Diabetes und Sport – geht denn das? Es geht nicht nur – Sport ist sogar das Allerbeste, was Diabetiker für ihren Körper tun können. Besonders für Typ 2-Diabetiker ist es wichtig, durch regelmäßige Bewegung neuen Schwung in ihren Stoffwechsel zu bringen. Neben der positiven Wirkung auf den Zuckerhaushalt verschwindet damit auch das lästige Übergewicht, mit dem viele zu kämpfen haben. So wird nicht nur der Diabetes an der Wurzel gepackt, auch Blutfette und Bluthochdruck werden reduziert und Gelenkbeschwerden deutlich gemildert. Manche Menschen haben jedoch einfach keinen Spaß am Sport. Doch auch sie können etwas für ihr Wohlbefinden tun: Wandern, Spaziergänge oder ein Stadtbummel steigern den Energiebedarf des Körpers ebenfalls und sind eine Wohltat für den Stoffwechsel. Wer sich bewegt, lebt einfach gesünder – und für Diabetiker gilt das ganz besonders.
Bei der Wahl der geeigneten Sportart ist das wichtigste Kriterium, dass sie Spaß macht, denn sie sollte regelmäßig ausgeübt werden. Ausdauersportarten sind für den Stoffwechsel generell günstiger als Kraftsport oder andere Sportarten, bei denen es eher zu kurzzeitigen Spitzenbelastungen kommt. Diese können den Blutzuckerspiegel durcheinanderbringen und zu starkem Blutzuckerabfall führen. Am sinnvollsten sind deshalb Sportarten mit gleichmäßigem Bewegungsablauf wie z. B. Schwimmen oder Jogging. Dabei muss das Ziel nicht gleich der Marathonlauf sein und Leistungssport ist generell, auch für Gesunde, mit Vorsicht zu genießen. Im Prinzip ist aber alles möglich: Viele Hochleistungssportler, sogar Olympiasieger, sind Diabetiker. Sportliche Aktivitäten sollten jedoch mit dem Arzt abgesprochen werden. Insbesondere bei koronarer Herzkrankheit, Folgeschäden an den Augen, diabetischen Nieren- und Nervenschäden und beim diabetischen Fuß ergeben sich Einschränkungen. Doch es findet sich für jeden eine gesunde Alternative.
Günstige Sportarten:
Ungünstige Sportarten:
Für die meisten Typ 2-Diabetiker ist mit dem Sport kein Risiko verbunden. Im Gegenteil: Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität sind die Hauptpfeiler der Therapie. Über die Hälfte aller Diabetiker kann sogar allein durch diese Maßnahmen ihren Blutzuckerspiegel ausreichend senken. Typ 1-Diabetiker und Typ 2-Diabetiker, die Insulin spritzen oder Blutzucker senkende Medikamente einnehmen, sollten aber einige Regeln beachten, bevor sie sich ins Vergnügen stürzen. Bei ihnen besteht die Gefahr einer Unterzuckerung, falls sie ihre Therapie nicht an den erhöhten Zuckerverbrauch angleichen. Bei kurz andauernder sportlicher Aktivität kann eine Korrektur über die Aufnahme zusätzlicher Kohlenhydrate erfolgen. Bei länger andauernder Bewegung muss die Insulindosis aber reduziert und häufig zusätzliche Nahrung aufgenommen werden.
Diabetiker sollten sich vor dem ersten Training auf jeden Fall von ihrem Arzt beraten lassen, wie sie ihren Blutzucker bei der jeweiligen Sportart am besten steuern. Ein Patentrezept kann aber auch der Arzt nicht geben: Durch wiederholte Messungen sollte jeder Diabetiker selbst herausfinden, wie sein Körper auf die Anstrengung reagiert. BZ-Messungen vor Beginn der körperlichen Betätigung sind in jedem Fall notwendig, denn bei niedrigem Blutzucker sollte kein Sport getrieben werden. Liegt der Wert unter 100 mg/dl, müssen zuerst schnell wirkende Kohlenhydrate gegessen werden.
Nach besonders starken körperlichen Belastungen kann noch für ein bis zwei Tage eine Insulindosisreduktion erforderlich sein, denn zum einen hält die verbesserte Insulinempfindlichkeit noch an, zum anderen dauert es eine gewisse Zeit, bis verbrauchte Zuckerreserven in der Muskulatur wieder aufgefüllt sind. Das Insulin darf aber nicht ganz weggelassen werden. Fehlt eine Mindestmenge des Hormons im Blut, gelangt keine Glukose mehr in die Zellen. Stoffwechselprodukte aus der Fettverbrennung fallen dann ebenfalls verstärkt an und können zu einer Übersäuerung des Bluts führen und dadurch im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit (ketoazidotisches Koma) führen.
Quelle: TK
30.05.07