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Trennkost

Bei Trennkost handelt es sich um eine spezielle Ernährungsform, die von Howard Hay, einem 1940 verstorbenen Mediziner, entwickelt wurde. In Deutschland verbreitete sich das Trennkostverfahren durch den deutschen Arzt Ludwig Walb. Trennkost wurde seit Entstehen der Theorien intensiv weiterentwickelt, vor allem in Deutschland und nachdem die ursprünglichen Theorien medizinisch widerlegt werden konnten.

Die Richtlinien von Trennkost basieren vor allem auf der Prämisse, dass kohlenhydrathaltige und eiweißhaltige Lebensmittel nicht zeitgleich im Rahmen einer einzigen Mahlzeit verzehrt werden. Nach der Ernährungsform der Trennkost sind nur wenige Lebensmittel tatsächlich verboten, es werden keine Kalorien gezählt und es darf fast alles gegessen werden, worauf der Mensch Appetit hat. Hülsenfrüchte zählen nach Hay beispielsweise zu den verbotenen Lebensmitteln, da sie sowohl Eiweiß, als auch Kohlenhydrate enthalten.

Kritiker bemängeln, dass nach der Trennkost nach Hay ein Mangel an notwendigen Mineralstoffen wie Eisen und Kalzium auftreten kann, sowie ein Mangel an Vitamin B. Die Trennkost nach Hay gilt inzwischen als überholt und ernährungswissenschaftlich nicht vertretbar.

Für Trennkost gibt es inzwischen mehrere Ansätze, die durch eine Weiterentwicklung der Hay`schen Theorien entstanden sind. So entwickelte beispielsweise der Münchner Arzt Olaf Adam eine ganz eigene Form der Trennkost, auch KFZ-Diät genannt. K steht für Kohlenhydrate, F für Fett und Z für Zwischenmahlzeit. Er trennt hier nicht Eiweiß und Kohlenhydrate, sondern Fett und Kohlenhydrate. Lebensmittel werden bestimmten Farben zugeordnet. Eiweiß, Milch, bestimmte Käsesorten, Fleisch, Fisch, Obst und Wein sind beispielsweise der Farbe gelb zugeordnet, die für Proteine steht. Unter der Farbe grün finden sich Lebensmittel, die als neutral bezeichnet werden wie beispielsweise Eigelb, Milchprodukte, Gemüse, Salat, Kaffee oder Tee. Mit der Farbe blau sind kohlenhydrathaltige Lebensmittel gekennzeichnet wie Kartoffeln und Getreideprodukte, Zucker, Datteln, Feigen, Bananen. Die Richtlinie ist in der Einordnung nach Farben, dass niemals Lebensmittel aus der Gruppe gelb mit Lebensmitteln aus der Gruppe blau kombiniert werden sollen. Gelb und grün dürfen kombiniert werden als auch blau und grün.

Eine weitere Form der Trennkost wurde von Michel Montignac entwickelt und wird als Montignac-Methode bezeichnet. Montignac vertrat die Auffassung, dass weder auf Eiweiß oder Fett, noch auf Kohlenhydrate verzichtet werden sollte. Er teilte allerdings die Kohlenhydrate in gut oder schlecht ein und orientiert sich hier am glykämischen Index. Der glykämische Index gibt an, wie schnell der in der Nahrung enthaltene Zucker den Blutzuckerspiegel erhöht. Montignac vertrat also durchaus eine gewisse Trennung von Lebensmitteln innerhalb einer Mahlzeit, allerdings war er der Auffassung, dass nur die richtige Zusammensetzung wertvoll sein kann. Zu den schlechten Kohlenhydraten zählen für ihn vor allem Mais, Zucker, geschälter Reis, einige Kartoffelsorten, weißes Mehl und Produkte aus weißem Mehl sowie Kartoffeln. Er sah die Wirkung der unterschiedlichen Lebensmittel vor allem im Zusammenhang mit der Bauchspeicheldrüse und der Insulinproduktion im Körper. Die Trennkost nach Montignac gliedert sich in zwei Phasen. Wie bei den meisten Diäten geht es auch bei Montignac in der ersten Phase darum, das Gewicht zu reduzieren. Gleichzeitig soll durch die entsprechenden Lebensmittel die Bauchspeicheldrüse in ihrer Funktion normalisiert werden. In der zweiten Phase soll das Gewicht gehalten werden. Die Trennkost nach Montignac stellt eine dauerhafte Umstellung der Ernährung dar, die möglichst lebenslang eingehalten werden sollte.

Ernährungswissenschaftler kritisieren an der Trennkost nach Montignac einen zu hohen Anteil von Fett und Eiweiß. Mediziner kritisieren die isolierte Betrachtungsweise des Blutzuckergehalts. Allerdings sind auch viele Mediziner gleicher Meinung wie Montignac und entwickeln eigene Theorien über den Zusammenhang von Ernährung und der Funktion der Bauchspeicheldrüse bzw. der Produktion von Insulin.
Im Buchhandel sind zahlreiche Bücher zum Thema Trennkost erhältlich, die auch Rezepte beinhalten und sehr detailliert aufzeigen, welche Lebensmittel kombiniert werden dürfen und welche eher nicht. Grundsätzlich gilt Trennkost als gesunde Ernährungsform, sofern der Speiseplan ausgewogen ist und durch die Lebensmittel sämtliche Vitamine und Mineralstoffe in ausreichender Form dem Körper zugeführt werden. Trennkost sollte von daher nicht als eine Diät für einen festgelegten Zeitraum angesehen werden, sondern als dauerhafte Umstellung der Ernährung, die allerdings eine Gewichtsreduktion zur Folge hat und in Phase II das Ziel hat, das Gewicht zu halten.
Innerhalb der Trennkost werden drei Mahlzeiten pro Tag empfohlen, für Kinder werden vier Mahlzeiten empfohlen. Um den Körper nicht nur an die neue Ernährungsform zu gewöhnen, sondern auch um einen Rhythmus in den Mahlzeiten zu entwickeln, empfiehlt es sich, die Mahlzeiten zu regelmäßigen Zeiten einzunehmen.
Die Ernährung nach den Richtlinien der Trennkost ist eine besondere Ernährungsform, die ebenso viele Befürworter wie Kritiker findet. Grundsätzlich gilt die Trennkost als empfehlenswerte Ernährungsform, sofern die Lebensmittel sorgfältig aufeinander abgestimmt sind.

Monika Celik

21.03.11

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