- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Neurologie - Schlaganfall - Recht und Sozialpolitik - Autofahren nach dem Schlaganfall

Autofahren nach dem Schlaganfall

In wenigen Schritten sicher mobil

Sich einfach hinter das Steuer setzen und los fahren, das ist für die meisten Menschen selbstverständlich und alltäglich. Autofahren ist für alle Altersgruppen von großer Bedeutung, um flexibel und schnell die täglichen Dinge des Lebens zu erledigen. Mobil sein trotz Schlaganfall, mit ein paar persönlichen Vorkehrungen ist das durchaus wieder möglich. Wie, das lesen Sie in unserer Checkliste.

Die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) schreibt vor, dass Betroffene selber Vorsorge für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr treffen. Das bedeutet, sich durch Vorlage von bestimmten Gutachten amtlich die Eignung bestätigen zu lassen.

Wer aber fahruntauglich ist und sich trotzdem hinters Steuer setzt, gefährdet sich und andere, macht sich strafbar und verliert zudem seinen Versicherungsschutz. Einfach darauf zu vertrauen, dass die Behörde nichts vom Schlaganfall mitbekommt, kann schlimme Folgen haben. Der Gesetzgeber verlangt von jedem Führerscheinbesitzer, „in geeigneter Weise Vorsorge” zu treffen. Erschreckend wenig Patienten nehmen sich das zu Herzen. Zudem werden Schlaganfall-Patienten von widersprüchlichen oder falschen Auskünften verunsichert.

Ein Schlaganfall bedeutet nicht, dass man nicht mehr Auto fahren darf. Beachten Sie folgende Hinweise und in wenigen Schritten besitzen Sie wieder einen gültigen Führerschein.

Schritt eins: Gutachten einholen

Lassen Sie Ihre Fahrtauglichkeit überprüfen. Holen Sie zuerst ein fachärztliches Gutachten ein. Das können der Entlassungsbericht einer Reha-Klinik und das Gutachten eines Neurologen mit verkehrsmedizinischer Qualifikation sein. Der Arzt beurteilt, ob weitere Maßnahmen notwendig sind. Dazu zählen beispielweise zusätzliche Fahrstunden, der Besuch beim Augenarzt oder neuropsychologische Untersuchungen. Die Adressen von Ärzten mit verkehrsmedizinischer Qualifikation erfahren Sie von Ihrem Hausarzt oder Neurologen oder dem Gesundheitsamt, TÜV oder der Führerscheinstelle.

Schritt zwei: Behörde informieren

Informieren Sie Ihre Führerscheinstelle und legen Sie dort Ihr ärztliches Gutachten vor. Ihr Gutachten darf nicht älter als sechs Monate sein und sollte eine Aussage über Ihre Fahreignung enthalten. In Einzelfällen ordnet die Behörde zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung an, die sogenannte MPU. Die MPU können Sie bei einer amtlich anerkannten Untersuchungsstelle des TÜV oder der DEKRA vornehmen lassen.

Schritt drei: Fahrzeug umbauen

Können Sie sich nach einem Schlaganfall nur noch eingeschränkt bewegen? Dann lassen Sie prüfen, ob Ihr Fahrzeug umgerüstet werden muss. Im gesamten Bundesgebiet gibt es spezielle KFZ-Betriebe, die Autos maßgeschneidert umbauen. Dort können Sie zum Beispiel das Gaspedal von rechts nach links verlagern und einen Knopf am Lenkrad anbringen lassen. Die Umbaumaßnahmen müssen Sie durch den TÜV oder die DEKRA abnehmen lassen. Mit einem umgerüsteten Fahrzeug müssen Sie außerdem eine Fahrprobe ablegen.

Schritt vier: Fahrtauglichkeit überprüfen

Gewinnen Sie wieder Fahrsicherheit und nehmen Sie Fahrstunden bei einer Behindertenfahrschule. Dort sind die Fahrlehrer speziell geschult, verfügen über langjährige Erfahrung und bereiten Sie gegebenenfalls gezielt auf die Prüfung vor. Die Fahrprüfung legen Sie dann beim TÜV oder bei der DEKRA ab.

Die Entscheidung: Eine Hand liegt auf einem Lenkrad

Haben Sie das fachärztliche Gutachten, eventuell die MPU sowie die Fahrprobe durchlaufen und bei der Führerscheinstelle eingereicht, entscheidet die Behörde, ob Sie weiter Auto fahren dürfen. Achten Sie darauf, dass Sie eine Bestätigung für Ihr abgegebenes Gutachten erhalten. Bis auf wenige Ausnahmen werden Führerscheine der Klasse zwei für Lastkraftwagen und für das Führen von Fahrzeugen der Fahrgastbeförderung wie zum Beispiel Bus, Taxi oder Straßenbahn nicht wieder zugelassen.

Sind Sie infolge einer Behinderung dauerhaft auf Ihr Fahrzeug angewiesen, um zu Ihrer Ausbildungsstätte oder zu Ihrem Arbeitsplatz zu gelangen? Dann versuchen Sie, Kostenbeihilfe zu beantragen. Informieren Sie sich beim Arbeitsamt oder beim Rentenversicherungsträger. Wichtig: Informieren Sie sich rechtzeitig. Grundsätzlich müssen Sie alle Anträge gestellt haben, bevor Sie eine Leistung in Anspruch nehmen.

Unser Tipp: Beantragen Sie einen Behindertenausweis!

Nach einem Schlaganfall können Sie beim Versorgungsamt (Bezeichnung je nach Bundesland unterschiedlich) einen Behindertenausweis beantragen. Wird in Ihrem Ausweis „aG” (Abkürzung für außergewöhnlich Gehbehindert) vermerkt, dürfen Sie Behindertenparkplätze nutzen. Als Besitzer eines aG-Ausweises sind Sie zu 100 Prozent von der KFZ-Steuer befreit. Mit Merkzeichen „G” haben Sie 50 Prozent KFZ-Steuer-Befreiung.

Wenn Sie von der KFZ Steuer befreit sind oder eine Ermäßigung erhalten haben, dürfen nur Sie persönlich als Fahrzeughalter oder zusammen mit einer Begleitperson das Fahrzeug benutzen. Das heißt, Sie dürfen das steuerbegünstigte Fahrzeug nicht anderen Personen überlassen. Zeigen Sie Verantwortungsbewusstsein, haben Sie ein sicheres Fahrgefühl und seien Sie rechtlich abgesichert.

Quelle: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

18.05.11

Newsletter An-/Abmeldung

Code: DDAF

- Anzeige -

Kliniken in Ihrer Nähe

Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Schlaganfall. Verbessern Sie spielerisch Ihr Hintergrundwissen und lernen Wissenswertes über eine der verbreitetsten neurologischen Erkrankungen.

Schriftzug Anzeige