Diabetiker-Versorgung in Österreich: Entschlosseneres Vorgehen gegen die Volkskrankheit gefordert
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Prävention und Betreuung des Diabetes erhalten in Österreich schon seit Jahren die gleichen Analysen: mangelnde Betreuung, unzureichende Schulungsmaßnahmen, mehr Erkrankungen und steigende Kosten. Die Notwendigkeit der Prävention in allen Stadien des Diabetes ist auf Expertenebene längst erkannt.
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Trotz starker Bemühungen zur möglichst frühen Diagnose, der Förderung der Public Awareness (also des gesellschaftlichen Bewusstseins) und der Entwicklung eines Disease Management Programms (DMP) zur Vermeidung der Spätfolgen und Folgeerkrankungen werden derzeit nur ca. 22.695 Diabetiker von ca. 938 Ärzten im Rahmen des DMP (inkl. der Patienten im oberösterreichischen Betreuungsprogramm) betreut. Das ist aus Sicht der ÖDG eine völlig unzureichende Betreuungsdichte angesichts von (inklusive Dunkelziffer) geschätzt ca. 400.000 bis ca. 600.000 Diabetikern, von denen ca. 20 % an diabetischen Folgeerkrankungen bei klinischer Neumanifestation leiden.
Diabetes-Experten formulierten auf der 38. ÖDG-Jahrestagung im November 2010 einhellig und nachdrücklich zentrale Diabetes-Forderungen:
Flächendeckende, möglichst schnelle Umsetzung des DMP mit Implementierung eines bundesweit kompatiblen EDV-Systems und zentraler österreichweiter Planung.
Keine Diskriminierung und Stigmatisierung adipöser (übergewichtiger) Personen.
Weg von Diskriminierungsmodellen, hin zu begleitenden Betreuungsmodellen.
Evidenzbasiertes Vorgehen in allen Bereichen der Adipositas: der Betreuung, der Therapie, der Prävention und der Bevölkerungsstrategien.
Sozialversicherungen sollen innovative Medikamente für Diabetes freigeben, wie sie sogar in Schwellenländern (wie z. B. Rumänien und Bulgarien) bereits allen zur Verfügung stehen – obwohl Österreich bezüglich der Pharmakosten zu einem der günstigsten Länder der EU zählt.
Eine akzeptable Blutzuckereinstellung ist nicht nur ein gesellschaftliches, sondern auch ein ethisches Gebot.
Die Lust und Freude an der Bewegung muss bereits in der Städteplanung und Architektur berücksichtigt werden. Gefordert ist eine „aktivierende Architektur“, die zur Bewegung animiert.
Auf die Diabetes-Prävention muss ein verstärktes Augenmerk gelegt werden, beginnend in Kindergärten und Schulen mit aktiver Einbeziehung aller Verantwortungsträger.
Leider bleibt die “Zuckerkrankheit” auch unseren berühmten Mitmenschen nicht erspart. Hätten Sie gewusst, dass diese Promis unter Diabetes mellitus leiden?