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Kriterienkatalog zum Erkennen von Schilddrüsenkrebs entwickelt

18.12.09.

Feinnadelpunktion

shutterstock

Untersuchungsschema sieht Blutanalyse, Ultraschall und Feinnadelpunktion vor

Hinter einem Knoten in der Schilddrüse verbirgt sich nur sehr selten eine Krebserkrankung. Damit Patienten nicht unnötig operiert und auch möglichst keine tödlichen Tumoren übersehen werden, haben Ärzte jetzt ein Untersuchungsschema entwickelt. Es sieht neben einer Blutanalyse eine Ultraschalluntersuchung und eine Feinnadelbiopsie vor, wie der Mediziner Ralf Paschke in der «Deutschen Medizinischen Wochenschrift» berichtet.

Der Kriterienkatalog unterscheidet fünf Kategorien von einer normalen Schilddrüse bis zu einer mehr als 80-prozentigen Krebswahrscheinlichkeit.

Bei der Blutuntersuchung werden laut Paschke bestimmte Hormonwerte ermittelt. Ein niedriger Wert des Steuerhormons «TSH» zeigt beispielsweise an, dass die Schilddrüse sich der Kontrolle durch die Hirnanhangdrüse entzogen hat und von sich aus zu viel Schilddrüsenhormon bildet. Die Ursache ist meistens ein gutartiger «heißer» Knoten.

Bei einer Ultraschalluntersuchung gibt die Sichtbarkeit des Knotens, seine Größe, Form und Begrenzung dem erfahrenen Mediziner Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung. Bei der Feinnadelbiopsie sticht der Arzt in den verdächtigen Knoten und saugt mit einer speziellen Spritze Zellen an. Der Erfolg dieser Untersuchung hängt wesentlich von den Erfahrungen des Arztes, der die Punktion durchführt, und dem Pathologen ab, der die Zellen untersucht, wie Paschke erklärt.

Der Experte stellt aber auch klar, dass die Feinnadelpunktion nicht alle Tumoren entdeckt. Bei ungenauer Durchführung könnten viele Schilddrüsenkrebse übersehen werden, laut Studien bis zu einem Drittel. «Es müssen deshalb maximale Anstrengungen unternommen werden, Ärzte in der korrekten Durchführung der Feinnadelpunktion auszubilden», fordert Paschke.

Quelle: The Associated Press

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