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New York (AP) In einem eindringlichen Appell an Wissenschaftler, Pharmakonzerne und Politiker haben US-Infektionsmediziner vor den wachsenden Gefahren durch resistente Bakterien gewarnt. «Um sie zu bekämpfen, brauchen wir dringend neue Medikamente», schreiben die Mediziner um Helen Boucher von der Bostoner Tufts-Universität im Fachblatt «Clinical Infectious Diseases».
Gemeint sind sechs Bakterien-Gruppen, darunter vor allem die Erreger Enterococcus faecium, Staphylococcus aureus und verschiedene Arten von Klebsiella. Die sechs Gruppen sind verantwortlich für zwei von drei Infektionen in US-Kliniken und Pflegeheimen.
Die IDSA, ein amerikanischer Verband von Infektionsmedizinern, hatte 2004 in einem Bericht erstmals auf den Mangel an wirksamen Antibiotika gegen resistente Bakterien hingewiesen. «Mehr als vier Jahre nach unserem ersten Bericht werden die üblen Keime schlimmer, und wir haben noch immer nicht die nötigen Medikamente», betont Boucher in dem Bericht «Bad bugs, no drugs» (»üble Keime, keine Medikamente»).
Einen Grund für die fehlenden Arzneimittel sehen die Forscher unter anderem darin, dass sich die Entwicklung von Antibiotika für Pharmafirmen weniger lohnt als etwa Mittel gegen chronische Erkrankungen wie Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder Krebs.
Allein an Infektionen durch den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) sterben in US-Krankenhäusern jährlich mehr als 19.000 Menschen. In deutschen Kliniken schätzen Experten die Zahl der Todesopfer durch diese Keime auf bis zu 1.500 pro Jahr. Sorge macht den Experten, dass sich diese Erreger auch zunehmend außerhalb von Krankenhäusern ausbreiten.
(Quelle: «Clinical Infectious Diseases», Online-Vorabveröffentlichung)
05.12.08