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Ernährungsrichtwerte bei Typ-1-Diabetes

Sehr geehrter Herr Müller,

ich heiße Sonja S., bin 32 Jahre alt und Typ-1-Diabetikerin. Neulich habe ich irgendwo in den Medien gehört, dass sich die Ernährung von Diabetikern gar nicht von der „normalen“ Ernährung unterscheiden müsste. Nun wollte ich mich mal bei Ihnen erkundigen, ob Sie mir in puncto Kohlenhydratmenge, Fett, Eiweiße und Vitamine Richtwerte oder Empfehlungen geben können. Ich rechne immer noch in BEs. Wie sollte eine ideale Nahrungsaufnahme aussehen“

Sven-David Müller: Die Ernährung von Diabetiker müsste sich von einer gesundheitsbewussten Ernährungsweise nicht oder vielmehr kaum unterscheiden. Leider ist es aber um das Ernährungsverhalten in Deutschland nicht gut bestellt. Ein Drittel der Kosten im Gesundheitswesen geht nach Angaben des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik auf Kosten von Fehl- und Überernährung. Daher dürfen sich Diabetiker auch nicht „normal“ wie die Durchschnittsbevölkerung ernähren, sondern benötigen ein individuelles Ernährungsregime. Diabetesdiät oder vielmehr diabetesgerechte Ernährungsweise bedeutet aber keine salzarme Schonkost, sondern vielmehr eine leckere ausgewogene Kost.

Das absolute Zuckerverbot für Diabetiker ist längst passé. Aber die BE-Berechnung ist keinesfalls veraltet oder nicht mehr notwendig. Nur wenn die Insulinwirkung und -dosis zur Menge der aufgenommenen blutzuckerrelevanten Kohlenhydrate passt, ist überhaupt eine gute Blutzuckereinstellung möglich. Die BE-Berechnung gehört mit der Insulintherapie und der Bewegung sowie Schulung zu den Grundlagen einer modernen Diabetestherapie, natürlich auch bei der Insulinpumpentherapie oder anderen modernen Diabetestherapieformen.

Im Rahmen einer Diabetesdiät sollten 40 bis 50 % der Energie aus Kohlenhydraten stammen. Die Eiweißzufuhr sollte zum Schutz der Nierenfunktion nicht zu hoch sein und 15 Energieprozent nicht übersteigen. Die Fettzufuhr kann zwischen 30 und 40 % liegen, solange die zugeführten Fette ernährungsphysiologisch hochwertig sind. Also hochwertige Öle wie Rapsöl, Leinöl oder Nussöle, Diätmargarine sowie Nüsse, Samen und natürlich fettreiche Fische wie Lachs, Hering und Makrele.

Quelle: BD 4/2011

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