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Als Diabetiker auf Reisen

Wenn Diabetiker verreisen, sollten sie einige wichtige Dinge im Gepäck haben und bestimmte Regeln einhalten. So steht einem gelungenen Urlaub nichts mehr im Wege.

Wie bringt man Diabetes und den Traumurlaub unter einen Hut? Das hängt ganz von der Art des Urlaubs ab. Denn egal ob Fernreise, Aktivurlaub oder Eigenanreise mit dem Auto: Was zählt, ist die perfekte Vorbereitung und eine gute Schulung bzw. die auch im Alltag gelebte Konsequenz und Routine in vielerlei Hinsicht. Nicht zu empfehlen ist ein Last-Minute-Urlaub, der für Vorbereitungen keine Zeit lässt.

Ernährung im Urlaub

Andere Länder – andere Sitten: Das gilt natürlich nicht zuletzt beim Essen. Wer zum Beispiel im Süden unterwegs ist, sollte die durchaus fettreichen Zubereitungsarten mit einberechnen. Auch die Desserts sind häufig sehr süß und fett. Generell gilt es, eventuell noch unbekannte Speisen mit der erarbeiteten Routine einordnen zu können. Um Unsicherheiten von vornherein zu vermeiden, ist das Mitnehmen (eventuell auch via Smartphone) einer Broteinheiten-Tabelle (BE-Tabelle) hilfreich. Ebenso eine Notfall-BE für alle Fälle. So manches Hotel und auch einige Fluglinien bieten zudem eigene Diabetikerkost an. Wichtig ist es stets, den gewohnten Kostplan zu berücksichtigen. Zur Sicherheit kann man unmittelbar vor dem Essen und zwei Stunden danach den Blutzucker messen.

Geschält oder gekocht

Wer im Urlaub in die Ferne schweift, sollte insbesondere als Diabetiker darauf achten, Geschältes bzw. Gekochtes zu sich zu nehmen. Kalte Speisen, etwa von Buffets, und natürlich rohe Kost – also Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte oder auch Eier – sind zu meiden. Beim Wasser gilt es, darauf zu achten, es abgekocht bzw. original verschlossen zu trinken und auf Eiswürfel generell zu verzichten. In heißen Gefilden sollten täglich drei bis vier Liter Wasser getrunken werden – weil die Hitze die Insulinwirkung beschleunigt und es zu einer Unterzuckerung kommen kann. Die eingeschränkte Nierenfunktion leidet außerdem unter dem Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen.

Insulin im Urlaub

Ein Medikamenten- und Insulinvorrat inklusive Verpackung bzw. Beipackzettel sollte auch im Urlaub der treueste Begleiter sein. Am besten, man teilt ihn gut auf, um sicherzugehen, dass man auf Schritt und Tritt versorgt ist. Aber: Immer den Lagerhinweis beachten und seine Medikamente vor Sonneneinstrahlung schützen. Die idealen Lagertemperaturen von Insulin liegen zwischen 2 und 8 °C, sie dürfen 30 °C nicht übersteigen (hier kann eine Kühlbox oder Kühltasche Abhilfe schaffen), und Insulin sollte niemals einfrieren, weil es dann seine Wirkung verliert. Das passiert etwa auf langen Flugreisen, wenn es im Frachtraum transportiert wird. Auch deshalb gilt: Insulin und eventuell weitere benötigte Medikamente immer im Handgepäck mitnehmen, niemals im Koffer.

Wer in den Westen fliegt, braucht mehr Insulin, weil sich der Tag durch die Zeitverschiebung verlängert. Umgekehrt sieht es bei Flügen in den Osten aus. Hier sollte man mit seinem Arzt alle wichtigen Fragen durchgehen, wie man die Insulin- bzw. Medikamentendosis anpassen sollte. Das gleiche gilt für ungewohnte körperliche Aktivitäten oder wenn Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen auf der Reise auftreten sollten.

Während der Reise sollte man den Blutzucker häufiger kontrollieren als zu Hause, da der Tagesablauf im Urlaub oft ein anderer ist als gewohnt. Ggf. kann man auch etwas höhere Werte akzeptieren, um einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) vorzubeugen, so der Diabetes Ratgeber. Bei Fernreisen sollte man darauf achten, Erkrankungen wie Durchfall und Erbrechen zu vermeiden und die gängigen Hygieneregeln einhalten.

Reiseapotheke

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke sollte immer dabei sein, ebenso sollten auch die für die jeweilige Urlaubsdestination erforderlichen Schutzimpfungen überprüft bzw. rechtzeitig vorgenommen und diesbezüglich ein Experte zurate gezogen werden. Besprochen werden sollte auch der Spritz- bzw. Essensplan bei längeren Reisen mit Zeitverschiebung. Denn: Bei einer Flugreise gen Westen wird der Tag verlängert, es kann zu einem Insulindefizit kommen. Umgekehrt bei Flügen in den Osten: Hier kommt es zur Tagesverkürzung und ggf. zu einem Insulinüberschuss. All das sollte vorher mit dem betreuenden Spezialisten geklärt und entsprechend vorbereitet werden.

Im Handgepäck

Für Flugreisen und den Zoll ist es notwendig, ein ärztliches Attest bzw. eine Bescheinigung mitzuführen, damit man seine Medikamente und Spritzen mit in den Flieger nehmen darf bzw. damit durch die Zollkontrolle kommt. Auch ein internationaler Diabetes-Pass kann im Notfall hilfreich sein. Einpacken sollte man die doppelte bis dreifache Menge der üblicherweise verbrauchten Insulindosen, -pens und Teststreifen – sicher ist sicher. Ebenso eine Stechhilfe samt Lanzetten sowie das Blutzuckermessgerät. Achten Sie darauf, genügend Batterien einzupacken, ebenso ein Notfallset mit Glukagon.

Insulin gehört ins Handgepäck, da es im Frachtraum des Flugzeugs zu kalt werden könnte. Am besten benutzt man eine kleine Kühltasche. Die für Flüssigkeiten vorgesehenen Beutel sind nicht notwendig, um Insulin zu transportieren. Auch einige Stücke Traubenzucker für den Notfall gehören ins Gepäck.

Um Missverständnissen vorzubeugen, sollten Diabetiker eine mehrsprachige Bestätigung ihrer benötigten Medikation bei sich tragen. Für den Notfall kann es auch hilfreich sein, ein ärztliches Rezept für die benötigten Medikamente und z. B. ein Reserve-Messgerät u. Ä. im Gepäck zu haben. Generell sollte man sich schon im Vorfeld über die Versorgung vor Ort – am Reiseziel – informieren, sowohl was medizinische Betreuung als auch Medikamentenverfügbarkeit betrifft.

Aktiv in den Urlaub

Wer im Urlaub sportlich besonders aktiv sein möchte, sollte sich vor dem Reiseantritt einem Gesundheitscheck unterziehen und die geplanten sportlichen Aktivitäten am besten schon daheim und über längere Zeit hindurch betreiben. So kann man in Hinblick auf den Diabetes Erfahrungswerte mit der Sportart sammeln. Im Urlaub sollte vor der Aktivität der Blutzucker kontrolliert werden. Die Richtwerte: Liegen die Werte unter 100 (Gefahr einer Hypoglykämie) bzw. über 250 (könnte noch weiter steigen), sollte man auf die Aktivität verzichten. Ebenso, wenn Harnsäure bzw. -zucker positiv sind. Während und nach dem Sport sollten mehrere Blutzuckerkontrollen gemacht werden. Und: Das Trinken nicht vergessen. Anstrengende Aktivitäten sollte man generell immer nur in Begleitung unternehmen.

Unterwegs im Auto

Wer sich für den Urlaub hinters Steuer setzt, sollte vor der Abfahrt den Blutzucker messen: Ist er zu niedrig, muss der Reiseantritt verschoben werden. Generell sollten ein Vorrat an rasch und ein Vorrat an langsam aufnehmbaren Kohlenhydraten immer in Reichweite sein. Bei längeren Fahrten empfiehlt es sich, alle zwei Stunden eine Pause – samt Blutzuckermessung – einzulegen.

Krankenschutz im Ausland

Für Rücktransport im Notfall und Behandlungen in Nicht-EU-Ländern ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung sinnvoll.

Wie ist die Zeitverschiebung? Wer in den Westen fliegt, braucht mehr Insulin, weil sich der Tag durch die Zeitverschiebung verlängert. Umgekehrt sieht es bei Flügen in den Osten aus. Hier sollte man mit seinem Arzt alle wichtigen Fragen durchgehen, wie man die Insulin- bzw. Medikamentendosis anpassen sollte. Das gleiche gilt für ungewohnte körperliche Aktivitäten oder wenn Erkrankungen wie Durchfall oder Erbrechen auf der Reise auftreten sollten.
An was Diabetiker beim Packen denken sollten

Quelle: Befund Diabetes Österreich 1/2015

24.07.15

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