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Die richtige Entspannungsmethode finden

Entspannung spielt in der symptomatischen Behandlung der MS eine wichtige Rolle. Denn gezieltes Sich-Entspannen baut Stress ab und sorgt für größeres körperliches und seelisches Wohlbefinden. Entspannung erhöht die geistige Leistungsfähigkeit und senkt den Muskeltonus und trägt damit u. U. sogar dazu bei, dass MS-bedingte Beschwerden sich verringern oder zumindest als weniger stark empfunden werden. Viele Menschen mit MS können sich jedoch nicht ohne Weiteres entspannen. Es kann sich daher lohnen, eine Entspannungsmethode zu erlernen. Welches Entspannungsverfahren sich eignet, hängt u. a. davon ab, wie stark die Bewegungseinschränkung durch die MS ist und welche Art von Entspannung der von MS Betroffene bevorzugt.

Entspannung durch Bewegung

Viele Entspannungsverfahren arbeiten mit körperlichen Übungen. Die Konzentration auf die festgelegten Bewegungsabläufe sowie die Bewegung selbst bauen Stresshormone ab und sorgen auf diese Weise dafür, dass sich Körper und Geist entspannen. Die meisten körperbetonten Entspannungsverfahren arbeiten zusätzlich mit Atemtechniken. All diese Entspannungsmethoden eignen sich für Menschen mit MS, die körperlich weniger stark eingeschränkt sind und Bewegung anderen Verfahren vorziehen, bei denen die Meditation oder die Imaginationsfähigkeit im Vordergrund stehen. Bewegungsbetonte Entspannungsverfahren sind am besten unter fachkundiger Anleitung zu erlernen. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Videokurse z. B. im Internet, die das nötige Wissen vermitteln. Doch eingreifen und korrigieren kann bei Bedarf nur ein Übungsleiter vor Ort.

Zu den bewegungsbetonten Entspannungsmethoden gehören Yoga, Qigong und Tai Chi. Positiv an diesen drei Verfahren neben der Entspannung: Die Bewegungsübungen stärken die Muskulatur. Sowohl für Yoga als auch für Qigong und Tai Chi ist es nicht nötig, besonders sportlich zu sein – die Übungen kann man langsam und im eigenen Tempo durchführen. Übungen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht möglich sind, lässt man aus.

Entspannung durch Atmung und/oder Muskelkontrolle

Schon mit wenigen einfachen Atemübungen kann sich jeder Mensch in jeder beliebigen Situation entspannen, ohne dass andere etwas davon merken. Schon das mehrfache tiefe Einatmen durch die Nase und das anschließende langsame Ausatmen durch den Mund sorgt dafür, dass nach einigen Atemzügen eine gewisse Entspannung eintritt. Erlernen lässt sich die Atementspannung sowohl in Kursen als auch mithilfe von Anleitungen zur Atementspannung, die einige gesetzliche Krankenkassen ihren Mitgliedern zur Verfügung stellen. Auch finden sich im Internet zahlreiche Videos zum Thema. Der Vorteil der Atementspannung: Sie ist einfach zu erlernen und für jeden Menschen geeignet, unabhängig von körperlichen Einschränkungen.

Die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist ein weiteres Entspannungsverfahren, das vergleichsweise einfach erlernt werden kann und problemlos in den meisten Situationen durchführbar ist. Bei der progressiven Muskelrelaxation werden verschiedene Muskelpartien des Körpers nacheinander erst für ein paar Sekunden bewusst angespannt, danach wieder entspannt. Diese Entspannungsmethode ist für die meisten Menschen mit MS gut geeignet, nur bei starker Spastik kann die Durchführung u. U. Probleme bereiten.

Entspannung durch Imagination und Meditation

Auch mithilfe der eigenen Vorstellungskraft bzw. der Konzentration auf eine Sache lässt es sich entspannen. Beim autogenen Training beispielsweise begibt man sich auf eine imaginäre Reise durch den Körper. Man stellt sich vor, dass verschiedene Körperpartien nacheinander warm und schwer werden. Am besten funktioniert das zunächst unter Anleitung. Wer möchte, kann das autogene Training auch mit CDs erlernen, die genaue Anweisungen zur Vorgehensweise geben. Meditative Entspannungsverfahren erlernt man zunächst am besten unter Anleitung.

Quelle: Befund MS 2/2015

25.09.15

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