Zuckerkranke Menschen haben häufig einen Magnesium-Mangel, der die Erkrankung gefährlich hochschaukeln kann: Defizite an dem lebenswichtigen Mineralstoff fördern den Diabetes und offensichtlich auch Folgekomplikationen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.
„Diabetiker sollten daher unbedingt auf eine ausreichende Magnesium-Zufuhr achten“, appelliert die Gesellschaft für Biofaktoren e. V. (GfB). Insbesondere bei einem schlecht eingestellten Blutzuckerspiegel werde viel Magnesium über den Harn aus dem Körper herausgeschwemmt. Demzufolge seien viele Diabetiker nicht ausreichend mit dem wichtigen Biofaktor versorgt: In einer Studie an der Universität Stuttgart-Hohenheim wiesen nur 11–15 % von rund 5.500 Diabetikern optimale Magnesiumwerte auf.
Die Folgen einer Unterversorgung können schwerwiegend sein: „Umfangreiche epidemiologische Studien zeigten, dass das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei verminderter Magnesium-Konzentration im Blut erhöht ist“, weiß der Forscher Prof. Hans-Georg Classen von der Universität Hohenheim. Magnesium-Defizite fördern gefäßschädigende Entzündungen, Herz-Rhythmusstörungen, Bluthochdruck und Thrombosen. „In Anbetracht der Tatsache, dass mehr als 75 % aller Diabetiker an Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben, sollte diesem leicht vermeidbaren Risikofaktor mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden“, fordert die GfB.
Nicht nur für Herz und Gefäße, sondern auch für den Zuckerstoffwechsel ist Magnesium unerlässlich: „Studien ergaben, dass durch Magnesium-Gaben die Wirksamkeit des Insulins verbessert werden kann“, weiß Classen. Der Wirkverlust dieses Schlüsselhormons des Zuckerstoffwechsels ist die wesentliche Ursache des Typ 2-Diabetes. Der wissenschaftliche Beirat der GfB empfiehlt daher Diabetikern und Gefährdeten, auf eine magnesiumreiche Ernährung zu achten. Der Mineralstoff steckt vor allem in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen. Zusätzlich könne die Einnahme eines geeigneten Magnesium-Präparats sinnvoll sein. Denn krankheitsbedingte Mangelzustände seien über die Ernährung allein z. T. schwer auszugleichen. Bei Herz-Kreislauf-Kranken und -Gefährdeten wie Diabetikern komme erschwerend hinzu, dass gerade die Herzzellen häufig an Magnesium verarmten.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Biofaktoren
24.03.09