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Der Winter stellt für Asthmatiker in vielerlei Hinsicht eine besondere Herausforderung dar, der sich mit bestimmten Verhaltensregeln aber ganz gut begegnen lässt. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbands der Pneumologen (BdP) hin.
„Im Vergleich zu den Sommermonaten registrieren wir in der kälteren Jahreszeit stets einen Anstieg bei den asthmabezogenen Arztbesuchen“, erklärt Dr. Michael Barczok, Vorstandsmitglied des BdP. Zum einen stellen die klimatischen Bedingungen im Winter hierzulande einen Reizfaktor für die ohnehin schon verengten und überempfindlich reagierenden Bronchien der Patienten mit Asthma dar.
Wie zahlreiche andere Asthma-Auslöser (Trigger) können auch bestimmte Klimabedingungen zu einer Bronchienverengung führen und Asthma-Anfälle begünstigen. Insbesondere kalte und trockene Luft oder Nebel (Kälte und Feuchtigkeit), aber auch schnelle und ausgeprägte Temperaturänderungen – z. B. der Wechsel aus geheizten Räumen in die kalte Außenluft im Winter – können bei vielen Asthmatikern Atembeschwerden bis hin zu Asthma-Anfällen verursachen.
Da andererseits auch trockene Raumluft einen Asthma-Trigger darstellen könne, so Dr. Barczok, sollte man zudem auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten. „Hier gilt es also, Übergangszonen zwischen den vorherrschenden Mikroklima-Extremen anzustreben und sich dort eine Weile aufzuhalten, anstatt direkt von einem ins andere Extrem zu wechseln.“ Ein weiteres Problem für chronisch Lungenkranke sei natürlich, dass im Winterhalbjahr vermehrt Erkältungs- und Grippeviren kursieren, die schwere Auswirkungen wie Bronchitis und Lungenentzündungen haben können.
Obwohl auch körperliche Anstrengung asthmatische Beschwerden auslösen kann, ist es für Asthmatiker empfehlenswert, Sport zu treiben und dies auch im Winter fortzusetzen. Grundsätzlich können Asthmatiker auch bei winterlichen Temperaturen draußen Sport treiben, wenn sie einige Verhaltensregeln beachten, betont Dr. Barczok: „Tragen Sie einen Schal über Mund und Nase, um die Atemluft anzuwärmen, bevor Sie sie einatmen. Machen Sie ein paar Aufwärmübungen und etwas Stretching, bevor Sie mit dem Training beginnen – und lassen Sie es ebenso auch mit einer Abkühlphase wieder ausklingen.
Nehmen Sie stets Ihre verschriebenen Medikamente ein, auch wenn Sie gar keine Beschwerden haben sollten. Kleiden Sie sich nach dem Zwiebelschalenprinzip, um unter allen Bedingungen Ihre Körpertemperatur konstant zu halten. Trinken Sie genügend, denn der Körper benötigt auch bei kalter Witterung ausreichend Flüssigkeit.“ Falls es draußen allerdings sehr eisig sei, sollten Asthmatiker lieber eine Indoor-Aktivität wählen. Dann sei darauf zu achten, so Dr. Barczok, dass der Innenraum gut befeuchtet und belüftet ist.
Quelle: Allergikus 4/2011
20.02.12