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Bronchoskopie

Die Bronchoskopie trägt auch den Namen Lungenspiegelung. Dennoch ist der Begriff etwas irreführend, da bei der Bronchoskopie nur die Luftröhre und die oberen Bronchien bis maximal zur zweiten Abzweigung zu sehen sind. Die tieferen Bronchien sowie die Lungenbläschen und das übrige Lungengewebe können bei einer Bronchoskopie nicht betrachtet werden. Die Beurteilung dieser Lungenteile geschieht nur indirekt.

Wann wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Liegt anhand der Symptome der Verdacht nahe, dass der Patient an einer Erkrankung der Lunge oder der Bronchien leiden könnte, ist eine Bronchoskopie angezeigt.

Folgende Symptome können eine Bronchoskopie nötig machen:

  • Das Röntgen des Brustkorbes hat unerklärliche Veränderungen der Luftröhre, der Bronchien oder des Lungengewebes ans Tageslicht gebracht.
  • In den Bronchien werden Tumoren vermutet.
  • Es liegt eine Infektion der Atemwege in Form einer Lungenentzündung vor.
  • Die Ursache einer Lungenvernarbung (Lungenfibrose) wird gesucht.
  • Der Patient leidet schon seit geraumer Zeit unter einem hartnäckigen Husten oder spuckt möglicherweise bereits Blut beim Husten.

Welche Vorbereitungen sind vor einer Bronchoskopie zu treffen?

Vor einer Bronchoskopie bespricht der behandelnde Arzt mit dem Patienten ausführlich den Grund der Untersuchung sowie die Durchführung selbst. Auch Risiken und Alternativen einer Bronchoskopie legt der Arzt dar. Danach wird ein EKG angefertigt, eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt und der Brustkorb geröntgt. In einigen Fällen kann auch eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs nötig sein. Auch die Bestimmung der Blutgruppe sowie der Blutgerinnungswerte gehören zu den Voruntersuchungen einer Bronchoskopie. Die Bestimmung der Blutgerinnungswerte dient dem behandelnden Arzt zur besseren Einschätzung des Blutungsrisikos, falls er während der Bronchoskopie eine Gewebeprobe aus Bronchien oder Luftröhre entnehmen will.

Darüber hinaus muss der Patient zur Bronchoskopie nüchtern erscheinen, d. h., er darf mindestens 4 Stunden vorher weder gegessen noch getrunken oder geraucht haben. Auch nach der Bronchoskopie sind essen, trinken und rauchen für mindestens 2 Stunden tabu, da die innerhalb der Bronchoskopie verwendete Betäubung ein Verschlucken nach sich ziehen könnte. Sollte während der Bronchoskopie ein Beruhigungsmittel verwandt worden sein, so darf der Patient die nächsten 24 Stunden nur passiver Verkehrsteilnehmer sein und keine Maschinen führen oder gefährliche Arbeiten verrichten.

Nimmt der Patient blutverdünnende Medikamente ein, müssen diese ausreichend lange vor der Bronchoskopie abgesetzt werden. Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem behandelnden Arzt.

Wie wird eine Bronchoskopie durchgeführt?

Die Schleimhäute der Luftröhre und der Bronchien weisen keinerlei Schmerzempfinden auf, doch verursacht das Einführen des Bronchoskops einen unterschiedlich ausgeprägten Hustenreiz, den es zu unterdrücken gilt. Um dies zu erreichen, betäubt der behandelnde Arzt vor der Bronchoskopie zunächst Gaumen, Kehlkopfeingang und die obere Luftröhre. Ebenso werden mit Einführen des Bronchoskops der untere Teil der Luftröhre und die Bronchien betäubt. Das Bronchoskop wird durch Nase oder Mund am Kehlkopf und den Stimmbändern vorbei in die Luftröhre und die Bronchien eingeführt.

Es gibt zwei Arten der Bronchoskopie:

Flexible Bronchoskopie: Diese Variante der Bronchoskopie findet man heute in der täglichen Routineuntersuchung. Das Bronchoskop besteht aus einem flexiblen Schlauch mit einem Durchmesser von etwa 3 bis 6 Millimetern. Das Bronchoskop weist darüber hinaus eine Videooptik auf, die die Bilder der Bronchoskopie direkt auf einen angeschlossenen Monitor projiziert. Daneben gibt es einen Kanal für Spül- und Absaugtätigkeiten und einen Arbeitskanal, durch den Miniaturwerkzeuge eingeführt werden können. Im Rahmen der flexiblen Bronchoskopie können Gewebeproben aus Luftröhre oder Bronchien zur genaueren Untersuchung entnommen werden. Darüber hinaus hilft eine Bronchoskopie bei der Suche nach Lungentumoren und Einengungen der Luftröhre oder der Bronchien. Durch die Spül- und Absaugvorrichtungen können hartnäckige Schleimpfropfen aus der Lunge gespült werden. Auch der Sitz eines Beatmungsschlauches (Tubus) sowie wenn nötig seine Korrektur lassen sich während einer flexiblen Bronchoskopie überprüfen.

Starre Bronchoskopie: Bei dieser Art der Bronchoskopie verwendet der behandelnde Arzt ein starres Bronchoskop, welches einem dünnen Metallröhrchen gleicht. Es ist ebenso mit einer Videooptik, einer Spül- und Absaugvorrichtung sowie einem Arbeitskanal ausgestattet. Bei der starren Bronchoskopie wird der Patient in eine tiefe Vollnarkose gelegt, da hier die Verletzungsgefahr höher ist, als bei einer flexiblen Bronchoskopie. Die starre Bronchoskopie eignet sich zur eindeutigen Diagnose von Lungentumoren. Mit ihrer Hilfe lassen sich Fremdkörper aus der Lunge entfernen, die mit dem flexiblen Bronchoskop nicht zu packen sind. Auch Gewebeproben aus Bronchien und Luftröhre lassen sich entnehmen. Darüber hinaus erlaubt nur die starren Bronchoskopie das Einsetzen eines Stents, um Verengungen der Luftröhre oder der Bronchien zu beseitigen.

Bei beiden Bronchoskopie-Verfahren ist es dem behandelnden Arzt möglich zusätzlich ein Kontrastmittel in die Bronchien einzubringen, um diese auf einem Röntgenbild besser darzustellen. Dieses erweiterte Untersuchungsverfahren nennt sich Bronchografie. Es deckt z. B. krankhafte oder erblich bedingte Veränderungen der Bronchien auf.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff EBUS?

EBUS ist die Abkürzung für endobronchialer Ultraschall. Hierbei handelt es sich um eine moderne Verbesserung der Bronchoskopie. Bei dem endobronchialen Ultraschall besitzt das Bronchoskop zusätzlich zu seiner üblichen Ausrüstung einen kleinen Ultraschallkopf. Das EBUS-Verfahren wurde in den neunziger Jahren entwickelt und hilft Strukturen mittels Ultraschall sichtbar zu machen, die außerhalb des Zugriffsbereichs der normalen Bronchoskopie liegen. Dieses Verfahren wird angewendet, wenn sich auf Röntgen- oder CT-Bildern des Brustraumes veränderte Strukturen zeigen, die nicht klar einzuordnen sind. Doch auch bei anhaltendem Husten, Luftnot oder diffusen Brustschmerzen kann auf diesem Wege ein Bereich des Brustraumes geschallt werden, der von außen schwierig bis gar nicht zu erfassen ist. Dieser Ultraschall von innen kann auch über ein Gastroskop erfolgen, welches im Rahmen einer Magenspiegelung über die Speiseröhre eingeführt wird. Dieses Verfahren nennt die Medizin dann allerdings EUS oder auch endoösophagaler Ultraschall.

Welche Risiken birgt die Bronchoskopie?

Wie jeder Eingriff in den menschlichen Organismus birgt auch die Bronchoskopie gewisse Risiken. Doch die Bronchoskopie gehört heutzutage ebenfalls zu den Routineuntersuchungen, sodass Komplikationen recht selten vorkommen.

Dennoch sind folgende Komplikationen während und auch nach einer Bronchoskopie möglich:

  • Blutungen in Luftröhre oder Bronchien
  • Fieber
  • eine reflexartige Verengung der Atemwege, auch Bronchospasmus genannt
  • eine Verkrampfung des Kehlkopfes
  • ein massiv absinkender und somit zu niedriger Sauerstoffgehalt des Blutes, auch Hypoxämie genannt
  • Störungen des Herz-Kreislaufsystems in Form von Kreislaufproblemen, Schwindel, Herzrhythmusstörungen, etc.

Um diese Komplikationen so gut wie auszuschließen, ist es umso wichtiger, vor einer Bronchoskopie den Gesundheitszustand der Patienten genau zu bestimmen. Gerade Menschen mit Problemen des Herz-Kreislaufsystems oder auch Patienten, die blutverdünnende Mittel einnehmen sind anfälliger für Komplikationen als andere. So ist in solchen Fällen genau abzuklären, ob eine Bronchoskopie sinnvoll ist und auch möglichst gefahrlos durchgeführt werden kann.

Melissa Seitz

24.01.11

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