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Depression: Therapie

26.01.09.

Die Wahl der therapeutischen Mittel bei Depressionen ist abhängig davon, welcher Schweregrad der Erkrankung vorliegt. Wichtigste Säulen der Behandlung sind zum einen die Psychotherapie und zum anderen die Pharmakotherapie mit sog. Antidepressiva. Nach Möglichkeit werden beide Behandlungsformen miteinander kombiniert.

Psychotherapie

Es gibt zahlreiche verschiedene psychotherapeutische Behandlungsmethoden. Eine davon ist die kognitive Verhaltenstherapie. Sie hat zum Ziel, eingefahrene negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu erkennen und zu verändern und positive Wahrnehmungen zu verstärken. Patient und Therapeut arbeiten hierbei gemeinsam an der Umsetzung. Auch Gruppenarbeit wird mitunter eingesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Patient ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg der Therapie.

Weitere Formen der Psychotherapie sind die allgemeine Beratung zur Problembewältigung, die Gesprächstherapie und die Psychoanalyse. Es ist darüber hinaus möglich, Methoden aus den verschiedenen Behandlungsformen zu kombinieren.

Medikamentöse Therapie

Bei Depressionen kommt es vermutlich zu einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, die die Signale zwischen den Nervenzellen vermitteln. Dieses Ungleichgewicht kann mithilfe von Arzneimitteln beeinflusst werden. Die Medikamente erhöhen die Verfügbarkeit der Botenstoffe im Gehirn und fördern so die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen.

Heute gibt es mehrere Formen verschiedener Antidepressiva. Die sog. trizyklischen Antidepressiva,
deren Name sich aus ihrem chemischen Aufbau herleitet (drei Ringsysteme), werden bereits seit Längerem eingesetzt. Neben Serotonin und Dopamin hemmen sie auch die Wiederaufnahme anderer Botenstoffe, u. a. Histamin und Noradrenalin. Sie wirken stimmungsaufhellend, aktivierend oder schlaffördernd auf den Organismus. Außerdem werden sog. Monoaminooxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) angewandt, die den Abbau von Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin und Serotonin (sog. Amine) verhindern.

Neuere Medikamentengruppen wirken gezielt auf bestimmte Neurotransmittersysteme ein. So hemmen z. B. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) oder auch Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (NARI) die Aufnahme des jeweiligen Botenstoffs in den Speicher und erhöhen so dessen Konzentration im Gehirn. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI) wirken auf beide Botenstoffe ein. Der Wirkmechanismus von sog. atypischen Antidepressiva beruht nicht auf der Hemmung der Wiederaufnahme, sondern auf der Erhöhung der Ausschüttung der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin.

Auch die Einnahme pflanzlicher Wirkstoffe kann – insbesondere bei leichten Depressionen – hilfreich sein. Häufig wird z. B. Johanniskraut eingesetzt – eine Pflanze, die nach heutigem Kenntnisstand ebenfalls den Botenstoffhaushalt im Gehirn beeinflussen kann.

Lichttherapie bei Winterdepressionen

Bei den sog. saisonal abhängigen Depressionen (SAD), umgangssprachlich auch als Winterdepression oder Winterblues bezeichnet, wird häufig eine Lichttherapie eingesetzt. Dabei wird der Patient mit Licht einer Beleuchtungsstärke von 2.500 bis 10.000 Lux bestrahlt, was die Ausschüttung der Neurotransmitter Serotonin und Melatonin anregt. Bei Bedarf können Winterdepressionen auch medikamentös behandelt werden.

ah

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