27.09.06

Zucker, wissenschaftlich ausgedrückt Kohlenhydrate, stehen im Mittelpunkt der Diättherapie. Sie lassen den Blutzuckerspiegel unterschiedlich stark ansteigen.
Die größte Wirkung auf den Blutglukosespiegel haben Kohlenhydrate aus der Nahrung. Sie werden im Darm zu Glukose aufgespalten und gelangen über die Darmwand ins Blut.
27.09.06
Einfachzucker
Zweifachzucker
Vielfachzucker
Nicht verwertbare Kohlenhydrate
Das Hormon Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird. Je langsamer der Blutzucker dabei ansteigt, umso besser für den Stoffwechsel.
Insulinpflichtige Diabetiker müssen die gespritzte Insulinmenge auf den Kohlenhydratgehalt ihrer Nahrung abstimmen. Als Maß für den Kohlenhydratgehalt von Lebensmitteln werden zwei Einheiten verwendet, wobei letztere nicht mehr so oft eingesetzt wird:
Für die Umrechnung in Lebensmittel gibt es praktische Kohlenhydrataustauschtabellen. Der Umgang damit und die regelmäßige Blutzuckerselbstkontrolle werden in der Diabetikerschulung gemeinsam mit einer Ernährungsfachkraft trainiert. Sie berechnet auch die täglichen Kohlenhydrateinheiten anhand der individuellen Essgewohnheiten, sodass normalgewichtige Typ-1-Diabetiker heute (fast) so essen können wie Gesunde.
Die Wirkung von zwei Mahlzeiten mit identischem Kohlenhydratgehalt kann dennoch unterschiedlich sein: Die meisten Diabetiker wissen aus praktischer Erfahrung, dass die Blutzuckerwerte nach einem Frühstück mit Orangensaft und Weißbrot deutlich höher ausfallen als nach Vollkornbrot und Jogurt. Die Blutzuckerwirksamkeit eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels über einen Zeitraum von drei Stunden wird als glykämischer Index bezeichnet. Der Wert von Glukose wurde mit 100 festgesetzt, alle anderen Nahrungsmittel erhielten ihrer Blutzuckerwirkung entsprechende Werte, zum Beispiel Spagetti 64, Apfel 35. Bislang ist die Einordnung von Lebensmitteln nach diesem Index noch nicht vollständig abgeschlossen. Doch schon jetzt zeigt sich, dass die Kohlenhydrate in einem Lebensmittel umso langsamer im Blut ankommen, je länger die Verdauungsarbeit im Darm andauert.
Der Blutglukosespiegel steigt langsamer an, wenn die Nahrungsmittel oder Mahlzeiten folgende Eigenschaften haben:
Der glykämische Index zeigt deutlich, dass Diabetiker Lebensmittel, die früher eingeschränkt wurden, wie verschiedene Obstsorten, nicht mehr fürchten müssen. Sie können sich ebenso wie Gesunde an der Ernährungspyramide orientieren.
27.09.06

Ernährungspyramide Erwachsene
27.09.06
Zucker und gezuckerte Lebensmittel sind für Diabetiker nicht tabu. 10 Prozent der Kalorien am Tag (30-50 Gramm täglich) können aus Zucker und gezuckerten Lebensmitteln bestehen. Doch Vorsicht: Die “versteckten Zucker”, zum Beispiel in Konfitüre, Gebäck oder Limonade, zählen ebenfalls hierzu.
Zum Süßen können Diabetiker auch Süßstoffe wie Saccarin, Acesulfam-K oder Cyclamat verwenden. Süßstoffe haben eine wesentlich höhere Süßkraft als Saccharin (Haushaltszucker). Sie liefern jedoch keine Kalorien und erhöhen nicht den Blutzuckerspiegel. Nahrungsmittel, die Süßstoffe enthalten, tragen einen entsprechenden Hinweis. Sie lassen sich auch anhand einer E-Nummer erkennen.
Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose, Sorbit, Isomaltit oder Xylit haben im Gegensatz zu den Süßstoffen einen ähnlichen hohen Energiegehalt wie Saccharose. Zwar lassen sie den Süßstoffen einen ähnlichen hohen Energiegehalt wie Saccharose. Zwar lassen sie den Blutzuckerspiegel nicht so rasant ansteigen, liefern aber trotzdem Kohlenhydrate. Bei übermäßigem Verzehr können sie zu Durchfällen führen. Bis auf eine verminderte Kariesbildung haben sie daher für Diabetiker keine Vorteile.
Quelle: aid infodienst / Internetportal www.was-wir-essen.de
Autorin: Dorle Grünewald-Funk
27.09.06