
Shutterstock
Diabetes mellitus ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter. Etwa 25 000 Kinder unter 20 Jahren sind davon betroffen. 3000 davon tragen eine dauerhafte Insulinpumpe am Körper; der Rest spritzt täglich mehrmals das Hormon Insulin sozusagen manuell. Gerade bei kleinen Kindern lässt sich der Stoffwechsel nicht immer ausreichend und stabil einstellen, auch trotz regelmäßiger Überwachung der Blutzuckerwerte und entsprechender Insulininjektionen. Insulinpumpen ermöglichen eine genauere und individuelle Dosierung des Insulinbedarfs.
Sie helfen Kindern mit Diabetes, ihren Alltag einfacher zu bewältigen und ihre Stoffwechsellage zu verbessern. Besonders geeignet ist das Gerät auch für kleine Kinder mit sehr geringem Insulinbedarf, da die Pumpe sehr fein dosiert. “Zudem entfällt die Erfahrung, dass Essen immer mit einem Pieks verbunden ist, was die Eltern-Kind-Beziehung sehr entlastet”, sagt Dr. med. Simone von Sengbusch, Oberärztin an der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Lübeck des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein. Gefährliche Unterzuckerungen vermindern sich mithilfe einer Pumpe deutlich und die nächtliche Insulinversorgung könne ebenfalls mit einer Insulinpumpe bedarfsgerecht gestaltet werden, vor allem im Wachstumsschub der Pubertät.
In einer kleinen Tasche – meistens am Bauch getragen oder am Gürtel befestigt – tragen die Patienten die kleine Pumpe. Eine Insulinpatrone in dem Gerät ist über einen dünnen Plastikschlauch mit einem Pumpenkatheter verbunden, der im Unterhautfettgewebe platziert ist. Der Katheter ist aus Stahl oder biegsamem Plastik, so dünn wie die Nadel des Insulin-Pens, und mit einem Pflaster auf der Haut befestigt. Die Insulininjektion für die Mahlzeiten löst das Kind per Knopfdruck aus. Für den mahlzeitenunabhängigen Bedarf (Basalrate) ist die Pumpe vorprogrammiert und läuft Stunde für Stunde automatisch.
Da eine Insulinpumpe kostenintensiver ist als die herkömmliche Therapie, genehmigen Krankenkassen nicht jedem Betroffenen eine Pumpe. Während die Genehmigung bei Kindern mit Typ 1 Diabetes bis zum Alter von sechs Jahren oft recht problemlos gelingt, wird es mit zunehmendem Alter etwas schwieriger. Erst wenn bei Ihnen trotz aller Bemühungen hohe Langzeitblutzuckerwerte (HbA1c-Werte), viele Unterzuckerungen oder hohe Blutzuckerwerte in den frühen Morgenstunden auftreten, wird eine Pumpe genehmigt.
Die Beantragung einer Insulinpumpe ist mit bürokratischem Aufwand verbunden. “Damit es keine Probleme mit der Kostenübernahme gibt, sind einige Punkte vor allem in der Blutzuckerdokumentation zu bedenken”, so von Sengbusch.
Quelle: Medical Press
02.02.12