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Bipolare Störungen

Bipolare Störungen (auch manisch-depressive Krankheit genannt) zählen zu den affektiven Störungen, d. h. zu der Gruppe psychischer Störungen, die den Affekt (Stimmungslage) betreffen. Bei dieser Erkrankung treten manische und depressive Episoden im Wechsel auf. Im Vergleich zu einer unipolaren Störung (gekennzeichnet durch eine nur depressive oder nur manische Stimmung), sind Patienten mit einer bipolaren Störung einem starken Wechsel der Gefühle ausgesetzt. Dabei kann die Stimmung von einer schweren Depression in eine Manie übergehen und umgekehrt.

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Laut der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. sind in Deutschland mindestens 2 Millionen Menschen betroffen. Nur wenige erkennen direkt, dass es sich um eine Erkrankung handelt, und viele suchen daher erst spät einen Arzt auf. Dabei sind eine frühzeitige Diagnose und eine gezielte Behandlung wichtig für den Therapieverlauf.

Für die Diagnose einer bipolaren Störung ist es egal, wie lange die einzelnen Episoden von Depression und Manie anhalten, oder in welchen Abständen sie aufeinander erfolgen. Es lässt sich keine genaue Vorhersage treffen, wie lange eine einzelne Episode dauert, oder wie viele Episoden aufeinanderfolgen.

Depressive Erkrankungen lassen sich prozentual wie folgt unterteilen: Etwa 65 % der Patienten haben einen monopolar depressiven Verlauf, d. h. sie leiden unter einer reinen Depression. 5 % der Patienten haben einen monopolar manischen Verlauf und 30 % einen bipolaren Verlauf, d. h. sie leiden unter dem Wechsel von Depression und Manie.

Erscheinungsformen einer bipolaren Störung

Grundsätzlich können bipolare Störungen in unterschiedlicher Intensität und Form auftreten. Dabei kann es in einigen Fällen eine beschwerdefreie Zeit (Remission, einige Monate bis Jahre) zwischen den Episoden geben. In anderen Fällen gehen die Episoden direkt ineinander über oder zeigen saisonale Muster. Von sog. „Rapid Cyclern“ spricht man dann, wenn die Episoden sich schnell abwechseln und direkt aufeinanderfolgen (vier Episoden in zwölf Monaten).

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der bipolaren Störung:

Bipolar 1
Bei Patienten, die unter Bipolar 1 leiden, beginnt die Erkrankung oft mit einer manischen Episode. Die Anzahl der manischen Episoden überwiegt deutlich die der depressiven Episoden.

Bipolar 2
Die Patienten leiden hierbei unter schweren Depressionen mit zwischenzeitlich mindestens einer leichten manischen Episode. Die Manie ist nicht so stark ausgeprägt wie bei Bipolar 1.

Mischzustände

Bei den sog. Mischzuständen treten manische und depressive Symptome in rascher zeitlicher Abfolge, teilweise auch zeitgleich auf (Bsp.: während die Betroffenen Selbstmordgedanken hegen, zeigt sich ein Redefluss).

Leidensdruck

Patienten mit einer bipolaren Störung stehen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Das ständige Auf und Ab der Gefühle schafft oftmals Identitätsstörungen. Betroffene sind nicht immer in der Lage, ihr Leben zu planen und den Alltag zu bewältigen. Das Leben mit dieser Krankheit ist zur eigenen Sicherheit oft fremdbestimmt. Zudem erhöhen die ständigen Stimmungsschwankungen das Suizidrisiko. Mindestens 20 % der Patienten unternehmen einen Suizidversuch, 15 % versterben nach Angaben der Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e. V. an einem Suizid.

Diana Kürten

28.01.09

Bipolare Störungen
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