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Colitis ulcerosa: Ursachen und Entstehung

13.01.09.

Bis heute ist es Medizinern noch nicht gelungen, die Ursachen für die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa zu entschlüsseln. Inzwischen sind sich die Forscher jedoch einig, dass gestörte Mechanismen im Immunsystem hinter den krankhaften Prozessen stecken. Aus diesem Grund zählt man die Colitis ulcerosa zu den sog. Autoimmunkrankheiten.

Gestörte Barrierefunktion des Darms kann zu CED führen

Nach bisherigen Erkenntnissen gehen Wissenschaftler davon aus, dass chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren ausgelöst werden. Im Verdacht stehen u. a. genetische Veranlagung, Lebensweise und Umwelteinflüsse. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn entstehen wahrscheinlich dann, wenn die Barrierefunktion der Darmschleimwand gestört ist. Folge davon ist, dass die natürlichen Schutzmechanismen der Darmschleimhaut gehemmt werden und dadurch vermehrt Entzündungen auftreten können.

Colitis ulcerosa hat genetische Ursachen

Das familiär gehäufte Auftreten von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen legt den Schluss nahe, dass es erbliche Komponenten geben muss, die an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind. Mediziner versuchen daher seit Jahren, genauere Kenntnisse über die genetischen Ursachen für Colitis ulcerosa bzw. Morbus Crohn zu erlangen. Nachdem bereits mehrere Gene gefunden werden konnten, die im Zusammenhang mit Morbus Crohn stehen, konnten im Jahr 2008 erstmalig auch Gene identifiziert werden, deren Abweichung vom gesunden Erbmaterial die Entstehung von Colitis ulcerosa begünstigt. Darüber hinaus sind Genvarianten bekannt, die sowohl Morbus Crohn als auch Colitis ulcerosa hervorrufen können. Neben britischen Forschern sind es u. a. deutsche Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität Kiel, die sich um die Aufdeckung der genetischen Faktoren verdient machen.

Hygiene: Manchmal zuviel des Guten?

Experten vermuten, dass bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eine übertriebene Hygiene als Auslöser fungieren kann. Bekannt ist diese Hygiene-Hypothese beispielsweise auch aus der Ursachenforschung bei Allergien und Neurodermitis. Ein Hinweis darauf ist, dass diese Erkrankungen in Industrienationen immer weiter auf dem Vormarsch sind. Vermutlich führt die moderne Lebensweise dazu, dass die Krankheit bei bestehender genetischer Veranlagung ausgebildet wird. Es bestehen Hinweise darauf, dass dem Immunsystem von Kleinkindern ein Leben auf dem Bauernhof mit Kontakt zu Nutztieren und weniger keimfreier Umgebung gut bekommt. Möglicherweise könnte dadurch das Risiko u. a. von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen gesenkt werden.

Spülmittelrückstände konnten im Tierversuch CED auslösen

Mediziner vermuteten schon länger einen Zusammenhang zwischen der wachsenden Zahl von CED-Patienten und der Aufnahme von Wasch- bzw. Spülmittelrückständen über die Nahrung. Seit neuestem gibt es Daten aus Tierversuchen, die diese Hypothese stützen. Mäuse bekamen über längere Zeit spülmittelhaltiges Trinkwasser. Es lies sich beobachten, dass diese Tiere über das zufällige Maß hinaus eine chronische Colitis entwickelten.

Antje Habekuß

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