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Was ist Compliance?

Compliance (Therapietreue) wird definiert als die Bereitschaft eines Patienten zur Mitarbeit bei diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen wie beispielsweise die Zuverlässigkeit, mit der therapeutische Anweisungen befolgt werden (Verordnungstreue).

COPD oder Asthma bronchiale gehören zu den chronischen Atemwegserkrankungen. Dabei bedeutet der Begriff chronisch, dass die Krankheit dauerhaft besteht. Bei Asthma bronchiale beispielsweise liegt eine ständige Entzündung der unteren Atemwege vor, die durch bestimmte Auslöser verstärkt wird. Wird dieser Reizzustand nicht behandelt und werden die Auslöser nicht gemieden, sinkt die Auslöseschwelle für Asthmaanfälle und die Schwere nimmt zu. Auch COPD muss dauerhaft behandelt werden, um Exazerbationen (Krankheitsverschlechterungen) zu verhindern und die Lebensqualität zu erhalten. Bei beiden Erkrankungen ist daher Therapietreue besonders wichtig. Diese hängt u. a. von der Persönlichkeit, dem Leidensdruck, dem Krankheitsverständnis des Betroffenen, den erforderlichen Verhaltensänderungen sowie dem Verhältnis zwischen Arzt und Patient ab.

Schlechte Compliance bei obstruktiven Atemwegserkrankungen

Laut lungenaerzten-im-netz.de liegt die Therapietreue der COPD-Betroffenen zwischen 45 und 70 %. Die Zeitschrift Der Allgemeinarzt meldet dagegen, dass die Compliance bei obstruktiven Atemwegserkrankungen (Asthma bronchiale, COPD, Lungenemphysem) unter 40 % liegt. So soll beispielsweise nur etwa jeder Dritte Asthmatiker regelmäßig seine Kortisonmedikamente einnehmen.

Was fördert die Compliance?

Die Compliance wird positiv beeinflusst, wenn Betroffene über ihre Erkrankung und die Therapie Bescheid wissen, wenn sie innerlich bereit sind, diese Therapie durchzuführen. Zudem erhöhen Faktoren wie eine leichte Durchführbarkeit, wenige Klinikeinweisungen oder kurze Aufenthaltsdauern die Compliance. Wichtig ist auch ein partnerschaftliches Verhältnis zum Arzt. Grundlage für so ein Verhältnis ist eine gute Kommunikation, d. h., der Arzt sollte seinen Patienten zuhören, sie ausreden lassen und sich Zeit für Erklärungen nehmen. Auch ein einfühlsamer Ton des Arztes und klare Anweisungen, die für die Patienten verständlich sind, helfen, ein partnerschaftliches Verhältnis aufzubauen.

Weitere Faktoren, die die Therapietreue erhöhen, sind:

  • Ein hoher Leidensdruck der Betroffenen
  • Durch die Teilnahme an Schulungen kann beispielsweise die richtige Inhalationstechnik geübt werden. Fehler in der Inhalationstechnik reduzieren den Wirkstoff, der die Lungen erreicht, und gefährden dadurch den Behandlungserfolg.
  • erworbenes Wissen beispielsweise durch die Teilnahme an Infoveranstaltungen
  • Einbeziehen des sozialen Umfeldes wie Angehörige, Freunde, Arbeitskollegen
  • Gedächtnishilfen sind sinnvoll und beugen dem Vergessen vor. Bewährt hat sich hier, wenn das Medikament immer am selben Ort aufbewahrt wird und die Einnahme des Arzneimittels in die Tagesroutine (z. B. Einnahme immer vor dem morgendlichen Zähneputzen) integriert wird.

Tipps zur Verbesserung der Compliance bei chronischen Atemwegserkrankungen

Speziell für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen gilt: Das Inhalationssystem sowie das Medikament sollten zum Betroffenen „passen“. Beispielsweise kann nur genügend Arzneistoff in die Bronchien gelangen, wenn der Betroffene die vorgeschriebene Inhalationstechnik auch korrekt durchführt. Dabei erfordern die Inhalationssysteme Dosieraerosol und Pulverinhalator verschiedene Vorgehensweisen. Beim Dosieraerosol muss man den Sprühstoß mit dem Einatmen koordinieren, was etwas Übung bedarf. Problematisch bei Pulverinhalatoren kann dagegen das schnelle Einatmen sein. Wird dieses System verwendet, sollte der Betroffene über eine gewisse Einatmungsfähigkeit verfügen. Es kann sinnvoll sein, statt zwei Medikamenten ein entsprechendes Kombimedikament anzuwenden. Dies reduziert die Anzahl der Arzneimittel, die der Betroffene täglich einzunehmen bzw. zu inhalieren hat.

Quelle: COPD und Asthma 3/2016

20.10.16

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