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Frankfurter Uniklinikum an internationaler Gentherapiestudie zur Behandlung bösartiger Hirntumore beteiligt

An einer internationalen Phase-III-Gentherapiestudie zur Behandlung bösartiger Hirntumore, so genannter primärer Glioblastome, nimmt die Neurochirurgische Klinik des Frankfurter Uniklinikums unter der Leitung von Professor Dr. Volker Seifert teil. Sie ist eine von 40 Hirntumorzentren, die in Europa und Israel von einem Internationalen Beratergremium für diese Studie ausgewählt worden sind. Die Forscher erhoffen sich von dem Ansatz der Studie eine weitere Verbesserung der Prognose von Patienten mit einem Glioblastom, ein von den Gliazellen ausgehender bösartiger Hirntumor mit einer mittleren Überlebenszeit von acht bis zwölf Monaten.

In Europa werden pro Jahr etwa 29.000 Fälle mit Glioblastomen diagnostiziert. Bei 16.000 der Patienten ist der Tumor operabel. Die bisherige Therapie beruht auf einer weitestmöglichen Entfernung des Tumors. Daran schlossen sich bisher eine Radiotherapie und gegebenenfalls auch eine Chemotherapie an, die die insgesamt schlechte Prognose für die Patienten verbesserte.

Durch die seit wenigen Monaten zugelassene kombinierte Radiochemotherapie ist die mediane Überlebenszeit auf 12 bis 15 Monate verlängert worden. Auffallend ist auch eine Zunahme der Langzeitüberleber. Dennoch ist der Verlauf der Krankheit durch das Rezidivwachstum nach wie vor sehr ungünstig. Die jetzt laufende Phase-III-Studie ist ein viel versprechender Ansatz, die Prognose der Patienten weiter zu verbessern.

In dieser kontrollierten randomisierten Multicenter-Studie werden Patienten mit einem primären operablen Glioblastom eingeschlossen. Sie werden randomisiert in zwei Therapiearme. Den ersten Therapiearm bildet die Gentherapiegruppe, den zweiten die Kontrollgruppe (Operation und nachfolgende Radiochemotherapie). In der Gentherapiegruppe wird nach Abschluss der operativen Resektion in das Randgebiet des Tumors, in dem sich für den Operateur nicht erkennbar noch Tumorzellen befinden, die gentherapeutische Substanz Cerepro injiziert. Diese Substanz beinhaltet einen replikationsdefizienten adenoviralen Vektor, der das Herpes-simplex-Virus-Thymidinkinase-Gen enthält. Die verbliebenen Tumorzellen werden transfiziert und exprimieren dann das Thymidinkinasetransgen. Das Thymidinkinaseenzym phosphoryliert Ganciclovir, welches den Patienten von Tag 5 bis Tag 19 intravenös verabreicht wird. Dadurch wird ein zytotoxisches Nucleotid produziert, welches den Zelltod von aktiv in Teilung befindlichen Zellen verursacht. Danach erfolgt wie im Kontrollarm die Radiochemotherapie.

Präklinische und klinische Vorstudien haben die Machbarkeit und die Sicherheit der Therapie nachgewiesen. Zudem wurde eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit in der Gentherapiegruppe gegenüber der Kontrollgruppe erreicht. Um diese Ergebnisse an einer großen Anzahl von Patienten zu belegen, wurde die jetzt laufende Studie initiiert. Geplant ist der Einschluss von 250 Patienten. Endpunkte der Studie sind neben der Gesamtüberlebenszeit und der progressionsfreien Überlebenszeit auch die Überprüfung der Sicherheit, der Lebensqualität und des kernspintomographischen Progressionsnachweises.

25.10.06

Frankfurter Uniklinikum an internationaler Gentherapiestudie zur Behandlung bösartiger Hirntumore beteiligt
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