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Mangelerscheinungen: Wenn der Körper schlappmacht

Wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt, immer wieder Infekte auftreten, die Haare ausfallen oder Herzrhythmusstörungen auftreten kann dies ein Hinweis auf Nährstoffmangel sein. Denn: Jeder Nährstoff erfüllt für den Körper und den Stoffwechsel eine ganz bestimmte Aufgabe. Wird der Körper nicht ausreichend mit einem lebenswichtigen Nährstoff versorgt, können sog. Mangelerscheinungen die Folge sein.

Treten Mangelerscheinungen auf, können unterschiedliche Ursachen dahinter stecken. „Eine einseitige Ernährung, eine falsche Lebensmittelauswahl oder eine falsche Zubereitung dieser Lebensmittel kann zu Mangelerscheinungen führen, ebenso wie häufiges Schwitzen (z. B. durch Sport) oder auch bestehende Krankheiten“, erklärt Diätassistentin Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätik.

Um herauszufinden, welcher Nährstoffmangel Ursache für die auftretenden Mangelerscheinungen, wie z. B. verminderte Leistungsfähigkeit, sein kann, ist es wichtig, die einzelnen Nährstoffe und ihre Wirkung genauer zu kennen.

Folsäure/Folat

Folat ist am Stoffwechsel des Körpers beteiligt und für Prozesse der Zellteilung, -differenzierung und -regeneration von entscheidender Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist die Versorgung mit Folsäure vor allem für Schwangere und Stillende von entscheidender Bedeutung. Ein Mangel an Folat in der Schwangerschaft erhöht nicht nur das Risiko von Fehlgeburten und Frühgeburten, sondern kann auch ein geringeres Geburtsgewicht und fetale Wachstumsstörungen zur Folge haben. Außerdem erhöht sich durch eine Mangelversorgung mit diesem Nährstoff die Gefahr von Fehlbildungen des Embryos.

Enthalten ist Folat vor allem in grünem Blattgemüse, Salaten, Tomaten, Hülsenfrüchten, Nüssen, aber auch Kartoffeln, Eiern und Vollkornprodukten. Besteht ein Kinderwunsch oder liegt eine Schwangerschaft vor, wird zudem die zusätzliche Aufnahme von Folsäure in Tablettenform empfohlen. Dies gilt auch für Stillende.

Eisen

Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut. Wer unter Eisenmangel leidet, bemerkt häufig eine Beeinträchtigung seiner sonst üblichen Leistungsfähigkeit oder auch Störungen bei der Regulierung der Körpertemperatur. Besonders häufig tritt der Mangel bei Kindern im Alter von ein bis zwei Jahren auf. Aber auch Menschen, die sich vegan ernähren können Eisenmangel entwickeln, da Eisen vorwiegend in Fleisch und Wurstwaren enthalten ist. Es ist auch in Gemüse und Brot enthalten, allerdings kann Eisen aus tierischen Produkten vom Menschen i. d. R. besser aufgenommen werden als Eisen aus pflanzlichen Produkten. Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Eisenbedarf.

Kalzium

Ein weiterer wichtiger Nährstoff für den Körper ist Kalzium. Er ist für die Stabilität von Knochen, aber auch für die Zähne von besonderer Bedeutung. Ein Mangel kann zu einem Verlust von Knochenmasse beitragen. Üblicherweise wird der Bedarf durch die tägliche Nahrungsaufnahme gut abgedeckt. Allerdings können Menschen, die Milch und Milchprodukte meiden, an Kalziummangel leiden. Dieses sollte dann durch kalziumreiche Gemüsearten und Mineralwasser aufgenommen werden. Neben Milchprodukten gehören dazu auch Haselnüsse oder Paranüsse, Rucola, Brokkoli oder Grünkohl.

Magnesium

Magnesium ist im Körper mit dafür verantwortlich, dass der Energiestoffwechsel richtig funktioniert. Außerdem spielt es eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion, weshalb sich ein Mangel an Magnesium häufig durch Muskelschwäche, Muskelkrämpfe oder auch Funktionsstörungen der Herzmuskulatur bemerkbar macht. Unter einem Mangel leiden vor allem Menschen, die an Magen-Darm-Krankheiten leiden. Einen besonders hohen Bedarf haben darüber hinaus stillende Frauen. Aufgenommen werden kann Magnesium über Milch und Milchprodukte, Lebensmittel aus Vollkorngetreide oder Fisch. Aber auch viele Gemüsesorten enthalten Magnesium ebenso wie Beerenobst oder Bananen.

Vitamin B12

Ein Mangel an Vitamin B12 macht sich häufig erst nach Jahren bemerkbar. Dies ist v. a. deshalb problematisch, da Vitamin B12 eine wichtige Rolle beim Stoffwechsel übernimmt. Bleibt er unbehandelt, kann das Nervensystem dauerhaft geschädigt werden. Grundsätzlich kann eine Blutarmut mit ungewöhnlich großen Blutkörperchen auf einen Mangel hinweisen. Häufig ist der Mangel eine Folge von jahrelanger veganer Kost, die weder Fleisch, noch Milchprodukte und Eier enthält. Diese sorgen für die Vitamin-Zufuhr ebenso wie Fisch. In pflanzlichen Lebensmitteln ist dagegen i. d. R. kein Vitamin B12 enthalten. (Ausnahme: Die Lebensmittel wurden einer Bakteriengärung unterworfen, z. B. Sauerkraut.) Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin B12. Sie sollten sich nach Möglichkeit nicht vegan ernähren. Wenn doch, sollte auf eine zusätzliche Zufuhr von Vitamin B12 geachtet werden.

Vitamin D

Eine erhöhte Infektanfälligkeit, Schmerzen des Skeletts oder eine herabgesetzte Muskelkraft können ein Hinweis auf einen Vitamin D-Mangel sein. Grundsätzlich ist dieser Nährstoff am Kalzium- und Phosphatstoffwechsel beteiligt. Der Bedarf an Vitamin D kann über eine Kombination aus Nahrung und ausreichender Sonnenbestrahlung gedeckt werden. Neben fetten Fischen, wie etwa Hering oder Makrele, ist dieses Vitamin auch in Eigelb oder Speisepilzen enthalten. Anders als bei den (meisten) anderen Nährstoffen ist hier nicht nur eine Unter-, sondern auch eine Überversorgung möglich.

Jod

Jod ist vor allem in Seefisch, Milch Eiern und Jodsalz enthalten. Wird der Körper nicht ausreichend mit Jod versorgt, entsteht ein sog. Struma, ein Kropf. Denn: Jod ist an der Synthese der Schilddrüsenhormone beteiligt. Herrscht ein Mangel, vermehren sich die Zellen in der Schilddrüse. Die Zellen der Schilddrüse vergrößern sich und es entstehen neue Blutgefäße und neues Bindegewebe. Hintergrund ist der Versuch der Schilddrüse, den Jodmangel auszugleichen, weshalb sie das vorhandene Jod möglichst effektiv verwertet und dabei immer größer wird.

Neben Schwangeren und Stillenden sind auch Vegetarier, Menschen mit einer Kuhmilchallergie, einer Fischallergie oder einer Laktoseintoleranz gefährdet, einen Jodmangel zu entwickeln. U. a. kann es ratsam sein, Jod zusätzlich zur Nahrung über Tabletten zu sich zu nehmen. Dies sollte immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Quelle: Deutsches Magazin für Frauengesundheit 2/2017

09.05.18

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