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Depression: Ursachen und Entstehung

26.01.09.

Mediziner vermuten aufgrund der bisher vorliegenden Forschungsergebnisse, dass es sich bei Depressionen um Erkrankungen handelt, die aus einem Ungleichgewicht an Botenstoffen im Gehirn resultieren. Wodurch es zu diesem Ungleichgewicht kommt, ist bislang noch nicht genau bekannt. Bisher nehmen Mediziner an, dass Depressionen durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren verursacht werden.

Botenstoffe im Ungleichgewicht

Nervenzellen haben untereinander keine direkte Verbindung. Zwischen ihnen befindet sich der sog. synaptische Spalt, den elektrische Reize ohne Hilfe nicht überwinden können. Botenstoffe, auch Neurotransmitter genannt, übermitteln den elektrischen Impuls daher am synaptischen Spalt von einer Nervenzelle zur anderen. An der Synapse ankommende Impulse bewirken die Ausschüttung eines Botenstoffs. Dieser überwindet den synaptischen Spalt und gelangt über einen Rezeptor in die nächste Nervenzelle, wo erneut ein Impuls ausgelöst wird.

Heute vermuten einige Wissenschaftler, dass bei einer Depression das Gleichgewicht an Botenstoffen im Gehirn gestört ist. Im Verdacht hat man insbesondere die Neurotransmitter Serotonin – auch als sog. „Glückshormon“ bekannt – und Noradrenalin. Da Gedanken, Gefühle und Empfindungen durch Hirnzellenaktivität zustande kommen, kann ein aus der Balance geratenes Reizübertragungssystem sich auch in diesen niederschlagen. In der Therapie von Depressionen versucht man daher, die Konzentration der Neurotransmitter medikamentös auszugleichen.

Andere Forscher haben herausgefunden, dass bestimmte Stresshormone ebenfalls eine Rolle spielen. Auch sie haben einen Einfluss auf die Gehirnaktivität. Sie können gezielt bestimmte Hirnareale aktivieren, um z. B. in einer Gefahrensituation blitzschnelle Reaktionen zu gewährleisten. Dies kann sich jedoch auch auf die Stimmungslage des Menschen auswirken. Forschern des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München ist es gelungen, nachzuweisen, dass sich durch ein vom Gehirn freigesetztes Stresshormon Änderungen im Verhalten hervorrufen lassen, die auch während einer depressiven Episode auftreten können (z. B. verstärkte Angst sowie verminderter Appetit, vermindertes Schlafbedürfnis und verminderte Libido).

Ursachen für Depressionen

Vermutlich hat eine depressive Störung nicht nur eine einzige Ursache. Experten nennen dies multifaktorielle Genese, d. h. mehrere Faktoren müssen gleichzeitig gegeben sein, damit die Erkrankung ausgelöst wird. Zum einen spielen psychosoziale Aspekte eine Rolle. Traumatisierungen und negative Erfahrungen in vorausgegangenen Lebensabschnitten können die Entstehung einer Depression fördern.

Ein weiterer wichtiger Faktor sind die Gene eines Menschen: Mediziner nehmen an, dass es Menschen gibt, die eine genetische Veranlagung für depressive Episoden haben. Bis jetzt ist es jedoch noch nicht gelungen, spezielle Gene zu identifizieren, die das Risiko, an einer Depression zu erkranken, erhöhen.

ah

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