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Die Inselklinik in Heringsdorf

Das Ziel in der Behandlung des Diabetes mellitus ist die Befähigung des Patienten zum erfolgreichen Diabetes-Selbstmanagements. Dazu werden in unserer Klinik, der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf GmbH, Haus Gothensee, strukturierte Behandlungs- und Schulungsprogramme gemäß den Richtlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) durchgeführt. Unser Haus ist anerkannt als Schulungs- und Behandlungseinrichtung für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes durch die Deutsche Diabetes-Gesellschaft.

Rein kognitiv ausgerichtete Schulungsprogramme, die hauptsächlich auf die Wissensvermittlung und Patienteninformation abzielen, vermögen ein Wissenszuwachs zu erzielen. Der Erfolg der Diabetestherapie, eine optimale Stoffwechselqualität, gute Lebensqualität und die psychosoziale Integration werden aber nicht in erster Linie, bedingt durch das diabetesbezogene Wissen, sondern vielmehr durch die Fähigkeit der Patienten und ihrem Bedürfnis, einen wesentlichen Teil der Behandlung des Diabetes selbst zu übernehmen. Voraussetzungen für das erfolgreiche Diabetes-Selbstmanagement sind deshalb:

  • Die Patienten sollten über ausreichendes Wissen bezüglich Therapieerfordernissen und Möglichkeiten der flexiblen, alltagstauglichen Therapieanpassung verfügen.
  • Die Patienten sollten die Fertigkeiten zur selbständigen Therapie (z. B. Selbstkontrolle, Insulininjektion) automatisiert haben.
  • Die Patienten sollten ihre Erkrankung und die erforderlichen Therapiemaßnahmen akzeptiert haben und eine auf individuelle Therapiezielen basierende Motivation zur täglichen Umsetzung der letzteren entfalten (Empowerment).

Gerade im Kindes- und Jugendalter muss aufgrund veränderter kognitiver Strukturen und Verhaltensmuster, im Vergleich zu Erwachsenen, spezifischen Aspekten und Diagnostik, Therapie und Verlauf Rechnung getragen werden.

Auf dem Hintergrund dieser Besonderheiten wurde in der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf GmbH, Haus Gothensee, für Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes ein spezifisches, erlebnispädagogisches strukturiertes Behandlungs- und Schulungsprogramm entwickelt. Das Programm basiert auf den strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogrammen für Kinder nach Hürter et al. bzw. für Jugendliche nach Lange et al. Es wird durchgeführt während eines Zeitraumes von 4 Wochen. Eingebunden in die evaluierten Schulungsprogramme nach Hürter et al. und Lange et al. sind in der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf zusätzlich erlebnispädagogische Bausteine.

Diese sind:

  • Blutzuckerselbstkontrolle in der Patientengruppe unter Anleitung und Diskussion mit dem Diabetesberater
  • Diskussion gemessener Blutglukosewerte und Insulindosisanpassung in der Patientengruppe unter Beachtung beeinflussender und einzuschätzender Faktoren
  • Gemeinsame Einnahme (Patientengruppe, Arzt, Diabetesberater, Pädagoge) der Mahlzeiten (zum Teil außerhalb des Hauses, z. B. Grillen, Picknick, Bootsfahrt) und Freizeitaktivitäten (täglich wechselnd, zum Teil ganztägig, z. B. Wandern, Mountainbiken, Tretbootfahren, Segeln, Reiten, Baden/ Strandaktivitäten, Schwimmbad, Fußball, Beachvolleyball, Hallensport, Schiffsausflüge).

Es wird somit also gewährleistet, dass diabetesbezogenes Wissen, das in der strukturierten Behandlung und Schulung, in den theoretischen Schulungseinheiten erworben wird, in die Praxis umgesetzt werden kann, im Rahmen der Freizeitunternehmungen, des gemeinsamen Essens und der gemeinsamen Insulindosisanpassung wird die Insulindosierung, die richtige Reaktion bei Hypoglykämien, die richtige Reaktion bei körperlicher Bewegung, aber auch bei Hyperglykämien trainiert und die Kinder schrittweise zu einem richtigen Handeln hingeführt. Weiterhin sind in das Programm eine Reihe psychologischer Einheiten involviert, die darauf abzielen, die häufig bei Kindern und Jugendlichen vorkommende Motivationsproblematik frühzeitig und nachhaltig effektiv zu behandeln.

Eine eigene Evaluation des oben dargestellten Programms wurde durchgeführt und bereits 2007 publiziert (Schiel R, Beltschikow W, Heiland S. Evaluation und Akzeptanz erlebnispädagogisch orientierter strukturierter Diabetesschulung bei Kindern und Jugendlichen. Med Welt 2007; 58: 632-638).

Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen

Auch für Kinder mit Übergewicht und Adipositas (starkes Übergewicht) werden in der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf GmbH, Haus Gothensee, strukturierte Behandlungs- und Schulungsprogramme mit einer Dauer von 6 Wochen durchgeführt. Diese Programme sind orientiert an den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter sowie einer Konsensusgruppe Adipositasschulung. Ziel ist neben der akuten Gewichtsreduktion bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas die langfristige Gewichtsstabilisation. Kinder und Jugendliche nehmen dazu nicht nur am strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogramm zur Gewichtsreduktion teil, sondern werden auch in ein Programm integriert zur weiteren Unterstützung der herkömmlichen Therapiemaßnahmen (IDA-Insel). Mit IDA-Insel soll es möglich werden, bereits zu Beginn der Behandlung Determinanten und Prädiktoren, die Hinweise auf einen Erfolg der Intervention geben, zu identifizieren. Mögliche Determinanten können hier z. B. psychogene Faktoren, unterschiedlicher Motivation, psychologische Parameter sowie das Empowerment sein. Ein weiterer Faktor, der im erheblichen Maße für den Erfolg der Therapie verantwortlich sein könnte, ist die Wahrnehmung von Bewegung und Ernährung durch die übergewichtigen und adipösen Kinder und Jugendlichen. So wird immer wieder beobachtet, dass eine große Zahl von Betroffenen eine unrealistische Einschätzung ihrer eigenen Aktivität

und Nahrungsaufnahme hat. Häufig werden Dauer und Intensität körperlicher Bewegung, sowohl im Anamnesegespräch, als auch im standardisierten Interview oder bei Bearbeitung von strukturierten Fragebögen falsch eingeschätzt. Zumeist beurteilen Kinder und Jugendliche mit Übergewicht und Adipositas die Dauer ihrer Bewegung als zu lange und die Intensität als zu hoch. Ähnliches trifft für das Essen zu: Hier werden die Nahrungsmittelmengen häufig systematisch unterschätzt. Diese systematischen Fehleinschätzungen könnten ein wesentlicher Faktor sein für geringen initialen Therapieerfolg und/oder fehlende langfristige Gewichtsreduktion und Stabilisation. Falsche hohe Beurteilung der körperlichen Bewegung könnte in einem Nachlassen der Aktivität resultieren, falsche Beurteilung des Essverhaltens könnte zu einer falsch hohen Kalorienzufuhr führen.

Es ist deshalb ein weiteres Ziel unserer Therapie in der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf GmbH, Haus Gothensee, eine objektive Erfassung des Bewegungs- und Essverhaltens zu entwickeln. Kinder und Jugendliche mit Übergewicht und Adipositas sollen neben den herkömmlichen Inhalten der strukturierten Behandlung und Schulung eine realistische Selbsteinschätzung entwickeln und darin trainiert werden.

Mit Hilfe eines mobilen Bewegungserfassungssystems oder eines drahtlosen Aktivitätssensors, in dem ein Fotohandy integriert ist, beides aktuelle Entwicklungen des Fraunhofer Instituts für Graphische Datenverarbeitung, IGD Rostock, wird die objektive Bewegungserfassung möglich. Parallel ermöglichen die Fotohandys die Dokumentation der Ernährungssituation. Mit Hilfe dieser innovativen Technologie können systematisch Unterschiede zwischen objektiver und subjektiver Wahrnehmung der körperlicher Aktivitäten und des Essens bei Kindern und Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas erhoben werden. In der Regel liegt die subjektive Wahrnehmung der Aktivität deutlich über der objektiven. Weiterhin interessant ist, dass gemäß den Vorstufen gerade älterer Kinder und Jugendlicher und solche, die größer sind und ein höheres Gewicht haben, auch stärkere Probleme der Selbsteinschätzung zu haben scheinen.

Die Therapie in der MEDIGREIF Inselklinik Heringsdorf GmbH zielt deshalb darauf ab, auch mit den Kindern eine realistische Selbsteinschätzung unter Zuhilfenahme innovativer Technologie zu trainieren und auf diese Art und Weise die Gewichtsreduktion nachhaltig zu unterstützen. Gerade eine realitätsfremde Selbstwahrnehmung ist häufig weiterhin verbunden mit negativen Gefühlen dem eigenen Körper gegenüber. Bringt ein Kind seinem Körper negative Gefühle entgegen, wird es sich auch nicht besonders um dessen Gesunderhaltung kümmern und somit z.B. nicht auf eine gesunde Ernährung oder Bewegung achten. Darüber hinaus sind gerade solche Kinder besonders vulnerabel und haben ein geringe Kompetenzerwartung, neigen zum Versagensbefürchten und fühlen sich für Misserfolg stärker verantwortlich als für Erfolg.

Die Maßnahmen zur Adipositastherapie müssen daher neben der bereits bestehenden Bewegungsförderung, dem strukturierten Behandlungs- und Schulungsprogramm auch eine Förderung der realistischen Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung mit einschließen. Die Therapie wird interdisziplinär durchgeführt von Ärzten, Ernährungsberatern, Psychologen, Pädagogen, Sporttherapeuten sowie Mitarbeitern des Pflegedienstes.

Therapiekonzept „Psychische und psychosomatische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter“

Therapiekonzept

Ziel einer rehabilitativen Behandlung bei bestehenden psychischen und psychosomatischen Störungsbildern sollte die Unterstützung zur Wiedererlangung körperlicher und seelischer Integrität der Kinder und Jugendlichen sein, damit sie die altersangemessenen Entwicklungsaufgaben entsprechend bewältigen können, d.h. die gelingende Reintegration in schulische, familiäre und Gleichaltrigenbezüge. Hierbei lassen wir uns von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise der Erkrankungen, die von einer gegenseitigen Bedingtheit von Körper und Psyche ausgeht, leiten.

Unser multimodales Therapiekonzept mit familientherapeutisch-systemischem Ansatz, das indikationsspezifisch vorrangig im Rahmen einer Kleingruppe verhaltens- und gesprächstherapeutische Elemente sowie darstellend-kreative , Entspannungstechniken als auch Sport-, Spiel- und Bewegungstherapie integriert, ist ausgerichtet auf die Veränderung psychosozialer Entwicklungsprozesse und den adäquaten Umgang mit individuellen Ressourcen nach Erkennen der aktuellen symptomstabilisierenden Belastungsfaktoren. Im Zuge der Förderung sozialer Kompetenzen und emotionaler Stabilisierung geht es um die Entwicklung eines positiven Selbstbildes und Erlebens von Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen. In gruppentherapeutischem Rahmen lernen die Kinder und Jugendlichen unter Verwendung eines positiven Verstärkerprogramms sich mit Konflikten auseinanderzusetzen und ressourcenorientiert gemeinsam Lösungstrategien zu entwickeln. Besonderen Wert legen wir auf eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und Bezugspersonen, die in Abhängigkeit von ihrer Verfügbarkeit in das therapeutische Setting mit einbezogen werden können. Ziel der familientherapeutisch-systemischen Arbeit sollte dabei sein, den Zusammenhalt untereinander zu festigen, die Kommunikation und den Austausch zu verbessern und schädigende Beziehungsmuster zu verändern, um die Auflösung der Symptome psychischer und psychosomatischer Erkrankungen der Kinder und Jugendlichen zu unterstützen.
Das Konzept bietet einerseits die Möglichkeit, Kinder und Jugendliche ab dem Schulalter in altersgerechten, pädagogisch und therapeutisch betreuten Gruppen einzubinden. In einem räumlich dazu getrennten Bereich halten wir die Behandlung von Kindern ab dem 3. Lebensjahr in Begleitung der Eltern/Bezugspersonen vor. Auch hier erfolgt ein pädagogisch-therapeutisches Beziehungsangebot, das die Entwicklung einer positiven Eltern- Kind-Interaktion unterstützt. In diesem Rahmen bieten wir außerdem den Eltern mit eigenen psychischen und psychosomatischen Erkrankungen neben der Einbeziehung in die Therapie des Kindes auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme einer eigenen rehabilitativen Behandlung.