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Zusammenhang zwischen Schlaf-Wach-Rhythmus und Blutzuckerspiegel

23.01.09.

Schlafende Frau

Foto: Photos.com

Forscher hoffen auf neue Therapieansätze für Diabetiker

München (AP) Zwischen dem Schlaf-Wach-Rhythmus und dem Blutzuckerspiegel gibt es möglicherweise einen Zusammenhang: Ein internationales Forscherteam identifizierte jetzt eine Genvariante, die die Freisetzung von Insulin indirekt über den Melatoninspiegel beeinflusst und mit einer Erhöhung von Blutzuckerspiegel und Diabetes-Risiko verbunden ist. Der Befund könnte neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, die weit über die bisher weitgehend symptomatischen Therapieansätze von Typ-2-Diabetes hinausgingen, berichtete das Helmholtz-Zentrum München.

Diabetes mellitus und damit verbundene Spätkomplikationen gehören weltweit zu den häufigsten chronischen Erkrankungen und Todesursachen. In Deutschland leiden etwa sechs Millionen Menschen an Typ-2-Diabetes, die von ihrer Erkrankung wissen, hinzu kommt eine relativ hohe Dunkelziffer. Neben Lebensstilfaktoren wie Übergewicht und Bewegungsmangel spielen genetische Ursachen eine wichtige Rolle in der Entstehung dieser Erkrankung.

Die Wissenschaftler hatten Daten aus 13 Studien mit mehr als 18.000 diabetischen und 64.000 nichtdiabetischen Studienteilnehmern kombiniert. Dabei identifizierten sie eine Variante des sogenannten MTNR1B-Gens und stellten fest, dass diese sowohl mit höheren Blutzuckerspiegeln als auch mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes im Zusammenhang steht.

Das Gen ist nach Angaben der Experten mit einem der beiden bekannten Melatonin-Rezeptoren verbunden. Melatoninspiegel im Körper seien nachts hoch und fielen bei Tageslicht ab, während Insulinspiegel tagsüber höher seien als in der Nacht, erklärten die Wissenschaftler. Weitere Studien sollen nun zeigen, welche Rolle der Schlaf-Wach-Rhythmus für die Insulinfreisetzung, Blutzuckerspiegel und Diabetesrisiko spielt.

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