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„Immer wieder Neues ausprobieren, zusammen daran arbeiten.“

Im Interview berichtet Sänger Ross Antony von seinen Erfahrungen mit der Parkinson-Erkrankung seines Vaters.

Wie haben Sie von der Parkinson-Erkrankung erfahren?

Wir haben in unserer Familie bemerkt, dass mein Vater langsamer in seinen Bewegungen wird. Das war nicht nur altersbedingt, denn es kam noch ein leichtes Zittern in den Händen dazu. Da wussten wir, dass etwas nicht stimmt. Meine Cousine, die Ärztin ist, hat ihn dann untersucht, mit dem Ergebnis: Parkinson.

Wie sind Sie mit der Diagnose umgegangen?

Zu Beginn konnten wir es nicht glauben, wollten es nicht glauben. Mein Vater ist ein sehr starker Mensch, am Anfang musste ich mehr für meine Mutter stark sein.

Wie sah der Weg durch die Therapie aus?

In der Anfangszeit waren tägliche Untersuchungen auf der Tagesordnung, wie schlimm und fortgeschritten die Krankheit bereits war. Und wir bekamen immer unterschiedliche Diagnosen. Erst bekam mein Vater auch eine zu hohe Dosierung seiner Medikamente. Er konnte kaum sprechen, benahm sich wie ein Zombie, doch nach zwei Wochen wurde er richtig eingestellt und da hatte ich meinen alten Papa zurück. Geistig ist mein Vater topfit, aber sein Körper macht nicht alles mit.

Wie können Sie Ihren Vater unterstützen?

Ganz wichtig ist es dem Patienten nicht das Gefühl zu geben, dass er krank ist. Wir zeigen meinem Vater, dass er nach wie vor gebraucht wird, durch kleinere oder größere Aufgaben im ganz normalen Alltag. Wenn man allein ist, nicht beschäftigt ist, denkt man zu viel nach. Für meinen Vater ist es aber auch wichtig, dass er selbst entscheidet, für sich, was er kann oder nicht mehr kann. Er möchte nicht das Gefühl haben, dass man für ihn, über seinen Kopf hinweg entscheidet.

Was hat Ihnen bzw. Ihrem Vater am meisten geholfen, die schwere Zeit durchzustehen?

Die Familie natürlich. Zusammenhalt ist das Wichtigste, man darf nie den Willen verlieren. Unsere Familie, im Speziellen meine Mutter, hat meinem Vater das Leben so leicht wie möglich gestaltet. Und durch seine täglichen Aufgaben bleibt mein Vater in Bewegung. Er geht spazieren mit den Hunden, kocht und zieht sich auch selbst an, auch wenn das täglich bis zu einer halben Stunde beansprucht.

Wie hat sich Ihr Leben durch die Erkrankung geändert?

Mein Leben hat sich nicht wirklich dadurch geändert. Ich versuche oft, bei meinen Eltern zu sein, auch um meine Mutter zu entlasten. Denn die ist permanent an der Seite meines Vaters, sie kann ihn selten allein lassen. Auch für sie ist es wichtig, einmal abschalten zu können.

Welchen Rat geben Sie anderen Betroffenen?

Man darf dem Patienten nie das Gefühl geben, dass er krank ist, ihn in eine Schublade stecken und vergessen. Immer wieder Neues ausprobieren, zusammen daran arbeiten. Vor Jahren wurde meinem Vater diagnostiziert, dass er in drei Jahren im Rollstuhl sitzen wird. Und heute macht er noch immer seine ausgedehnten Spaziergänge.

Quelle: Ratgeber Parkinson 2011

02.12.11

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