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Im Bruchteil einer Sekunde änderte sich mein Leben …

Tastbefund, Ultraschall, Mammografie: Nach allen Untersuchungsergebnissen im Sommer 2010 sah es nach einer Zyste aus, die im November entfernt wurde. Erst ein Anruf aus der dermatologischen Praxis, die den kleinen Eingriff vorgenommen hatte, schreckte mich auf: Ich solle mich sobald wie möglich einem Frauenarzt vorstellen.

Man faxte mir einen Befund zu, den ich nicht verstand, aber mit meiner Hausärztin besprechen konnte, bei der ich seit drei Monaten wegen eines Burnout-Syndroms in Behandlung war. Nun bat ich sie, mir den Befund in Patientendeutsch zu übersetzen. Es fing ganz harmlos an, doch dann wurde ihr Gesicht hart, sie schluckte, ihr Blick traf mich und ich spürte, in den nächsten Sekunden wird sich mein Leben verändern: „Sie haben Brustkrebs.“

Upppsss, so also fühlt es sich an, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird! In meinem Kopf jagten sich die Gedanken, auf keinen Fall will ich schon sterben, ich bin doch erst 42 Jahre, und mittendrin kamen mir all die ins Gedächtnis, die zu früh gestorben sind an Krebs … Das Schlimmste war, es meinem Partner mitzuteilen, weil ich Angst hatte, dass es unsere Liebe gefährden könnte … Wie würden wir es bewältigen? Mir liefen die Tränen über die Wangen… Endlich zu Hause angekommen, fiel ich meinem Partner in die Arme und die Wahrheit sprudelte heraus.

Meine Schwester, von Beruf Krankenschwester, empfahl mir, in ein Brustzentrum zu gehen, im Internet fand mein Partner dann auch eines ganz in unserer Nähe. Die Operation im Dezember habe ich bestens überstanden: 11 mm Mammakarzinom, zehn Lymphknoten inklusive der Wächterlymphknoten sind entfernt worden – alle Lymphknoten sind frei von Tumorzellen, Gott sei Dank.

Nach der zweiten Operation kurz vor Weihnachten hatte ich aber richtige Probleme mit dem linken Arm, ich konnte diesen nicht ohne extreme Schmerzen bewegen: Beim Enteessen am Heiligen Abend kam ich mir wie ein Pflegefall vor. Mein Partner musste mir alles mundgerecht schneiden, da mir selbst die Kraft zum Essen fehlte. Erst nach zwei Wochen konnte ich mich wieder einigermaßen schmerzfrei bewegen.

Anfang Januar begann die erste Chemotherapie: Es war total aufregend, in meiner Runde saßen noch zwei Damen, die Brustkrebs hatten, zwei mit Darmkrebs und eine Patientin, deren Körper komplett von Metastasen befallen war. Jede erzählte von ihren Erfahrungen, nicht gerade aufbauend … Danach habe ich nur darauf gewartet, was denn bei mir so alles an Nebenwirkungen kommen würde.

Somit wurde die erste Chemotherapie zur anstrengendsten und nebenwirkungsreichsten von den vier, die ich bislang hinter mich gebracht habe. Um mit der Situation besser umgehen zu können, begann ich schließlich mit Sport, las sehr viel und versuchte, meinen Kopf wieder frei zu bekommen. Zu den wöchentlichen Blutuntersuchungsterminen laufe oder radl ich, auch zur Chemo. Während der Chemotherapie höre ich Musik, lese oder unterhalte mich, doch bei Weitem nicht mehr ausschließlich über Nebenwirkungen.

Die Glatze ist kein Thema für mich, mit ihr lebe ich seit Mitte Januar, ich habe die Rasur per Video aufgenommen. Eine Perücke habe ich, ich habe wieder sieben Kilo zugenommen, was mein Gesicht rundlicher werden ließ. Dank meiner Hausärztin geht es mir den Umständen entsprechend gut, von ihr erhalte ich die Unterstützung der Homöopathischen Medizin. Inzwischen habe ich die fünfte Chemo hinter mir und mein Wunsch ist, dass die Nebenwirkungen auch weiterhin so gering bleiben und aushaltbar wie bisher.

Krebs …, schleichend, hinterhältig und besitzergreifend, dringt er in uns ein. Fast fließend, wie das Blut, gleitet er durch unseren Körper, triumphierend und ohne Rücksicht – nistet er sich ein … Er scheint größenwahnsinnig zu sein, jetzt in dieser Überheblichkeit macht er sich bemerkbar … Angst, Schmerz und Hilflosigkeit halten uns auf Trab, doch auch die Hoffnung, der Glaube und Liebe manifestiert sich fest in uns … Wir schreiten zum Gegenangriff … Jetzt stellt sich raus wer stärker ist, wer den längeren Atem hat …

Quelle: BK 3/11

17.10.11

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