Diabetes, insbesondere der Typ 2 Diabetes, ist eine Wohlstandskrankheit. Die Zahl der Diabetiker, die eine Nierenschädigung entwickeln und einer Nierenersatztherapie an der Dialyse bedürfen, nimmt explosionsartig zu. Vorbeugend sollte daher jeder – und besonders die Personen, in deren Familien bereits Diabeteserkrankungen aufgetreten sind – auf sein Gewicht, seine Ernährung und ausreichende Bewegung achten. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass das Risiko zu erkranken um bis zu 58 Prozent reduziert werden kann, wenn potentiell gefährdete Menschen ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen und ihre körperlichen Aktivitäten steigern. „Dieser positive Effekt stellt sich oft schon bei einer Gewichtsreduktion von nur zwei bis fünf Kilogramm ein“, erläutert Dr. Anton Daul, Leitender Arzt und Nephrologe im Elisabeth-Krankenhaus Essen. „Durch regelmäßige Gesundheits-Check-ups ist eine Früherkennung des Diabetes möglich. Wenn Symptome wie Mattheit, vermehrter Harndrang oder häufige Infekte auftreten, sollte gerade bei Übergewichtigen und älteren Personen auch immer an eine Zuckerkrankheit gedacht werden. Nur ein frühzeitig entdeckter Diabetes kann auch richtig behandelt und somit einer Nierenschädigung vorgebeugt werden. Grundsätzlich sollte eine regelmäßige Nierenfunktionskontrolle immer dann durchgeführt werden, wenn eine Erkrankung vorliegt, die Risiken für die Nieren mit sich bringt oder dann, wenn ein Angehöriger an einer erblichen Nierenerkrankung leidet.“
Was können Diabetiker tun?
Liegt bereits eine Diabeteserkrankung vor, sollte der Betroffene alles tun, um seinen Blutzucker im Normbereich zu halten. Die Ernährung muss so umgestellt werden, dass die Kalorienzufuhr auf die Bedürfnisse und die Lebensumstände des Erkrankten zugeschnitten ist, ebenso wie eine in vielen Fällen notwendige medikamentöse Therapie mit Tabletten oder Insulininjektionen. „Die Wahrscheinlichkeit einer Nierenschädigung steigt ebenfalls dramatisch, wenn zusätzlich zum Diabetes ein Bluthochdruck auftritt“, mahnt Dr. Daul. „Dann ist eine konsequente Behandlung zwingend notwendig. Der Blutdruck sollte beim Diabetiker unter 130 zu 80 mmHg liegen. Eine Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen und ausreichende körperliche Aktivitäten führen neben einer Verbesserung der Blutzuckerwerte auch zur Optimierung des Blutdrucks. Sport trägt ebenso dazu bei, die Zahl der dialysepflichtigen Diabetiker zu reduzieren. In der Anfangsphase benötigen die Betroffenen häufig Unterstützung bei der Wahl der geeigneten Sportart und Anleitung bei der Ausübung, um rasche Erfolgserlebnisse zu erzielen. Nur so kann man erreichen, dass die Patienten auch dauerhaft aktiv bleiben werden. Das Elisabeth-Krankenhaus hat daher zusammen mit dem Verein für Gesundheitssport und Sporttherapie an der Universität Essen Sportgruppen gegründet, in denen spezielle Sport- und Bewegungstherapien mit Übergewichtigen und Diabetikern durchgeführt werden.“
07.09.06

Was tun, wenn bereits Nierenschäden vorliegen?
Zwischen den ersten Symptomen einer Nierenschädigung und dem endgültigen Nierenversagen vergehen in der Regel 10 bis 20 Jahre. Zur erfolgreichen Vermeidung einer Nierenerkrankung sind Vorsorgeuntersuchungen daher besonders wichtig. Diabetiker sollten regelmäßig – möglichst vierteljährlich – ihren Urin auf Eiweißmoleküle untersuchen lassen. „Werden Nierenschäden bereits im Frühstadium erkannt, können diese ggf. durch eine optimale Einstellung des Stoffwechsels so therapiert werden, dass sie in der Anfangsphase gestoppt werden,“ so der Nephrologe aus Essen. „Bei den ersten Anzeichen, dass die Niere durch die Zuckerkrankheit geschädigt wurde, sollte der Patient bei der Ernährung auf eiweißreduzierte Kost achten. Dies wirkt sich hemmend auf das Fortschreiten der Nierenerkrankung aus. Mit diesen Maßnahmen kann über Jahre hinweg die Ausscheidung von Eiweißmolekülen verringert und der Krankheitsverlauf aufgehalten werden. Durch eine geeignete Therapie und konsequente, bewusste Lebensführung der Patienten ist es also möglich, dass eine große Anzahl von Nierenkranken gar nicht oder erst wesentlich später dialysepflichtig wird.“
EKE
07.09.06