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Experteninterview mit Dr. Knisel

Im folgenden Interview wollen wir Ihnen mit Dr. Werner Knisel ein weiteres Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats von Befund Diabetes vorstellen. Dr. Knisel ist Leiter der Abteilung Diabetologie am Reha-Zentrum Bad Kissingen, Klinik Saale. Wie alle Beiratsmitglieder steht er der Redaktion mit medizinischen Beiträgen und umfangreichem Expertenwissen beratend zur Seite.

Herr Dr. Knisel, zuerst möchten wir Ihnen gerne einige persönliche Fragen stellen. Warum haben Sie sich für den Arztberuf entschieden und was hat Sie bewogen, sich auf die Diabetologie zu spezialisieren?

Dr. Knisel: Am Arztberuf hat mich schon sehr früh die Vielseitigkeit sowohl im Kontakt mit Menschen als auch beim Einblick in viele Lebensbereiche besonders interessiert. Aus ähnlichen Gründen bin ich auch zur Diabetologie gekommen, die ich als die vielseitigste medizinische Fachrichtung empfinde.

Was ist Ihnen besonders wichtig im Umgang mit Ihren Patienten?

Dr. Knisel: Die partnerschaftliche Unterstützung mit möglichst viel Hilfe zur Selbsthilfe.

Haben Sie neben Ihrem Beruf andere Betätigungsfelder oder Interessen, die Ihnen als „Kraftquellen“ dienen?

Dr. Knisel: Es bleibt leider wenig Zeit, um anderen Interessen ernsthaft nachgehen zu können. Gerade deshalb versuche ich, mit aktivem Sport (täglich mindestens eine halbe Stunde) Kraft zu tanken.

Worin sehen Sie das größte Problem bezüglich der wachsenden Anzahl von Betroffenen?

Dr. Knisel: Die Entwicklung wird immer noch nicht ausreichend ernst genommen, wie dies nötig wäre, damit alle Betroffenen und politisch/gesundheitlich Verantwortlichen die längst bekannten richtigen Gegenmaßnahmen in Angriff nehmen könnten.

Welchen Einfluss hat der Lebensstil auf den Diabetes?

Dr. Knisel: Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass Lebensstilfaktoren für den Typ 2-Diabetes eine entscheidende Rolle spielen.

Was sind Ihrer Ansicht nach Irrtümer im Wissen um die Erkrankung Diabetes und ihre Behandlung?

Dr. Knisel: Das größte Manko im Hinblick auf den Typ 2-Diabetes besteht meines Erachtens darin, dass vielen Betroffenen nicht hinreichend klar und bewusst ist, dass die Erkrankung mit den rechtzeitigen Maßnahmen sehr gut verhindert oder im Verlauf begrenzt werden kann. Eine intensive Behandlung setzt häufig erst viel zu spät ein.

Welches sind Ihrer Meinung nach die erfolgversprechendsten Forschungsansätze in der Diabetes-Therapie und welche Erwartungen haben Sie bezüglich zukünftiger Möglichkeiten?

Dr. Knisel: Wir alle warten mit großer Spannung auf die ersten praktischen Anwendungen der Genforschung und auch der Stammzellforschung. Dies wird uns sicher ganz neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen. Wahrscheinlich müssen wir uns aber noch etwas in Geduld üben und solange die bekannten Therapiemethoden intensiv anwenden und weiterentwickeln.

Welche Rolle spielen Patientenmagazine bei der Deckung des Informationsbedarfs der Betroffenen?

Dr. Knisel: Gerade die geschulten Diabetiker, von denen es glücklicherweise immer mehr gibt, haben das Bedürfnis, sich auch nach der Schulung fortlaufend weiter über Diabetes zu informieren. Hier decken Patientenmagazine einen wichtigen, in der Zukunft weiter anwachsenden Bedarf ab.

Inwieweit trägt „Befund Diabetes“ aus Ihrer Sicht zur Aufklärung und Deckung des Informationsbedarfs bei?

Befund Diabetes bietet kurze, auf das Wesentliche ausgerichtete Fachinformationen zum Thema Diabetes, die trotz ihres hohen fachlichen Niveaus sehr gut lesbar sind. Viele Beiträge werden im Schulungsprogramm unserer Klinik gerne als Ergänzung verwendet.

Herr Dr. Knisel, wir danken für Ihre Ausführungen.

Aus „Befund Diabetes“ 2/08

11.06.08

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