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Anfallsselbstkontrolle – verhaltensorientierte Gesundheitsförderung bei Epilepsien

Eigene Gesundheitsförderung und Anfallsselbstkontrolle bei Epilepsien kann die medikamentöse Kontrolle epileptischer Anfälle ergänzen und stabilisieren. Darüber hinaus bietet sie die Möglichkeit, die aktive Auseinandersetzung mit der Krankheit zu fördern und die Hilflosigkeit gegenüber den Anfällen zu überwinden. Dies fördert das Selbstbewusstsein und verringert die Bedeutung der Krankheit im Leben.

Was Selbstkontrolle bei Epilepsie bedeutet

1. Die Entstehungsbedingungen der eigenen Anfälle beleuchten
2. Das eigene Anfallsrisiko besser einschätzen können
3. Verhaltensweisen entwickeln, um mit dem bestehenden Anfallsrisiko angstfrei umgehen und Anfälle vermeiden zu können
4. Warnzeichen für einen Anfall (Vorzeichen/Aura) kennen und spüren lernen
5. Selbst den Versuch unternehmen, den beginnenden Anfall abzuwehren

Wie ein epileptischer Anfall entsteht

Die Entstehung eines epileptischen Anfalls ist auf eine kurzzeitige Unfähigkeit des Gehirns zurückzuführen, die Erregungsprozesse in den unzähligen Nervenzellen zu kontrollieren. Entweder sind die Aktivierungsprozesse zu stark oder die Hemmprozesse zu schwach: Es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen Erregung und Hemmung. Bei fokalen Epilepsien geschieht dies in einem Teilbereich des Gehirns, dem Fokus. Von diesem Ausgangspunkt kann sich dann der Anfall mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausbreiten (Generalisierung). Wie schnell sich ein Anfall ausbreitet, hängt davon ab, wie schnell sich die weiteren Gehirnzellen „entscheiden mitzumachen“.

Warnzeichen erkennen und Anfall abwehren

Diese Phase des beginnenden Anfalls (Aura) wird von den Betroffenen oft wahrgenommen. Sie spüren eine Veränderung in ihrem Körper, in ihrer Wahrnehmung, in ihrem Verhalten usw. Ziel der Anfallsabwehr ist es, eine möglichst frühe Wahrnehmung einer Aura zu ermöglichen, eine auf die Auraempfindungen abgestimmte Verhaltensweise („Gegenmittel“) zu entwickeln und einzuüben sowie durch den frühzeitigen Einsatz des Gegenmittels den Anfall abzuwehren.

Bei einen Anfall, dessen Beginn sich durch ein Kribbeln in der Hand bemerkbar macht, versuchen die Gehirnzellen, die das Kribbeln verursachen, andere Gehirnzellen am Anfall zu beteiligen. Wenn jetzt als „Gegenmittel“ eine Faust geballt wird, werden die Gehirnzellen anderweitig beschäftigt. Zusätzlich werden die angrenzenden Gehirnzellen gegen die Ausbreitung des Anfalls „immunisiert“. Ein Erregungszustand wird erzeugt, der dem entgegengesetzt ist, welcher die Entstehung des Anfalls begünstigt hat. Wenn beispielsweise Ärger oder Aufregung den Anfall ausgelöst hat, kann Entspannung eine wirksame Gegenmaßnahme sein. Die Ausbreitung des Anfalls kann so verhindert werden: der Anfall ist „abgewehrt“.

Anfallsselbstkontroll ist erlernbar

Menschen mit Epilepsie sollten bei ihren Versuchen unterstützt werden, sich selbst zu helfen, um nicht allein auf medikamentöse Hilfe vertrauen zu müssen. Der Behandlungsansatz der Anfallsselbstkontrolle fordert und fördert eine aktive Auseinandersetzung mit den körperlichen und psychischen Hintergründen der Krankheit. Die Deutsche Epilepsievereinigung e. V. führt regelmäßig Seminare zum Thema Selbstkontrolle durch. Informationen erhalten Sie bei der Bundesgeschäftsstelle.

aus Neuronal 3/2007

20.12.07

Anfallsselbstkontrolle – verhaltensorientierte Gesundheitsförderung bei Epilepsien
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