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Diagnose: Diabetes mellitus
Ein Arzt kann Diabetes durch Untersuchungen des Urins (Glukosurie oder Acetonurie werden festgestellt) oder durch Blutuntersuchungen (Messung der Zuckerwerte in Serum und Plasma) feststellen.
Ausschlaggebend für eine Untersuchung auf eine bestimmte Krankheit hin sind meistens die typischerweise auftretenden Beschwerden (Symptome). Diese unterscheiden sich bei den verschiedenen Diabetestypen zum Teil, manch ein Symptom ist jedoch gleich oder ähnlich. Symptome, die sowohl bei Diabetes Typ 1 als auch bei Typ 2 auftreten können, sind Müdigkeit, ein vermehrtes Durstgefühl, häufiges Urinieren, eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte sowie extreme Blutzuckerwerte (zu hoch oder zu niedrig).
Typ 1-Diabetiker nehmen meist innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums stark ab und ihr Körper trocknet dabei aus. Möglich sind außerdem Wadenkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen. Allgemeinkörperliche Symptome können Seh- und Konzentrationsstörungen sowie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen sein.
Bei Diabetes Typ 2 liegen oft über Jahre keine Symptome (z. B. Gefühl von Schwäche, depressive Verstimmung und Müdigkeit) vor, die unmissverständlich auf Diabetes hinweisen und die Krankheit bleibt häufig über einen längeren Zeitraum hinweg unerkannt. Im Gegensatz zu Diabetes Typ 1 kommt es bei Typ 2 nicht zu krankheitsbedingter Gewichtsabnahme, sondern eher zu einer Zunahme von Gewicht durch ein verstärktes Hungergefühl. Auch das verstärkte Durstgefühl und ein vermehrter Harndrang sind seltener als bei Diabetes Typ 1, jedoch auch möglich.
Blutuntersuchung
Bei Nicht-Diabetikern liegt der Blutzuckerwert im Blutserum i. d. R. im nüchternen Zustand bei weniger als 110 mg/dl (die Mengenangabe mg/dl steht für Milligramm pro Deziliter). Nach einer Mahlzeit erhöht sich der Blutzuckerwert auf höchstens 140 mg/dl. Blutzuckerwerte, die hin und wieder über 200 mg/dl und/oder im nüchternen Zustand bei über 110 mg/dl liegen, zusammen mit den für Diabetes mellitus typischen Beschwerden, sprechen für eine Erkrankung.
Urinuntersuchung
Am Urin wird zum einen der Glukosegehalt und zum anderen das Vorkommen von sog. Ketonkörpern mittels spezieller Teststreifen ermittelt.
Die sog. Nierenschwelle für Glukose wird überschritten, wenn der Blutzuckerwert über 180 mg/dl liegt. In diesem Falle wird die überschüssige Glukose vom Körper über den Urin ausgeschieden. Aus diesem Grund kann ein Glukosevorkommen im Urin, das durch einen Glukose-Teststreifen festgestellt werden kann, auf eine Erkrankung an Diabetes mellitus verweisen. Die Nierenschwelle von Schwangeren ist niedriger als sie es normalerweise ist. Außerdem ist es während der Schwangerschaft auch bei Nicht-Diabetikerinnen durchaus normal, dass sich kleine Mengen Glukose im Urin nachweisen lassen. Trotzdem sollten in diesem Falle weitere Tests durchgeführt werden, um zu sehen, ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt.
Sog. Ketonkörper werden in der Leber gebildet. Bei einer Ketonurie besteht durch einen gestörten Kohlenhydratstoffwechsel in der Leber ein Glykogenmangel und der Körper reagiert mit einem vermehrten Fettstoffwechsel, damit der Bedarf an Energie gedeckt werden kann. Ketonkörper wie Betahydroxybuttersäure, Acetessigsäure und Aceton werden durch diesen Prozess freigesetzt und vom Körper über den Urin wieder ausgeschieden.
Glukosetoleranztest
Häufig wird bei unklaren Ergebnissen der Blut- oder Harnuntersuchungen zusätzlich ein sog. Glukosetoleranztest zur besseren Abklärung des Krankheitsverdachts hinzugezogen. Dieser Zuckerbelastungstest erfolgt oral und wird daher auch mit der Abkürzung oGTT (oraler Glukosetoleranztest) benannt. Es soll damit geprüft werden, ob und wie gut der Körper Zucker verwerten kann.
Beim Glukosetoleranztest wird zunächst der Blutzuckerwert im nüchternen Zustand gemessen. Nach dieser ersten Blutuntersuchung muss die zu testende Person eine Glukoselösung trinken, wonach sie sich zwar frei bewegen, aber extreme Tätigkeiten wie z. B. Sport einerseits und Schlafen andererseits vermeiden sollte. Nach zwei Stunden wird dann erneut Blut abgenommen und der Blutzuckerwert gemessen. Während bei Nicht-Diabetikern der zuerst gemessene Wert (nüchtern) i. d. R. unter 100 mg/dl und der zweite Wert (zwei Stunden nach Einnahme der Glukoselösung) unter 200 mg/dl liegt, betragen die zwei Werte bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus nüchtern ca. 110 mg/dl oder mehr und nach Gabe der Glukoselösung mehr als 200 g/dl. Bei Schwangeren können diese Werte nicht als Maßstab genommen werden, da bei ihnen die Werte auch ohne eine Erkrankung an Diabetes mellitus oder eines Schwangerschaftsdiabetes höher liegen können.
HbA1c-Wert für längerfristige Beobachtungen
Der sog. HbA1c-Wert wird ermittelt, wenn eine Beurteilung der Werte eines längeren Zeitraumes vonnöten ist. Dieser Wert wird in Prozent angegeben und benennt die Menge des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin, Hb), der eine Verbindung mit Glukose eingegangen ist, was vom Blutzucker abhängig ist. Bei Nicht-Diabetikern liegt dieser Wert i. d. R. zwischen vier und sechs Prozent. Ein Diabetiker, der in Behandlung ist, sollte im Idealfall den Wert von 6,5 bis 7 % nicht überschreiten. Anhand dieser Werte können die letzten acht bis zwölf Wochen hinsichtlich des Blutzuckerspiegels der getesteten Person beurteilt werden.
Stefanie Zerres
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