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Lipödem

Das Lipödem ist eine chronische Gefäßkrankheit, bei welcher es in dem Hautgewebe zu einer Fehlverteilung und -stauung von Fett kommt und bei welcher sich Wasser in dem Gewebe ansammelt. Das Lipödem wird in der Umgangssprache auch als das „Reiterhosenphänomen“ bezeichnet. Obwohl einige Betroffene an Übergewicht leiden, ist das Lipödem nicht etwa durch Fettleibigkeit zu begründen. Das Lipödem kann zu Beweglichkeitsstörung, teilweise starken Berührungsschmerzen sowie psychischen Belastungen führen.

Physische Merkmale eines Lipödems

Typische physische Merkmale eines Lipödems sind Schwellungen an bestimmten Körperpartien, welche mit einem veränderten Hautbild, der sogenannten Cellulite oder auch Orangenhaut, einhergehen. Am häufigsten kann man solche Merkmale an den folgenden Körperstellen beobachten: Hüften, Oberschenkel, Innenseiten der Kniegelenke, Unterschenkel, Oberarme. Füße und Hände sind meist vom Befall des Lipödems ausgespart. Die erkrankte Haut an den Beinen kann die Knöchel überlappen, eine Veränderung an den Füßen bleibt in den meisten Fällen jedoch aus. Zudem kann man beobachten, dass sich das Lipödem auf beiden Seiten des Körpers gleichmäßig ausbreitet und die Symptome somit einer Symmetrie folgend auftreten.

Stadien des Lipödems

Das Lipödem kann in drei verschiedenen Stadien verlaufen, welche wiederum in fünf unterschiedliche Schweregrade unterteilt werden. Während des ersten Stadiums eines Lipödems kann man bei den erkrankten Personen die ersten Veränderungen der Hautoberfläche beobachten. Es entstehen feine Knoten in dem unteren Hautgewebe, welche auf der Haut sichtbar werden. Die Ursache hierfür sind die dünnen Bindegewebssepten, welche das Fettgewebe normalerweise in der Unterhaut voneinander trennen und verdeckt halten sollen. Sind die Septen jedoch einmal nicht dazu in der Lage das Fettgewebe richtig zu trennen und zu halten, treten die Fettknötchen an die Hautoberfläche und werden als Cellulite erkennbar. In der Alltagssprache verwendet man hierfür auch den Begriff Orangenhaut.

Im zweiten Stadium des Lipödems werden diese soeben beschriebenen Knoten grobkörniger und sind nun auf der Hautoberfläche deutlicher zu erkennen. In der Medizin verwendet man für diese Erscheinung auch den Begriff „Matratzenphänomen“. In dem dritten Stadium des Lipödems erfolgt eine enorme Veränderung des Hautbildes. Die Haut wird wulstig und es können sich große, unförmige Hautlappen bilden.

Schweregrade des Lipödems

Neben den drei Stadien des Lipödems werden auch fünf Schweregrade unterschieden. Bei Typ I des Lipödems erfolgt eine Vermehrung des Fettgewebes an den Körperstellen des Gesäßes und der Hüften. Eben dieser erste Schweregrad erhielt den Beinamen „Reiterhose“, da die falsch verteilte, symmetrische Fettansammlung an Hüften und Po an eine Reiterhose erinnert. Vom Typ II des Lipödems spricht man dann, wenn sich das Lipödem von Hüfte und Po bis zu den Knien ausbreitet und sich an den Innenseiten der Knie Fett- und Hautlappen bilden.

Der Schweregrad Typ III ist in dem Falle vertreten, wenn sich das Lipödem von den Hüften bis zu den Knöcheln ausbreitet. Zu dem Typ IV der Krankheit Lipödem gehört eine breitere Ausbreitung des Lipödems am Körper, welche nun nicht bloß von den Hüften bis zu den Knöcheln hinunter reicht, sondern nun auch die Arme, insbesondere die Oberarme betrifft. Bei dem Schweregrad Typ IV bleiben Füße und Hände vom Lipödem unberührt. Bei dem Schweregrad Typ V des Lipödems handelt es sich um die schwerwiegendste Stufe des Lipödems. Beim Typ V bildet sich zusätzlich ein Lipolymphödem, welches mit Wassereinlagerungen in den Fuß- und Handrücken sowie in den Zehen und Fingern einhergeht.

Ursachen

Ein Lipödem beruht meist auf einer genetischen Veranlagung und betrifft fast ausschließlich Frauen. Das Lipödem kann bereits vor oder während der Pubertät auftreten. Es kann sich aber auch erst nach einer Schwangerschaft ausbilden. In manchen Fällen entwickelt sich das Lipödem erst während der Menopause. Experten vermuten, dass diese Form der Fehlverteilung des Fettes in der Unterschicht der Haut durch einen hormonellen Einfluss zustande kommt. Mit Sicherheit kann das jedoch noch nicht gesagt werden.

Therapie

Das Lipödem lässt sich nicht vollständig heilen, jedoch positiv beeinflussen. Es gibt keine Medikamente, welche zur Beseitigung des Lipödems beitragen könnten. Jedoch können Sport und richtige, ausgewogene Ernährung das Körpergewicht der Erkrankten möglichst niedrig halten und somit die Neubildung neuer Lipödeme verringern. Bei sportlicher Tätigkeit ist stets darauf zu achten, dass Kompressionsstrümpfe getragen werden, welche das erkrankte Gewebe stützen. Neben dem Sport gibt es zudem eine operative Therapiemöglichkeit, die allerdings nur in seltenen Fällen von den Krankenkassen finanziell unterstützt wird.

Maria Ballau

31.01.13

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