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Neues Bronchoskopieverfahren am Uniklinikum verbessert die Lungenkrebsdiagnostik

21.05.10.

Die minimalinvasive Technik ermöglicht einen schonenden Blick in bisher unsichtbare Strukturen Das Klinikum der J.W. Goethe-Universität verfügt seit einiger Zeit über ein neues Ultraschallgerät für die Lungenkrebsdiagnostik. Die Entwicklung des endobronchialen Ultraschalls (EBUS) ist einer der bedeutendsten Fortschritte der letzten Jahre auf diesem Gebiet. An der Spitze des Bronchoskopes ist zusätzlich zur üblichen Optik ein Ultraschallkopf eingebaut. Dieser ermöglicht nicht nur einen genauen Blick in die Atemwege sondern auch eine sonographische Darstellung der Bronchialwand und der umgebenden Strukturen.

Vergrößerte Lymphknoten oder andere verdächtige Veränderungen am Bronchialsystem oder an der Luftröhre werden durch den Ultraschall dargestellt, und Proben für die Diagnostik können gezielt und unter Sicht gewonnen werden.

Die flexible Bronchoskopie ist schon seit Jahren bei der Diagnostik von Lungenerkrankungen eine schonende, treffsichere Methode – und das, ohne den Betroffenen Narkosemittel verabreichen zu müssen. Allerdings konnte man durch die herkömmliche Spiegelung der Atemwege bisher nur die innere Oberfläche der Schleimhaut in den Bronchien sehen, nicht aber wie es darunter aussieht. Um die Diagnose zu sichern, ist dabei häufig eine Probengewinnung aus den tieferen Schichten der Bronchialwand oder des umgebenden Gewebes erforderlich. Da im Brustkorb aber das Herz und die großen Gefäße liegen, kann es riskant sein, „blind“ Proben zu gewinnen. Für eine Entnahme von Gewebeproben war deshalb im Bereich des Mediastinums (Mittelfellraum) bisher eine endoskopische Operation mit Gewebeentnahmen unumgänglich, um eine genaue Beurteilung treffen zu können.

Prof. Dr. T.O.F. Wagner, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie und Allergologie des Uniklinikums Frankfurt, erklärt: „Mit diesem neuen Verfahren sind wir am Uniklinikum in der Lage, mit kleinstmöglicher Belastung, teilweise ambulant, die Diagnostik zu vervollständigen und so die Patienten schneller beraten und behandeln zu können. Für die weitere Vorgehensweise, beispielsweise die Frage, ob ein Tumor operiert werden kann, müssen wir wissen, ob Lymphknoten befallen sind und wie es unter der Schleimhaut aussieht.“ Der Spezialist für Pneumologie ergänzt: „Nur wenn alle Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung stehen, kann man sich im Sinne des Patienten für den besten Weg zum Ziel entscheiden und natürlich auch die Behandlungsmethode gemeinsam auswählen“.

Das Lungenkarzinom ist beim Mann der am häufigsten zum Tod führende Krebs, bei Frauen nimmt diese Krebsart als Todesursache zu. Jährlich sterben in Deutschland mehr als 40.000 Menschen an Lungenkrebs, Tendenz steigend. Auch wenn noch die Mehrzahl der Patienten nicht geheilt werden kann, sind durch frühzeitige Diagnose und stadiengerechte Therapie heute für alle Betroffenen eine Verbesserung der Lebensqualität und häufig eine Erhöhung der Lebenserwartung möglich.

Quelle: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main

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