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Trichotillomanie

27.05.09.

Eine Frau greift sich ins Haar

Shutterstock

Die Zwangsstörung Trichotillomanie (TTM) ist nicht sehr bekannt, aber weit verbreitet. Rund um den Globus leiden etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung an dem unwiderstehlichen Drang, sich die Haare am ganzen Körper auszureißen – zum Teil so intensiv, dass sie mit der Zeit kahlköpfig werden. In Deutschland sind schätzungsweise 800.000 Menschen betroffen, Männer und Frauen gleichermaßen.

Die Krankheit wurde schon in der Antike beschrieben, aber erst Ende des 20. Jahrhunderts als komplexe Erkrankung anerkannt wie Pyromanie oder Spielsucht. Der Name Trichotillomanie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie «Vorliebe fürs Haare ziehen».

So harmlos die Störung klingt, so stark können die Betroffenen unter den Symptomen leiden. Meist geht die Erkrankung im Kindesalter oder in der Pubertät los, am häufigsten zwischen 10 und 15 Jahren. Auslöser können Stress sein, traumatische Erlebnisse wie die Scheidung der Eltern oder Mobbing in der Schule. Auch genetische Ursachen können eine Rolle spielen. Aus der Angewohnheit des Haarausreißens kann rasch ein jahrelanger, zerstörerischer Zwang werden.

Betroffene versuchen, die optischen Veränderungen zu verdecken und möglichst geheim zu halten. Isolation, Schuldgefühle bis hin zur Depression sind oft die Folge. Trichotillomanie ist mit Hilfe einer Verhaltenstherapie in den Griff zu bekommen.

Quelle: The Associated Press

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