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Begleiterkrankungen bei COPD

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine systemische Erkrankung, die sich auf viele verschiedene Organe des Körpers auswirken kann. So leiden COPD-Erkrankte oft auch an Osteoporose, Diabetes melitus oder Depressionen.

Osteoporose

Menschen mit COPD leiden unter einer systemischen Entzündung, die laut Prof. Morr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lungenstiftung die Entstehung von Knochenschwund, der sog. Osteoporose, begünstigt. Hinzu kommt, dass COPD-Betroffene häufig rauchen, sich wenig bewegen und nur mangelhaft ernähren. Aber auch bestimmte Medikamente wie orale Kortison-Medikamente verringern die Knochendichte. All dies erhöht das Risiko einer Osteoporose zusätzlich.

Um einer Osteoporose vorzubeugen, sollten Betroffene laut Deutscher Lungenstiftung aufhören zu Rauchen und auf eine Kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung achten. Vor allem in Milchprodukten wie Hartkäse und Joghurt, aber auch in einigen Gemüsesorten wie Brokkoli und Grünkohl ist viel Kalzium enthalten. Fisch, Eier, Milch und Butter sind reich an Vitamin D. Betroffene sollten zudem jeden Tag mindestens eine halbe Stunde bei Tageslicht verbringen, da der menschliche Körper Sonnenlicht zur Herstellung von Vitamin D benötigt. Phosphat und Oxalsäure sollten gemieden werden, denn diese Stoffe verhindern, dass sich Kalzium in die Knochen einlagert. Phosphat und Oxalsäure sind u. a. in viel Fleisch, Schmelzkäse, Softdrinks oder schwarzem Tee enthalten. Auch regelmäßige Bewegung kann übermäßigem Knochenschwund vorbeugen. Geeignet sind Sportarten wie Krafttraining oder Spazierengehen, da diese die Muskulatur aufbauen.

Diabetes mellitus

Laut Deutscher Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) leidet jeder dritte COPD-Patient auch an Diabetes mellitus. Diese chronische Stoffwechselerkrankung führt zu einem erhöhten Blutzucker. Ursache ist eine fehlende oder zu niedrige Produktion (Insulinmangel) oder eine abgeschwächte Wirksamkeit (Insulinresistenz) des Hormons Insulin.

Bei keiner oder unzureichender Behandlung der Stoffwechselerkrankung kann die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße gestört werden (sog. Mirkoangiopathien) und so verschiedene Organe wie Augen oder Nieren schädigen. Werden große Blutgefäße geschädigt (sog. Makroangiopathie), können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie z. B. die Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkrangefäße) oder die periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Extremitäten) entstehen. Die beste Möglichkeit, um Diabetes vorzubeugen, sind der Verzicht auf das Rauchen, eine ausgewogene sowie gesunde Ernährung und Bewegung.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Menschen, die an COPD erkrankt sind, haben oftmals einen erhöhten Blutdruck (ca. 66 %), eine Herzschwäche (ca. 33 %) oder Vorhofflimmern (ca. 25 %), so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Auch Lungenhochdruck, Rechtsherzinsuffizienz oder – im schlimmsten Fall – ein Lungenherz sind mögliche Begleiterkrankungen. Da zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen Tabakkonsum, körperliche Inaktivität sowie eine ungesunde Ernährungsweise zählen, sollten Betroffene aufhören zu Rauchen, sich gesund ernähren und sich bewegen.

Lungenemphysem

Der Begriff Lungenemphysem steht für eine Überblähung der Lungenbläschen oder Alveolen. Diese entsteht, wenn die kleinsten Strukturen der Lunge, die für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zuständig sind, sich zu immer größeren Blasen vereinigen, sodass die Fläche, die für den Gasaustausch notwendig ist, bei einem Emphysem immer kleiner wird. Zudem verliert die Lunge an Elastizität. Die Folge ist ein gestörter Atemfluss, d. h. die Sauerstoffaufnahme nimmt ab. Typische Symptome sind Atemnot vor allem unter Belastung, Erschöpfbarkeit und – in fortgeschrittenem Stadium – Gewichtsabnahme. Präventive Maßnahmen sind krankmachende Substanzen wie Tabakrauch oder arbeitsbedingte Luftverunreinigungen und Schadstoffe am Arbeitsplatz zu meiden.

Depressionen, Angst- und Panikzustände

Psychischen Problemen wie Depressionen, Angst und Panik bei Atemnot sowie Furcht vor dem Fortschreiten der Erkrankung (sog. Progredienzängste) und End-of-Life-Ängste sind häufig. Diese verschlechtern die Lebenssituation und den Krankheitsverlauf und müssen behandelt werden. Neben einer Therapie mit angstlösenden und/oder antidepressiv wirkenden Medikamenten können der Austausch mit anderen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe, eine psychotherapeutische Behandlung oder eine Verhaltens- und Trainingstherapie, bei der die Betroffenen u. a. den Umgang mit der Luftnot erlernen, helfen.

Harninkontinenz

Etwa zwei von drei COPD-Patienten leiden unter Harninkontinenz. Begünstigt wird die Blasenschwäche durch den Husten. Als Therapiemaßnahme, aber auch zur Vorbeugung kann ein gezieltes Beckenbodentraining infrage kommen. Übungen sollten unter fachkundiger Anleitung beispielsweise von Physiotherapeuten erlernt werden. Auch eine Beratung zum Trink- und Entleerungsverhalten kann sinnvoll sein. In manchen Fällen hilft eine medikamentöse Therapie.

Infektionen

Die Flimmerhärchen, die sich in der Atemwegsschleimhaut befinden, werden durch die ständige Reizung gestört und schaffen es nicht mehr, den Schleim abzutransportieren. Wird dieser jedoch nicht entfernt, können sich leicht Bakterien einnisten und schwere Infektionen verursachen. Exspiratorische Atemtherapiegeräte können hier helfen. Durch die Vibration wird der zähe Schleim gelöst und kann von den Betroffenen abgehustet werden. Besonders geeignet sind sog. PEP-Systeme. Atemwegsinfektionen verkomplizieren eine COPD. Daher sollten Betroffene sich regelmäßig gegen Pneumokokken (alle drei bis fünf Jahre) sowie gegen Grippe (einmal im Jahr) impfen lassen.

Schlafapnoe

Laut der Patienten- und Selbsthilfeorganisation COPD und Lunge sollen etwa 10 % bis 20 % der COPD-Betroffenen auch an einer obstruktiven Schlafapnoe leiden. Bei dieser Erkrankung fällt der obere Teil der Atemwege zusammen, wodurch die Atmung beeinträchtigt wird (Obstruktion). Es kommt zu kurzen Atemstillstände (10–90 Sekunden). Die Folge ist ein Abfall des Sauerstoffgehalts im Blut (Hypoxämie). Der Körper reagiert auf diese Aussetzer mit einer Weckreaktion. Der Betroffene fängt das Atmen wieder an. Dieser Vorgang kann sich in der Nacht hundertfach wiederholen. Darunter leidet auch die Qualität des Schlafs. Als Risikofaktor für die Entstehung einer COPD als auch für die obstruktive Schlafapnoe gilt das Rauchen. Um einer Schlafapnoe vorzubeugen, sollten COPD-Betroffene unbedingt das Rauchen einstellen. Weitere Ursachen für eine obstruktive Schlafapnoe sind Übergewicht, Alkohol und bestimmte Medikamente wie Beta-Blocker und Schlafmittel.

Lungenkrebs

Nach Angaben der Deutsche Krebsgesellschaft zählt Lungenkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen. Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Lungenkrebs als auch für COPD ist das Rauchen. So soll das Lungenkrebsrisiko für männliche Raucher 20–30 mal, für weibliche Raucher neunmal so hoch als für Nichtraucher sein, so das Deutsche Krebsforschungszentrum. Problematisch in diesem Fall ist, dass an Lungenkrebs erkrankten COPD-Betroffenen oftmals so geschwächt sind, dass sie eine Operation, bei der die Lunge teilweise entfernt wird, nicht überleben würden. Daher gilt auch in diesem Fall: Tabakkonsum einzustellen. Dann nämlich sinkt das Risiko für eine Lungenkrebserkrankung. Nach 20–30 Jahren ist das Lungenkrebsrisiko eines Ex-Rauchers ähnlich wie das von jemandem, der noch nie geraucht hat.

Quelle: COPD und Asthma 1/2016

07.06.16

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