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Obeldicks: Schulung für übergewichtige Kinder, Jugendliche und ihre Eltern

Obelix, den dicksten Freund von Asterix kennt jeder. Er ist groß und schwer. Sein maßloser Wildschwein-Verzehr qualifiziert ihn auf den ersten Blick nicht zum Maskottchen eines Programms für übergewichtige Kinder. Doch die gallische Comicfigur ist auch stark und selbstbewusst und gerade deshalb der richtige Namensgeber für „Obeldicks“.

In einer Kinderklinik lernen unter diesem Titel adipöse Kinder und Jugendliche, wie sie ihre Essgewohnheiten ändern. 15 % der Kinder in Deutschland sind übergewichtig und tragen ein hohes Risiko, später an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Noch bedrohlicher: Etwa ein Drittel der Kinder, die an „Obeldicks“ teilnehmen, leiden unter einer gestörten Glukosetoleranz, der Vorstufe eines Diabetes. „Bei drei bis fünf der 500 übergewichtigen Kinder, die sich pro Jahr an der Klinik vorstellen, ist der Diabetes Typ 2 bereits feststellbar.“

Prof. Dr. Reinehr stellte Betroffenen, Eltern und Gesundheitsinteressierten Behandlungsmöglichkeiten vor. Er empfahl eine sog. „Lifestyle-Intervention“ wie „Obeldicks“, die bei den Lebensgewohnheiten der Jugendlichen ansetzt. Bedenklich stimmte ihn, dass etwa ein Drittel der 1.000 in Deutschland registrierten jugendlichen Typ-2-Diabetiker sich gar nicht behandeln lässt, da die Betroffenen die Frühform des Diabetes nicht spüren, sie deshalb nicht ernst nehmen.

Bewusstes Essen ist entscheidend

Damit es gar nicht so weit kommt, trainieren sich die Kinder bei „Obeldicks“ über einen Zeitraum zwischen sechs Monaten und einem Jahr jene Gewohnheiten ab, die zum Übergewicht führten. Bei den meisten waren das: mangelnde Bewegung, unausgewogene Ernährung und Frustessen. Sechs Mädchen und Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren treffen sich z. B. wöchentlich in der Juniorgruppe. Dass die Kinder Pommes essen und Cola trinken, findet Kursleiterin und Psychologin Katrin Winkel nicht problematisch. Dafür gibt es schließlich die Ampelkarte. Hier tragen die Mädchen und Jungen ein, was sie im Laufe der Woche gegessen haben: grüne Striche für Vollkornbrot, gelbe für Putenschnitzel. Michael hat 13 Striche in der roten Spalte gesammelt. Bei Kursbeginn waren es bis zu 40. Zu wenige Striche innerhalb kurzer Zeit sollen es aber auch nicht werden, denn die Kinder sind in der Wachstumsphase und sollen keine Diät machen. Die Gefahr: Der Jojo-Effekt, bei dem die Kleinen nach ersten Erfolgen umso mehr zunehmen.

Selbstbewusstsein stärken

Stattdessen geht es bei „Obeldicks“ darum, selbstbewusst wie Obelix zu werden. Wie sich zeigte, essen viele Kinder aus Langeweile oder bei vermeidlichen Misserfolgen, weil sie im Sport nicht mitkommen und gehänselt werden, berichtet Katrin Winkel. Wer lernt, sich zu behaupten, stopft sich nicht frustriert mit Süßigkeiten voll. Der Erfolg ist messbar: Bei „Obeldicks“ haben fünf Jahre nach einem Kursus 68 % der Teilnehmer ihr Gewicht im Griff.

Quelle: Befund Diabetes 4/2010

25.03.11

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