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Blasenfunktionsstörungen

Blasenfunktionsstörungen sind zu den häufigen Folgeerkrankungen einer Multiplen Sklerose (MS) zu zählen. 75 – 80 % der MS-Patienten zeigen im Verlauf ihrer Krankheit Symptome einer Blasenfunktionsstörung. Dieses häufige Auftreten ist dadurch zu erklären, dass die Nerven für die Kontrolle der Harnblasenfunktion sehr lang sind. Da eben Nerven bzw. ihre Myelinscheiden bei einer MS geschädigt werden, sind die Nerven der Harnblase aufgrund ihrer großen Angriffsfläche besonders häufig betroffen. Je nach Lage der Läsion, die durch die Krankheit an den Nerven verursacht wird, können drei Formen von Blasenfunktionsstörungen unterschieden werden:

  • Probleme beim Halten des Urins
  • Probleme beim Halten des Urins und beim Entleeren der Blase
  • Probleme beim Entleeren der Blase

Probleme beim Halten des Urins

Probleme beim Halten des Urins stellen die häufigste Blasenfunktionsstörung dar. Die Probleme resultieren in der Regel aus einer so genannten überaktiven Blase. Die Überaktivität entsteht durch eine extrem leichte Reizbarkeit der Muskulatur der Blasenwand, des Detrusors. Man spricht von einer Detrusor-Hyperreflexie. Die Funktion des Detrusors liegt in einer Austreibung des Harns aus der Blase. Wird dieser Muskel nun aufgrund einer Nervenschädigung durch die MS übermäßig oft gereizt und angespannt, kommt es zu einem häufigeren und heftigeren Harndrang, wobei die Menge des tatsächlich abgegebenen Harns sinkt. Es kann schließlich zur Harninkontinenz kommen, wenn der Schließmuskel der Blase dem Druck des Detrusors nicht mehr standhalten kann.

Probleme beim Halten des Urins und beim Entleeren der Blase

Diese Form der Blasenfunktionsstörung stellt insbesondere aufgrund des hohen Risikos, Folgeerkrankungen zu erleiden, ein Problem dar. Die Probleme beim Halten des Urins und beim Entleeren der Blase entstehen aufgrund einer mangelnden Koordination des Zusammenspiels zweier Muskeln, des Detrusors auf der einen Seite und des Schließmuskels (Sphinkter) auf der anderen Seite. Man spricht in einem solchen Fall auch von einer Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie. Die Patienten können nur noch ungenügend Wasser lassen oder die Urinabgabe stoppt plötzlich, obwohl die Blase noch nicht vollständig entleert ist. Somit verbleibt Restharn in der Blase. Dies hat zum einen zur Folge, dass die Blase immer weniger auf Füllungsdruck anspricht und sich so die Beschwerden verstärken. Zum anderen bergen in der Blase verbleibende Harnreste ein großes Risiko, an einer Harnwegsinfektion zu erkranken.

Probleme beim Entleeren der Blase

Probleme beim Entleeren der Blase entstehen im Allgemeinen aus einer so genannten „schlaffen“ Blase. Die Muskulatur in der Blasenwand, der Detrusor, ist schlaff. Man bezeichnet diesen Zustand auch als Detrusor-Hyporeflexie. Folge ist ein nur mangelndes Zusammenziehen der Blase bei der Entleerung, so dass auch in diesem Fall Restharn in der Blase verbleibt und das Risiko für Harnwegserkrankungen steigt.

Lydia Köper

01.03.11

Blasenfunktionsstörungen
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