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Impfungen bei MS

Abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger, die bei der Impfung injiziert oder z. T. auch oral verabreicht werden, sorgen dafür, dass das Immunsystem des Körpers Abwehrstoffe gegen die jeweiligen Krankheitserreger herstellt, ohne dass der Impfstoff die Krankheit auslöst. Beim erneuten Kontakt mit dem Krankheitserreger kann die Körperabwehr sofort reagieren und die passenden Abwehrstoffe herstellen. Die Folge: Die Krankheit kann nicht oder nur in abgeschwächter Form ausbrechen.

An der Entstehung von MS ist das Immunsystem vermutlich ebenfalls beteiligt. Und auch bei der MS-Behandlung kommen Medikamente zum Einsatz, die auf das Immunsystem wirken. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob Impfungen für MS-Betroffene geeignet sind. Impfungen bei MS mit Totimpfstoffen sind zu empfehlen, jedoch sollte bei Patienten, die mit immunsuppressiven Medikamenten wie Natalizumab, Azathioprin oder Mitoxantron behandelt werden, im Anschluss eine sog. Titerkontrolle erfolgen, um zu klären, ob die Impfung Erfolg hatte, also der Körper eine ausreichende Menge Abwehrstoffe hergestellt hat.

Impfungen mit sog. Lebendimpfstoffen, also mit Impfstoffen, bei denen Bestandteile von Krankheitserregern oder abgeschwächte Erreger in den Körper gelangen, sollten bei MS hingegen nicht durchgeführt werden. Denn es besteht die Gefahr, dass die Erreger einen MS-Schub auslösen könnten. Bei der Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten ist eine Impfung mit Lebendimpfstoffen auf keinen Fall angezeigt, da selbst die abgeschwächten Krankheitserreger u. U. die Krankheit auslösen könnten, gegen die geimpft wird.

Gegen folgende Krankheiten und Erreger wird mit Totimpfstoffen geimpft: Diphterie, Haemophilus influenzae, Influenza (Grippe), Hepatitis A und B, Meningokokken, Pertussis (Keuchhusten), Pneumokokken, Tetanus und Tollwut. Gegen Polio (Kinderlähmung) und Typhus stehen sowohl Lebend- als auch Totimpfstoffe zur Verfügung. Bei MS darf nur mit Totimpfstoff gegen diese Krankheiten geimpft werden. Lebendimpfstoffe werden gegen Cholera, Gelbfieber, Masern, Mumps und Röteln sowie gegen Tuberkulose und Windpocken (Varizellen) eingesetzt. Eine Impfung gegen diese Krankheiten ist deshalb nur im Einzelfall angezeigt. Dann sollte die Impfung frühzeitig (ca. zwei Monate vor Abreise) erfolgen, um einen eventuell durch die Impfung ausgelösten Schub noch im Inland behandeln zu können.

Impfungen scheinen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zufolge vor MS-Schüben zu schützen. So kommt es im Zuge von Grippeerkrankungen wissenschaftlichen Studien zufolge häufiger zu einem Schub. Die Grippeimpfung kann diesen durch die Grippe ausgelösten Schüben u. U. vorbeugen. Allerdings gewährt auch eine Grippeimpfung keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Grippeerkrankung – denn nicht gegen alle zur Grippezeit kursierenden Erreger wirkt die Impfung vollständig. Dennoch empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut allen chronisch Kranken – also auch MS-Patienten – die jährliche Grippeimpfung.

Wichtig ist es auch, an die Auffrischimpfungen zu denken. Denn nicht alle Impfungen wirken ein Leben lang. So sollte die Impfung gegen Diphterie und Tetanus alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Ab dem Alter von 60 Jahren sollte laut STIKO eine Impfung gegen Pneumokokken erfolgen.

Quelle: Befund MS 02/2013

31.10.13

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