Diagnose Brustkrebs
26.04.06.

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Brustkrebs verursacht in der Regel in frühen Stadien keine auffälligen Symptome. Ausgangspunkt der Diagnose von Brustkrebs sind in vielen Fällen Aufälligkeiten, die die betroffenen Frauen bei der Selbstuntersuchung ihrer Brust feststellen, oder aber auffällige Befunde bei der sog. Krebsvorsorge (korrekt: Krebsfrüherkennungsuntersuchung). Ob sich zu diesem Zeitpunkt schon Metastasen (z. B. Lebermetastasen) gebildet haben, stellt sich zumeist erst im Verlauf der vielfältigen Untersuchungen heraus, die im Verlauf einer genauen Diagnosestellung durchgeführt werden. Die Bestimmung der Tumormarker ist nur einer unter vielen Parametern, die zur Diagnose von Krebs, aber auch zur weiteren Verlaufskontrolle herangezogen werden.
Tumoren können grundsätzlich gut- oder bösartig sein. Zu den gutartigen Tumoren, die in der Brust auftreten können, gehören z. B. Lipome (Fettgeschwülste) und Fibroadenome (Knoten aus Drüsen- und Bindegewebe), aber auch Zysten (flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Gewebe) u. a. Primär gutartig sind auch Papillome (Wucherungen in den Milchgängen), die jedoch u. U. auch eine bösartige Entwicklung nehmen können.
Untersuchungsablauf bei auffälligen Veränderungen
Ertastet z. B. eine Frau eine Verhärtung in einer Brust, ergibt sich ein Krebsverdacht im Zuge der regelmäßigen Brustuntersuchung durch den Gynäkologen oder werden Auffälligkeiten im Rahmen der Mammographie festgestellt, so besteht in jedem Fall immer die Möglichkeit, dass es sich nicht um Krebs, sondern um eine gutartige (benigne) Veränderung des Brustgewebes handelt.
Stellt eine Frau z. B. im Rahmen der Selbstuntersuchung Auffälligkeiten fest, so ist ein Besuch beim Gynäkologen angeraten, der neben einem ausführlichen Anamnesegespräch (Erhebung der Krankenvorgeschichte, häufig mittels eines Fragebogens; Dokumentation der Symptome etc.) eine Tastuntersuchung und ggf. eine Ultraschalluntersuchung durchführen wird. Bei Krebsverdacht wird die Brust in weiteren Schritten näher untersucht, um den Verdacht verwerfen bzw. ggf. untermauern zu können. In der Regel führt dann ein röntgenologisches Institut eine Mammographie durch, seltener wird zur genauen Diagnosestellung eine Kernspintomographie durchgeführt.
Bei der Mammographie wird z. B. häufig sog. „Mikrokalk“ festgestellt. Zumeist liegen hier gutartige Prozesse zugrunde, in ca. 20 % der Fälle weist dies jedoch auf bösartige bzw. potenziell bösartige Veränderungen hin. Wenn Krebsvorstufen, z. B. ein Oberflächenkarzinom der Milchgänge (DCIS = ductales carcinoma in situ), schneller wächst als die Nährstoffversorgung über Gefäßneubildung erfolgen kann, können Teile der Geschwulst absterben und verkalken. Dies kann dann prinzipiell bei der Mammographie entdeckt werden. Lässt sich aus Größe, Lage und Form des Mikrokalks nicht abschätzen, ob es sich um eine gut- oder bösartige Auffälligkeit handelt, kann eine Biopsie weiteren Aufschluss geben. Das Ergebnis der Biopsie bildet dann die Grundlage für das weitere Vorgehen.
Die Untersuchungsmethoden
Mammographie: Mit dem Begriff Mammographie wird eine röntgenologische Untersuchung der Brust bezeichnet. Sie wird einerseits zur Abklärung verdächtiger Befunde eingesetzt, andererseits aber auch im Rahmen von Reihenuntersuchungen (Screenings) zur Früherkennung angewandt. Vorteil: Mit der Mammographie sind auch sehr kleine Auffälligkeiten (z. B. Mikrokalk) gut darstellbar. Neben der klassischen Röntgenaufnahme kommt inzwischen z. T. auch ein neueres Verfahren, die sog. digitale Mammographie zur Anwendung.
Brustultraschall (Sonographie): Hierbei werden Ultraschallwellen eingesetzt, um Gewebestrukturen darzustellen. Je nach Dichte der Gewebe werden die Ultraschallwellen unterschiedlich stark reflektiert und bildlich in verschiedenen Graustufen wiedergegeben. Als Ergänzung zur Tastuntersuchung können Ultraschallbilder dem Arzt genaueren Aufschluss über möglicherweise ertastete Knoten o. ä. geben und Rückschlüsse darauf zulassen, um welche Art von Veränderung es sich handelt. Die Doppler-Sonographie wiederum ermöglicht Aussagen über die Durchblutung des untersuchten Gewebes und kann bei einem Krebsverdacht zusätzliche Informationen liefern, die die Diagnose erleichtern.
Magnetresonanztomographie (MRT, auch: Kernspintomographie): Kann in der Brustkrebsdiagnostik eingesetzt werden, um z. B. Näheres über Lage und Größe eines Tumors zu erfahren. Bei dieser Art der Untersuchung wird der Körper einem Magnetfeld ausgesetzt, das auf die Atomkerne der Wasserstoffatome im Körper wirkt. Deren Verhalten wird dann in Form von Schnittbildern des Körpers bildlich dargestellt. Weichteilstrukturen lassen sich damit besonders gut darstellen, da sie viel Wasser und damit Wasserstoffatome enthalten.
Andere, spezifische Untersuchungsmethoden, mit denen sich auffällige Befunde bei Brustuntersuchungen genauer abklären lassen, sind z. B. die Galaktografie (Rötngenuntersuchung der Milchgänge), die Duktoskopie (auch: Galaktoskopie, Milchgangspiegelung), die Duktosonographie (Ultraschall der Milchgänge) und die Thermografie (Wärmebildaufnahmen).
Biopsie (Gewebeentnahme und -untersuchung): Mittels unterschiedlicher Methoden werden kleine Gewebeproben aus der Brust entnommen, die dann feingeweblich untersucht werden, um definitiv feststellen zu können, ob es sich um einen bösartigen Tumor handelt oder nicht.
Tumorklassifikation: Staging, Grading etc.
Wird festgestellt, dass ein bösartiger Tumor vorliegt, so gilt es, diesen näher zu charakterisieren, damit ein geeigneter Behandlungsplan erstellt werden kann. Hierbei geht es zunächst einmal darum festzustellen, von welchem Gewebe der Tumor ausgeht und ob er sich nicht-invasiv oder invasiv verhält. Nach einem speziellen Klassifikationssystem (TNM-System) wird der Tumor dann im Hinblick auf Tumorgröße (T), Lymphknotenbefall (N) und Metastasenbildung (M) eingestuft. Hiermit wird das Stadium des Tumors beschrieben („Staging“). Mit dem Begriff „Grading“ bezeichnet man die Einstufung des Tumors im Hinblick auf seine Bösartigkeit.
Anke Tennemann
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