- Anzeige -
Curado.de Logo

Sie sind hier: Startseite - Krankheiten - Hauterkrankungen - Juckreiz - Dauerjuckreiz – Ursachen und Behandlung der „Volkskrankheit“

Dauerjuckreiz – Ursachen und Behandlung der „Volkskrankheit“

Bis zu 17 % der Bevölkerung betroffen

Chronischer Juckreiz ist bereits eine Art Volkskrankheit. Bis zu 17 % der Bevölkerung sind laut einer Studie der Universitätsklinik Münster betroffen. Bei Patienten über 65 Jahren liegt die Rate sogar bei bis zu 23 %.

Die Ursachen für das Jucken sind vielfältig: „Nicht nur Hauterkrankungen, sondern auch neurologische und psychiatrische Erkrankungen lösen Juckreiz aus“, so Ständer. Unter ihrer Leitung wird das „Pruritus“ genannte Symptom in Münster in einem interdisziplinären Kompetenzzentrum angegangen. Die Pruritus-Forschung steckt noch in den Kinderschuhen – lange wurde das Phänomen vernachlässigt. „Als Einzelsymptom wurde ihm nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt, da man die Neurobiologie des Symptoms nicht verstand und davon ausging, dass mit Therapie der Grunderkrankung auch das Symptom verschwindet“, sagt Ständer. In vielen Fällen laufe Juckreiz allerdings nicht synchron mit der Grunderkrankung. Daher sei oft eine spezielle Versorgung notwendig. Therapieempfehlungen enthält die Leitlinie Juckreiz (www.awmf-online.de).

Stress fördert die Beschwerden

Während akuter Juckreiz, etwa nach einem Mückenstich, meist schnell vorbeigeht, ist der chronische Juckreiz krankhaft. Häufig wird er zu einer schweren körperlichen und seelischen Belastung. Wer über einen Zeitraum von mehr als sechs Wochen kontinuierlich darunter leide, solle unbedingt ärztliche Hilfe suchen, rät die Fachmedizinerin. In einer Juckreiz-Sprechstunde geht sie gemeinsam mit ihren Patienten auf Spurensuche. Die Liste der möglichen Auslöser ist lang: Hauterkrankungen, innere Störungen in der Leber- oder Nierenfunktion, Vitaminmangel, Zuckerkrankheit, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Darmerkrankungen, Einnahme bestimmter Medikamente oder in seltenen Fällen bösartige Erkrankungen. Aber auch Stress, etwa durch zunehmende Belastung im Beruf oder in der Familie, könne als Ursache in Betracht kommen. „Stress fördert die Entstehung von Juckreiz und bei bereits bestehendem Juckreiz verschlechtert er diesen“, so die Hautärztin.

Teufelskreis muss durchbrochen werden

Jährlich werden rund 1.300 Patienten in dem Kompetenzzentrum betreut. Eine Therapie umfasst häufig einen stationären Aufenthalt und kann schwierig sein. Bei bis zu 70 % der Patienten lässt sich chronischer Juckreiz aber wirksam behandeln. „Erste-Hilfe-Maßnahmen“ für zu Hause: Tragen von luftiger, nicht-synthetischer Kleidung, kurzes Anlegen von feuchten oder kühlenden Umschlägen, kaltes Duschen sowie das Eincremen zur Rückfettung der Haut. Einige Patienten kürzen die Nägel und tragen nachts Handschuhe. Tagsüber kann das Kratzen auf kleine Kratzkissen umgeleitet werden. Wichtig sind solche Hausmittel v. a., damit der Teufelskreis aus Jucken und Kratzen durchbrochen wird. Kratzen stillt zunächst das Jucken, doch das Aufkratzen der Haut verursacht wiederum juckende und entzündliche Hautveränderungen. Der Kratzwunsch verschwinde aber nachhaltig erst bei Therapie des Juckreizes, so Ständer. (apn)

Aus Patient und Haut 2010

16.08.10

Newsletter An-/Abmeldung

Code: FCGX