestrahlungsfelder eine konstante Intensität. Bei kompliziert geformten Tumoren, die in unmittelbarer Nähe von strahlenempfindlichem gesundem Gewebe (den sog. Risikoorganen) liegen, stoßen diese herkömmlichen Techniken an ihre Grenzen. Besonders schwierig ist es, Tumore mit nach innen gewölbten (konkaven) Einbuchtungen zu bestrahlen, in denen ein Risikoorgan liegt. Hier wird der Tumor in der Regel mit zu niedriger Dosierung bestrahlt, um Komplikationen an den Risikoorganen zu vermeiden. Damit sinkt jedoch die Heilungschance des Patienten.

Exakte Bestrahlung verspricht bessere Heilungschancen

Die Intensitätsmodulierte Radio- oder Strahlentherapie (IMRT) ist ein Verfahren, das vielen Krebspatienten bessere Heilungschancen verspricht. Das Bestrahlungsvolumen kann exakt an die Konturen des Tumors angepasst werden. Dank dieser Technologie kann der behandelnde Arzt hoch dosierte hochenergetische Röntgenstrahlen genau auf den Tumor des Patienten ausrichten, gleichzeitig aber das gesunde Gewebe schonen und dadurch Komplikationen minimieren.

Die Behandlung muss jedoch sorgfältig geplant werden. Ärzte erarbeiten am Bildschirm für jeden Patienten ein individuelles Bestrahlungsprogramm. Die Zielregion wird markiert und es wird festgelegt, wie viel Strahlung im Tumor ankommen soll und welche Bereiche ausgespart werden müssen. Somit gibt es keine gleichmäßige Dosisverteilung, sondern das Gebiet wird in viele kleine Teilbereiche zerlegt, die mit jeweils unterschiedlicher Intensität bestrahlt werden. Die Menge an Daten, die dafür auf dem notwendigen Hochleistungsrechner verarbeitet werden, ist vergleichbar mit der Datenmenge, die für die Landung einer Weltraumfähre erforderlich ist.

Einsatzbereiche der IMRT und Qualitätskontrolle

Einsatzbereiche der IMRT sind Erkrankungen, bei denen hohe Bestrahlungsdosen in der Nähe von besonders strahlenempfindlichem Normalgewebe (vor allem Nervengewebe) angewendet werden müssen, z. B. Lungen-, Prostataund Brustkrebs sowie Tumore des Hals-Kopf-Bereichs. Wichtig ist dabei die Qualitätskontrolle während der Bestrah- lung. „Beam’s eye view“ ist die direkte Darstellung der Bestrahlungsfelder während der Behandlung. Durch die Weiterentwicklung der Technik wird die Strahlenbelastung für den Patienten reduziert, allerdings ist der Zeitaufwand für die Planung und Durchführung deutlich erhöht. Verschiedene additive Effekte verbessern die Heilungsaussichten und unterschiedliche Behandlungen machen die Strahlentherapie wirksamer und verträglicher.

Miriam Funk / Anke Tennemann

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