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Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs handelt es sich um bösartige Neubildungen, die aus Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) entstehen. Die Bauchspeicheldrüse ist eine der größten Drüsen des Menschen. Sie gibt sowohl Verdauungssekrete als auch Hormone ab. Die Bauchspeicheldrüse liegt zwischen Magen, Milz und Leber im Oberbauch und ist rund 15 cm lang und 70 g schwer.

Formen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

In der Mehrzahl der Fälle geht Bauchspeicheldrüsenkrebs von Zellen des sog. exokrinen Drüsengewebes aus, das auch den größten Anteil am gesamten Zellgewebe des Organs hat. Exokrin heißt, dass Sekrete an äußere Organe (z. B. die Haut) oder an die Oberfläche innerer Organe (z. B. den Darm) abgeben werden. Die Bauchspeicheldrüse gibt u. a. über kleine Ausführungsgänge Verdauungssekrete an den Zwölffingerdarm ab. Die Tumoren des exokrinen Gewebes werden auch als duktale exokrine Tumoren bezeichnet.

Nur selten kommen sog. Inselzellkarzinome vor, d. h. Tumoren, die sich aus den Zellen der Langerhansschen Inseln entwickeln. Diese Zellen werden auch Inselzellen genannt. Sie produzieren das Hormon Insulin, das u. a. für die Regulierung des Blutzuckerspiegels verantwortlich ist. Wird wie in diesem Fall das Drüsensekret in die Blutbahn abgegeben, handelt es sich um eine endokrine Drüse.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist selten

Bezogen auf die gesamte Zahl der Krebserkrankungen ist Bauchspeicheldrüsenkrebs vergleichsweise selten. In Deutschland erkranken jährlich 12.900 Menschen neu an einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom. Das entspricht ungefähr 3 % der Krebsneuerkrankungen. Unter den Patienten sind rund 6.300 Männer und ca. 6.600 Frauen. Beide Geschlechter sind demnach ungefähr gleich häufig von dieser Krebsart betroffen. Männer sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung im Mittel 69 Jahre und Frauen 76 Jahre alt.

Weltweit am häufigsten tritt Bauchspeicheldrüsenkrebs in Tschechien auf. Die Bundesrepublik rangiert im internationalen Vergleich der Neuerkrankungsraten im oberen Segment.

Antje Habekuß

02.02.09

Wissenswertes zum Bauchspeicheldrüsenkrebs

Für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs ist es aus verschiedenen Gründen schwierig, sich ausreichend und ausgewogen zu ernähren. Insbesondere viele Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden an ungewolltem Gewichtsverlust. Bedingt durch den Bauchspeicheldrüsenkrebs werden Fett und Muskelproteine gleichermaßen abgebaut, der Körper wird mehr und mehr geschwächt. Daneben können auch die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie zu einem Gewichtsverlust führen. Besteht bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs die Gefahr einer Mangelernährung, sollten sich Patienten zügig professionelle Unterstützung in Form einer Ernährungstherapie suchen. Je eher diese beginnt, desto einfacher ist es für die Betroffenen, wieder Gewicht aufzubauen. Außerdem führt sie bei Patienten mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs nachweislich zu einem besserem Therapieerfolg und einer höheren Lebensqualität.

Zustand nach Operationen aufgrund der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein Ausfall einer der beiden Funktionen der Bauchspeicheldrüse – die Bildung von Verdauungssaft bzw. die Produktion der Hormone – hat auf Dauer lebensbedrohliche Auswirkungen. Deswegen müssen beide Funktionen nach einer vollständigen Entfernung der Bauchspeicheldrüse durch Medikamente und eine ausgewogene, speziell abgestimmte Diät ausgeglichen werden. Nach einer Teilentfernung muss der Arzt entscheiden, ob die natürliche Funktion des Restorgans ausreicht oder ob zusätzlich Verdauungsenzyme bzw. Insulin zugeführt werden müssen.

Allgemeine Ernährungsempfehlungen bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs

Günstig ist, dass Patienten mit einem Bauchspeicheldrüsenkrebs mehrere kleinere Mahlzeiten (5 bis 7) pro Tag zu sich zu nehmen. Dies erleichtert die Arbeit des Verdauungssystems. Empfehlenswert ist eine leichtverdauliche Kost mit ausreichendem Eiweißanteil. Enzympräparate sind am besten während jeder Mahlzeit mit etwas Flüssigkeit einzunehmen, um eine Vermischung mit der Nahrung zu ermöglichen. Ein Arzt oder ein professioneller Ernährungsberater weiß, wie viel Fett die Nahrung enthalten darf. Es kann einige Zeit dauern, bis der Patient wieder zunimmt.

Ernährungsempfehlungen für die Fettverdauung bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die Störung der Fettverdauung ist ein Symptom bei einem Ausfall der Bauchspeicheldrüse nach dem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Da die Verdauungsenzyme teilweise oder völlig fehlen, kann die Spaltung der Nährstoffe unzureichend oder überhaupt nicht mehr stattfinden. Viele Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden neben dem Gewichtsverlust am so genannten Fettstuhl – einem grau gefärbten, geruchsintensiven, durchfallartigen Stuhl, der die nicht ausreichend verdauten Fettbestandteile enthält. Vertragen Betroffene mit Bauchspeicheldrüsenkrebs normale Fette nicht gut oder können sie Verdauungsprobleme durch Enzympräparate nur begrenzt ausgleichen, stehen sogenannte MCT-Fette zur Verfügung. Diese sind sehr leicht verdaulich und werden unabhängig von Enzymen über die Darmwand in den Organismus aufgenommen. MCT-Fette werden als spezielle Streichfette und Speiseöle sowie in verarbeitetem Zustand (Brotaufstriche, Sonderkostzubereitungen etc.) angeboten und sollten allmählich in die Kost eingebaut werden. Durch die gestörte Fettverdauung ist auch die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K in Mitleidenschaft gezogen. Die meisten Patienten erhalten deshalb jeden Monat eine Injektion mit diesen Vitaminen. Dennoch sollten diese Vitamine nicht in der Nahrung fehlen, da ein gewisser Teil ungeachtet der beeinträchtigten Fettverdauung aufgenommen werden kann.

Empfehlungen bei Beeinträchtigungen des Zuckerstoffwechsels bei einem Bauchspeicheldrüsenkrebs

Ein Bauchspeicheldrüsenkrebs kann mit einer Beeinträchtigung des Zuckerstoffwechsels einhergehen. Zwar hat der Tumor selbst im Allgemeinen keinen Einfluss auf die Insulinproduktion, aber nach der Entfernung der gesamten Bauchspeicheldrüse tritt wie beim klassischen Diabetiker eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) auf. In diesem Fall ist der Zuckerstoffwechsel durch eine Diabetes-Diät sowie Insulin-Spritzen zu steuern.

Lioba Hofmann

02.02.09

Bauchspeicheldrüsenkrebs
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