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Die Lippenbremse – wichtig für COPD-Patienten

Einfache Atemtechnik hilft, Atemnot im Alltag besser zu meistern

Auftretende Atemnot im Alltag können Patienten mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD oder Asthma) oft mit einer einfachen Atemtechnik – der sog. dosierten Lippenbremse – lindern. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Berlin hin. „Bei Kurzatmigkeit, z. B. unter körperlicher Belastung oder nach angestrengtem Husten, kann die Atemtechnik der dosierten Lippenbremse – insbesondere für Patienten mit COPD – oft sehr hilfreich sein und die medikamentöse Therapie wirkungsvoll ergänzen“, erläutert Dr. Konrad Schultz, Bad Reichenhall.

„Insbesondere bei COPD neigen die durch die Erkrankung instabil gewordenen Bronchien dazu, beim Ausatmen zusammenzuklappen, was die Atmung stark erschwert. Zweck der dosierten Lippenbremse ist, dieses Kollabieren zu verhindern, indem die Luft beim Ausatmen mit den Lippen etwas abgebremst und so ein leichter Widerstand aufgebaut wird. Dies erzeugt einen leichten Gegendruck, der sich von den oberen Atemwegen in die unteren Atemwege fortsetzt und so verhindert, dass dort die kleineren Bronchien kollabieren. In der Folge kann die Ausatemluft besser aus der Lunge herausströmen und somit auch wieder mehr frische Luft eingeatmet werden. Um die dosierte Lippenbremse durchzuführen, legt man bei der Ausatmung durch den Mund die Lippen locker aufeinander, sodass ein leises Strömungsgeräusch entsteht. Dabei die Lippen nicht zusammenpressen und darauf achten, dass man möglichst langsam ausatmet, um die Dauer des Ausatmens bewusst zu verlängern. Das verringert die Atemnot oft spürbar – Sie werden ruhiger und weniger verkrampft atmen.“

Regelmäßige Anwendung der Lippenbremse empfohlen

Patienten sollten die Lippenbremse nicht nur bei Atemnot, sondern möglichst regelmäßig benutzen. „Damit können viele Betroffene erreichen, dass ihre Atemwege trotz chronischer Verengung offenbleiben und sie besser ausatmen können“, erklärt Dr. Schultz. „Setzen Sie die Lippenbremse auf jeden Fall immer dann ein, wenn Sie etwas machen, dass Sie außer Atem bringt, wie z. B. Treppensteigen oder Einkaufstüten Schleppen. Entscheidend ist dabei, die Lippenbremse schon präventiv zu Beginn der Belastung einzusetzen – also nicht erst, wenn die Kurzatmigkeit bereits eingetreten ist. Üben Sie diese Technik konsequent und regelmäßig, damit Sie diese bei jeder Form von Belastung sicher und automatisch anwenden können.“

Auch für den Notfall gewappnet sein

Grundsätzlich gilt: Je schwerer eine Atemwegserkrankung, umso wichtiger ist auch das andauernde Anwenden der Lippenbremse. „Das gilt vor allem bei körperlicher und seelischer Belastung“, betont Dr. Schultz. „Wer die dosierte Lippenbremse regelmäßig übt, kann außerdem sicherstellen, dass er diese Atemtechnik auch im Notfall beherrscht. Wer schon einmal unter Luftnot gelitten hat, kennt ja das damit einhergehende, beklemmende Gefühl der Angst zu ersticken. Panik gilt es in solchen Situationen allerdings zu vermeiden, um die Atemnot nicht noch zu verschlimmern. Vielmehr ist es eine wesentliche Hilfe zur Selbsthilfe, die Lippenbremse auch in Notsituationen durchführen zu können, um die akute Atemnot effektiv zu lindern. Diese und weitere Atemtechniken sowie Atem erleichternde Körperstellungen können Lungenpatienten auch unter Anleitung in einer Patientenschulung oder in einer Lungensportgruppe bzw. Lungen-Reha erlernen.“

Quelle: COPD und Asthma 1/11

05.03.12

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