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Wissenswertes über Diabetes und Therapieansätze

Diabetes und Insulin sind heutzutage im öffentlichen Bewusstsein präsent und es gibt kaum jemanden, der diese Begriffe nicht schon einmal gehört hat, sei es als Betroffener, als Angehöriger eines Betroffenen oder durch Erwähnung in den Medien.

Dies liegt nicht nur an dem stetig steigenden Gesundheitsbewusstsein in unserer Bevölkerung, sondern vielmehr an der rasant steigenden Zahl der Diabetiker. Nach aktuellen Zahlen der Internationalen Diabetes-Föderation (IDF) ist Deutschland das Land mit der höchsten Diabetesprävalenz (Krankheitshäufigkeit) in Europa, 12 % der 20-79-Jährigen sind betroffen, insgesamt rund 7,5 Mio. Menschen.

Am weitaus häufigsten ist hierbei der Typ-2-Diabetes mellitus, der rund 90 % aller Diabetesfälle ausmacht, gefolgt vom Typ-1-Diabetes (5-10 %), dem Schwangerschaftsdiabetes (2-5 % aller Schwangerschaften) und zahlreichen anderen, jedoch nur sehr seltenen Diabetesformen. Das typische Merkmal des Diabetes ist die chronische, d. h. dauerhafte Blutzuckererhöhung, die sog. Hyperglykämie.

Bei gesunden Menschen wird der Blutzucker in einem engen Rahmen stabil gehalten, sodass es weder nach dem Essen zu einer Überzuckerung (Hyperglykämie), noch zwischen den Mahlzeiten oder nachts zu einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) kommt. Diese jederzeit optimale Versorgung des Organismus mit Energieträgern wird durch die Bauchspeicheldrüse gewährleistet, die bei Bedarf einerseits das den Blutzucker senkende Insulin und andererseits das den Blutzucker steigernde Glukagon ausschüttet.

Bei Diabetes funktioniert dieses fein abgestimmte Zusammenspiel jedoch nicht mehr, da zu wenig oder kein Insulin produziert wird (Insulinmangel) bzw. das Insulin nicht mehr wirkt (Insulinresistenz) und zu viel Glukagon ausgeschüttet wird (Hyperglukagonämie). Alle diese Störungen führen zu einer chronischen Erhöhung des Blutzuckerspiegels und können neben akuten Komplikationen langfristig zu schweren Folgeschäden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblindung, Durchblutungsstörungen, Nervenschäden etc. führen.

Da es bisher keine Therapie gibt, die die Ursache des Diabetes endgültig beheben könnte, stehen im Zentrum jeder Behandlung Maßnahmen, die den Blutzucker normalisieren. Nur so können Akutkomplikationen und Folgeschäden vermieden werden. Andererseits darf der Blutzucker aber nicht zu tief gesenkt werden, da es ansonsten zu ebenfalls äußerst gefährlichen Unterzuckerungen (Hypoglykämien) kommen kann.

Behandlungsansätze unterschiedlicher Diabetes-Typen

Bei Typ-1-Diabetes kommt es durch Autoimmunprozesse zu einer kompletten Zerstörung der Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. In der Folge muss das körpereigene Insulin lebenslang durch Insulininjektionen ersetzt werden, nur in sehr seltenen und besonders schweren Fällen kann eine Transplantation, d. h. die Verpflanzung von fremdem Bauchspeicheldrüsengewebe in Betracht gezogen werden.

Im Gegensatz dazu stehen bei Typ-2-Diabetes abhängig von der Schwere des Diabetes verschiedene, auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es ist bekannt, dass bei der Entstehung eines Typ-2-Diabetes neben einer genetischen Veranlagung verschiedene Risikofaktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Bluthochdruck oder erhöhte Blutfettwerte eine Rolle spielen.

Bei leichter Ausprägung kann es ausreichend sein, die persönlichen Lebensgewohnheiten zu verändern, d. h. die Ernährung anzupassen (fettarme, ballaststoffreiche Kost), Übergewicht abzubauen, den Alkoholgenuss zu reduzieren, auf Nikotin zu verzichten und körperlich aktiver zu sein. Auch wenn es hierunter nicht zu einer völligen Normalisierung der erhöhten Blutzuckerspiegel kommt, sollten diese Veränderungen des Lebensstils auf jeden Fall beibehalten und als wichtige Grundlage für die dann notwendige medikamentöse Diabetestherapie angesehen werden.

Aktuell stehen verschiedene Diabetes-Medikamente zur Verfügung, die einzeln, aber auch in Kombination gegeben werden können, wenn die Blutzuckersenkung durch ein Medikament allein nicht ausreichend ist. Sie wirken entweder über eine Verzögerung der Zuckeraufnahme aus dem Darm in das Blut (Alpha-Glukosidase-Hemmer), über eine Verminderung der Insulinresistenz, d. h. eine Verbesserung der gestörten Insulinempfindlichkeit (Metformin und Glitazone) oder über eine Stimulation der gestörten Insulinausschüttung (Sulfonylharnstoffe und Glinide).

Glitazone dürfen seit dem 01.04.2011 nur noch in medizinisch begründeten Einzelfällen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Reichen diese als Tabletten verfügbaren Medikamente nicht oder nicht mehr aus, um den Blutzucker zu senken, da die Insulin-produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse erschöpft sind, muss auch bei Typ-2-Diabetes Insulin gespritzt werden.

Quelle: BD 2/2011

31.07.11

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